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Wünscht sich ein Ende der nuklearen Aufrüstung in der Welt: Kim Jong Un beim gestrigen Kongress der regierenden Arbeiterpartei.
Bild: EPA/NORTH KOREA

Kim Jong Un will Atomwaffen nur bei Bedrohung einsetzen

08.05.16, 01:08 08.05.16, 05:23

Nordkorea wird nach den Worten von Staatschef Kim Jong Un Atomwaffen nur dann einsetzen, wenn seine Souveränität durch andere Staaten mit solchen Waffen verletzt werden sollte. Sein Land werde die Verpflichtung zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen erfüllen.

Ziel sei ein Ende der nuklearen Aufrüstung in der Welt, sagte Kim beim Kongress der regierenden Arbeiterpartei, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag meldete. Kim äusserte die Bereitschaft, die Beziehungen auch zu den Staaten zu normalisieren, die sich seinem Land feindselig gegenüber verhalten hätten.

Das abgeschottete Nordkorea hatte im Vorfeld des Kongresses mehrmals Raketen und andere Waffensysteme getestet. Einige dieser Tests scheiterten. Erst im März verschärften die Vereinten Nationen ihre Sanktionen gegen Nordkorea, nachdem der Staat einen vierten Atomwaffentest ausgeführt hatte.

Unter tosendem Applaus wird Kim Jong Un in Pjöngjang empfangen.  YouTube/Felix Daily

Nordkorea ist nach Einschätzung Südkoreas technisch in der Lage, seine Drohung mit neuen Atomversuchen jederzeit wahr zu machen. Die Einschätzung wird von Experten des US-Korea-Instituts an der Johns-Hopkins-Universität bestärkt.

Jüngste Aufnahmen von Satelliten hätten gezeigt, dass Nordkorea «sich vermutlich auf einen Nukleartest in naher Zukunft vorbereitet», hiess es auf der Website 38 North des Instituts. Es seien Fahrzeuge beobachtet worden, die als «Kommandozentrum» dienen könnten. Solche Fahrzeuge seien in der Vergangenheit nur dann zu sehen gewesen, wenn ein Test vorbereitet worden sei. (sda/reu)

Kim Jong Uns Gefolgsleute machen Notizen

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • who cares? 08.05.2016 09:58
    Highlight Die Brille steht ihm, er sieht ein ganz bisschen weniger wie ein grosses Kind aus.
    5 0 Melden
  • rodolofo 08.05.2016 07:47
    Highlight Na da bin ich ja beruhigt...
    Ab wann fühlt sich denn Kim Jong Un bedroht?
    Wenn jemand keinen Notizblock dabei hat, oder nicht fleissig mitschreibt, wenn er etwas sagt?
    7 6 Melden
    • Maett 08.05.2016 08:22
      Highlight @rodolofo: es steht im Artikel: "Nordkorea wird nach den Worten von Staatschef Kim Jong Un Atomwaffen nur dann einsetzen, wenn seine Souveränität durch andere Staaten mit solchen Waffen verletzt werden sollte."

      Die Glaubwürdigkeit einer solchen Aussage ist natürlich ein anderes Thema, aber immerhin hat Nordkorea damit eine offizielle "rote Linie" definiert.
      10 0 Melden
    • rodolofo 08.05.2016 09:07
      Highlight Ja gut, aber muss er das noch extra sagen?
      Das kommt mir vor, wie "Si wäärde mi no kenneleere!"
      Doofes Imponiergehabe eines Militärkopfs.
      Es scheint ihn irgendwie zu wurmen, dass ihn auf der Welt alle, ausser seinen übereifrig klatschenden Untertanen für ein zwar bedrohliches, aber gleichzeitig lächerliches "Monster-Baby" halten.
      Darum sucht er wohl ständig auf sehr unangenehme Weise die Aufmerksamkeit durch die Weltöffentlichkeit.
      2 6 Melden
    • Maett 08.05.2016 09:47
      Highlight @rodolofo: also ich empfinde die geäusserte Bereitschaft, in einem konventionellen Krieg keine Atomwaffen einsetzen zu wollen für bemerkenswert.

      Eigentlich bedeutet das nichts anderes, dass Nordkorea eingesehen hat, dass der aktuelle Weg keine Zukunft hat, in einem kriegerischen Konflikt ohne Überlegenheitswaffen hätte das Land nämlich keine Chance.

      Vermutlich wird das Waffenprogramm noch weiter getrieben, um es irgendwann als Gegenleistung für ein Ende der Sanktionen zur Hand zu haben.
      4 1 Melden
    • rodolofo 08.05.2016 10:20
      Highlight Aber Maett, mal im Ernst,
      wer sollte denn dieses Nordkorea angreifen wollen?
      Da sind eine auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähige Wirtschaft, ein Atomwaffen-Programm mit vermutlich stark verseuchtem Gelände und eine Bevölkerung, die in einer Art Riesen-Sekte aufgewachsen, verängstigt und traumatisiert, einen Riesen-Fall für eine Armee von Psychiatern wäre...
      Ein solches Land will doch niemand, nicht einmal geschenkt!
      4 1 Melden

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