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Nervengas VX an der Leiche von Kims Halbbruder gefunden – so wirkt das tödliche Mittel

24.02.17, 02:07 24.02.17, 06:23

Kim Jong Nam am Flughafen Narita in Tokyo. (Archivbild) Bild: Shizuo Kambayashi/AP/KEYSTONE

Malaysische Ermittler haben Spuren des Nervengases VX am Leichnam des ermordeten mutmasslichen Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gefunden. Auf dem Gesicht Kim Jong Nams seien Rückstände des auch als Chemiewaffe eingesetzten Gases entdeckt worden.

Der hoch toxische Stoff sei in entnommenen Gewebeproben von Gesicht und Augen des Toten enthalten gewesen, teilte die malaysische Polizei am Freitag mit. Die Substanz wurde nach ersten Analysen des malaysischen Zentrums für die Analyse von Chemiewaffen als O-Ethyl- S-2-Diisopropylaminoethyl Methylphosphonothiolat identifiziert, eine der chemischen Bezeichnungen für den Kampfstoff VX.

VX ist eine farblose bis gelbliche Flüssigkeit. Sie gilt als stärkstes Nervengas und wird über die Haut, Augen, Nahrung und Atemwege in den Körper aufgenommen. Dies führt zu Übelkeit, Lähmung der Atemmuskulatur und dann binnen weniger Minuten zum Tod durch Ersticken. Das Gas VX wird auch als Chemiewaffe eingesetzt. Die UNO stuft die Substanz als Massenvernichtungswaffe ein.

Wenige Milligramm wirken tödlich

Eine Gasmaske allein bietet keinen ausreichenden Schutz. Da der Stoff in erster Linie durch die Haut aufgenommen wird, ist ein spezieller Schutzanzug erforderlich. Einen wirksamen Schutz von Zivilisten gegen einen Anschlag mit VX gibt es deshalb nicht. Das beste Gegenmittel ist Atropin.

Schon wenige Milligramm VX wirken tödlich. VX wurde bei der Forschung nach Insektenschutzmitteln in Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, jedoch im Krieg nicht eingesetzt.

Die US-Armee und die Streitkräfte in der ehemaligen Sowjetunion produzierten und lagerten VX bis zur Unterzeichnung der Chemiewaffen-Konvention 1997, die die Zerstörung aller Vorräte verlangt. Der tödliche Stoff kann billig in Produktionsanlagen für Pflanzenschutzmittel hergestellt werden.

Die Protagonisten der Affäre um die Tötung von Kims Halbbruder

Vier Festnahmen

Der 45-jährige Kim Jong Nam war am 13. Februar am Flughafen von Kuala Lumpur ermordet worden. Südkoreanischen Medien zufolge sprühten ihm die Täter Gift ins Gesicht.

Vier Verdächtige wurden bereits festgenommen: ein 46-jähriger Nordkoreaner, eine 25-jährige Frau mit indonesischem Pass und ihr malaysischer Freund sowie eine 28-jährige Verdächtige mit vietnamesischem Pass.

Vier weitere Verdächtige aus Nordkorea, Männer im Alter von 33 bis 57 Jahren, haben sich nach Erkenntnissen der malaysischen Behörden nach Pjöngjang abgesetzt. Die insgesamt fünf Verdächtigen aus Nordkorea sind nach Ansicht der malaysischen Polizei in den Mord verwickelt. Ausserdem hatten die malaysischen Ermittler am Mittwoch angekündigt, in dem Fall auch die Nummer Zwei der nordkoreanischen Botschaft in Kuala Lumpur vernehmen zu wollen. (cma/sda/afp/reu/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Saraina 24.02.2017 08:42
    Highlight Der mehrmalige Einsatz von Nervengas - auch VX - in Syrien, löste nicht annähernd so viel Aufsehen aus....
    4 0 Melden
  • manhunt 24.02.2017 08:08
    2 0 Melden
  • manhunt 24.02.2017 08:06
    Highlight vx wurde erst in den 50ern entdeckt. und nicht in deutschland vor dem 2. weltkrieg, wie im artikel beschrieben.
    2 0 Melden
  • Dude.- 24.02.2017 07:47
    Highlight Dieses Gift erinnert mich an den Film "The Rock Fels der Entscheidung"


    Kennt den sonst noch jemand? Hammer film!

    9 8 Melden
    • herschweizer 24.02.2017 08:22
      Highlight Genau, ein kritischer Film der sich höchst sensibel mit diesem Thema auseinandersetzt, voll keine Propaganda im Fall gell😂
      1 1 Melden
  • A7-903 24.02.2017 02:41
    Highlight Zum Thema: wie leicht lässt sich das über Grenzen schmuggeln? Wenn, dann müsste es ja in nk produziert worden sein. Und wenn es da produziert worden ist müsste kim ja eine Anlage und/oder Lager haben davon.

    Gäbe den Raketentests dort eine neue Dimension.
    24 12 Melden
    • Juliet Bravo 24.02.2017 03:26
      Highlight Wieso muss das Gift in Nordkorea produziert werden?
      Und zu den ausführenden Personen: Es gibt ja sicher Schläfer - langjährige Mitarbeiter, die dort seit Jahren unauffällig leben.
      20 0 Melden
    • SemperFi 24.02.2017 05:17
      Highlight Eine Fabrik für Pflanzenschutzmittel dürfte sogar Nordkorea haben. Und dagegen kann man nicht einmal etwas unternehmen.
      26 1 Melden
    • Tobi-wan 24.02.2017 07:00
      Highlight Wenn so wenig reicht, dann dürfte das nicht schwer über die Grenze zu bringen sein. Es muss aber nicht zwangsläufig in NK hergestellt wirden sein. Vielleicht gibt es ja auch jemanden in Malaysia der sowas herstellt.
      Ich würde das zumindest nach Möglichkeit vor Ort beziehen und nicht das Risiko eingehen an der Grenze geschnappt zu werden.
      17 0 Melden
    • Friends w/o pants 24.02.2017 07:19
      Highlight So etwas bekommt man im Diplomatengepäck über die Grenze
      16 0 Melden
    • herschweizer 24.02.2017 07:28
      Highlight Kann in jeder Düngemittelfabrik hergestellt werden. Mit genug Devisen kann man ja easy jemanden besorgen der aus Freude an Devisen alles mögliche besorgt.
      15 1 Melden

«Das Meeting verlief sehr gut» – Trump bestätigt Treffen von CIA-Chef mit Kim Jong Un

Jetzt ist es offiziell: CIA-Direktor Mike Pompeo hat über das Osterwochenende Diktator Kim Jong Un in Nordkorea getroffen.

Dies bestätigt US-Präsident Donald Trump am Mittwochmittag via Twitter.

«Das Treffen verlief sehr gut», so Trump. Man habe eine gute Beziehung mit Nordkorea aufbauen können. Derzeit würden die Details des geplanten Gipfeltreffens  ausgearbeitet. «Die Entnuklearisierung wird eine tolle Sache für die Welt, aber auch für Nordkorea», frohlockt Trump. 

(amü)

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