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Nach Granatenangriff aus Nordkorea – Südkorea evakuiert Bevölkerung an der Grenze

20.08.15, 10:53 20.08.15, 12:19


An der Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist es laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zu einem Feuergefecht zwischen den verfeindeten Staaten gekommen. Demnach habe der Norden mehrere Granaten auf eine Militärbasis des Südens gefeuert. Dies berichtete Yonhap unter Berufung auf Militärkreise. Medien berichteten, der Beschuss habe einer Lautsprecheranlage gegolten, die Propagandaprogramme sendete.

Die südkoreanischen Truppen hätten mit schwerer Artillerie zurückgeschossen. Sie hätten Dutzende 155-Millimeter-Granaten auf jene Stelle gefeuert, von der das nordkoreanische Projektil abgeschossen worden sei. Über Tote oder Verletzte liegen keine Informationen vor. 

Südkorea hat am Donnerstag zur Evakuierung der Bevölkerung an der westlichen Grenze aufgerufen. Dies berichten unter anderen Reuters und die BBC. Der Nationale Sicherheitsrat hat zudem eine Sondersitzung einberufen.

Es ist dies der erste bewaffnete Übergriff der verfeindeten Länder seit fünf Jahren. 

Die demilitarisierte Zone trennt seit 1953 Nord- und Südkorea.

Landminen-Explosion führte zu Spannungen

Die Spannungen zwischen den Erzfeinden haben seit dem 4. August zugenommen. Damals wurden zwei südkoreanische Soldaten durch die Explosion einer Landmine schwer verletzt. Südkorea beschuldigte den kommunistischen Nachbarn, die Minen im südlichen Teil der demilitarisierten Zone vergraben zu haben und verlangte Reue aus Pyongyang. 

Ein südkoreanischer Propaganda-Lautsprecher: Nach 11 Jahren hat der Süden die psychologische Kriegsführung wieder aufgenommen.  Bild: EPA/YONHAP/SOUTH KOREA DEFENSE MIN.

Nach dem Zwischenfall hatte Südkorea seine Propaganda-Durchsagen an der Grenze wieder aufgenommen. Über Lautsprecher, die entlang der Grenze aufgestellt sind, beschallte der Süden den Norden mit Anti-Pyongyang-Parolen. Diese Art der psychologischen Kriegsführung – bekannt aus Zeiten des Kalten Krieges – sei nach elfjähriger Unterbrechung ein erster Schritt, liess Südkoreas Führung damals ausrichten, weitere Vergeltungsmassnahmen könnten folgen. 

Nordkorea drohte zunächst mit dem Beschuss der Lautsprecher. Wenige Tage später reagierte der Norden mit denselben Mitteln auf die psychologische Kriegsführung: Über Lautsprecher, die der Norden ebenfalls an der Grenze stationierte, wurde Südkorea kritisiert und das politische System Nordkoreas gefeiert. 

Blick von Süd- nach Nordkorea: Der Grenzverlauf im Grenzort Panmunjom in der demilitarisierten Zone. Bild: JEON HEON-KYUN/EPA/KEYSTONE

Derzeit halten Südkorea und die USA ihr jährliches gemeinsames Manöver ab. Die Militärübung wird von Nordkorea regelmässig als Vorbereitung auf einen Krieg bezeichnet.

Nord- und Südkorea befinden sich faktisch immer noch im Krieg. Der Koreakrieg von 1950 bis 1953 endete nicht mit einer Friedenserklärung sondern mit einem Waffenstillstands-Abkommen. Im Waffenstillstandsvertrag wurde 1953 die Einrichtung einer entmilitarisierten Zone geregelt, die beide Staaten voneinander trennt. (aeg/meg)

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Jeder zehnte Nordkoreaner muss Sklavenarbeit leisten

Jeder zehnte Nordkoreaner muss dem Bericht einer Menschenrechtsorganisation zufolge in seinem Heimatland Sklavenarbeit leisten. In Nordkorea gebe es weltweit am meisten vom Staat befohlene Zwangsarbeit, unter anderem im Bergbau, heisst es in dem am Donnerstag in New York veröffentlichten Bericht der Walk Free Foundation.

Dahinter folgen auf der Liste der Menschenrechtsorganisation unter anderem Eritrea, Burundi, Afghanistan und die Zentralafrikanische Republik.

Auch in den USA, Australien, …

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