International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
New Zealand's Prime Minister John Key waves to photographers during the APEC (Asia-Pacific Economic Cooperation) Summit in Lima, Peru, November 20, 2016.  REUTERS/Mariana Bazo/File photo

Mehr Zeit mit der Familie: John Key tritt aus privaten Gründen zurück. Bild: © Mariana Bazo / Reuters/REUTERS

Neuseelands Premierminister John Key tritt überraschend zurück

05.12.16, 02:56 05.12.16, 03:38


Neuseelands konservativer Premierminister John Key hat nach acht Jahren im Amt überraschend seinen Rücktritt angekündigt. «Das ist die schwierigste Entscheidung, die ich je getroffen habe, und ich weiss nicht, was ich als nächstes machen werde», sagte Key am Montag.

Er habe nicht wie viele andere Politiker in ähnlichen Positionen den richtigen Zeitpunkt zum Rückzug verpassen wollen.

Zudem wolle er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, sagte der Ex-Banker bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Wellington. Neuseeländischen Medienberichten zufolge hatte seine Frau ihn zum Rücktritt gedrängt.

Seine konservative Nationalpartei werde am 12. Dezember einen neuen Vorsitzenden bestimmen, sagte Key. Noch am selben Tag werde er seinen Rücktritt formal einreichen. Als Nachfolger empfahl der 55-Jährige seinen ein Jahr jüngeren Stellvertreter und Finanzminister Bill English. Er selbst will Abgeordneter bleiben.

«Viele einsame Nächte»

Key hatte seine politische Karriere 2002 begonnen. Vier Jahre später stieg er zum Parteichef auf. Mit seiner Wahl zum Premierminister beendete er 2008 dann die neunjährige Regierungszeit der Labour-Partei im Pazifikstaat mit seinen rund 4.5 Millionen Einwohnern.

Bei der Pressekonferenz gewährte Key ungewöhnlich tiefe Einblicke in sein Privatleben und wirkte sichtlich bewegt. «Für meine Frau Bronagh gab es viele einsame Nächte und Wochenenden, viele für sie bedeutende Anlässe, bei denen ich einfach nicht dabei sein konnte.»

epa05637341 Prime Minister of New Zealand John Key (C) arrives in Lima, Peru, on 18 November 2016, in the framework of the Asia Pacific Economic Cooperation Forum (APEC).  EPA/German Falcon

John Key mit Ehefrau Bronagh. Bild: EPA/EFE

Ihre gemeinsame Tochter Stephie und Sohn Max seien von Teenagern zu jungen Erwachsenen geworden, «während sie mit aussergewöhnlichem Druck klarkommen mussten wegen des Jobs ihres Vaters. Ich danke ihnen für ihre Toleranz - Bronagh und ich sind unheimlich stolz auf beide».

Flaggen-Niederlage

Für den populären Premier endet damit seine dritte Amtszeit vorzeitig. Bei der letzten Wiederwahl im September 2014 erreichte seine Partei sogar die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament.

Der frühere Währungshändler hat den Inselstaat auf soliden Wachstumskurs geführt, leistete sich während seiner Zeit als Regierungschef aber auch wiederholt politische Fehltritte und PR-Pannen.

So liess er Skandalberichte, dass seine Nationale Partei einen konservativen Blogger mit Material für Schmierkampagnen gegen politische Gegner versorgte, an sich abperlen. Auch Vorwürfe des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden zu umfangreichen Überwachungsprogrammen wischte Key erfolgreich vom Tisch.

Seine grösste Niederlage erlitt Key in einem Referendum zur Änderung der neuseeländischen Flagge. Er wollte einen Silberfarn statt des traditionellen Designs mit britischem Union Jack und Kreuz des Südens durchsetzen, um den alten Kolonialzopf abzuschneiden. Der Plan scheiterte jedoch, seine Landsleute lehnten das neue Flaggenmuster im März mit grosser Mehrheit ab. (sda/dpa/afp)

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pana 05.12.2016 04:54
    Highlight Er war ziemlich populär bei Last Week Tonight ;)
    6 0 Melden

«Nicht zielführend»: Nationalrätin fordert Ende der Sanktionen gegen Russland

Die Beziehung zwischen Bern und Moskau verschlechtert sich zunehmend. Jeder vierte russische Diplomat in der Schweiz soll gemäss der SonntagsZeitung ein Agent sein. Ebenfalls wurde bekannt, dass der Bund – als Reaktion auf die Spionageangriffe – einigen russischen Diplomaten die Akkreditierung verweigerte. Der Kreml tat es der Schweiz gleich. Und schliesslich wurde gestern der Schweizer Botschafter in Moskau einbestellt.

Trotz der Spionageaffäre: Elisabeth Schneider-Schneiter, …

Artikel lesen