International

Menschen trauern um die Opfer des Taliban-Überfalls auf eine Schule – die Armeeführung hat derweil mit ersten Hinrichtungen von Dschihadisten begonnen. Bild: NASEER AHMED/REUTERS

Drei Tage nach Massaker an Schulkindern

Zuerst die Trauer, jetzt die Wut: Pakistans Armeechef lässt Islamisten hinrichten

Dutzende Schüler starben bei einem Angriff der Taliban auf eine Schule in Peschawar, daraufhin hat die pakistanische Justiz die Todesstrafe wieder eingeführt. Die ersten beiden Delinquenten wurden nun erhängt.

19.12.14, 20:05 19.12.14, 22:40

Ein Artikel von

Terroristen des Taliban-Netzwerks töteten diese Woche in einem Massaker an einer Schule im pakistanischen Peschawar mehr als 140 Menschen, jetzt reagiert die Justiz des Landes mit Hinrichtungen. Zwei Verurteilte wurden in der Stadt Faisalabad erhängt, wie Mitarbeiter der Gefängnisverwaltung sagten. Eine offizielle Bestätigung gibt es bislang nicht, doch pakistanische Medien berichten übereinstimmend von der Hinrichtung unter Berufung auf pakistanische Behörden.

Armeechef Raheel Sharif hatte am Freitagvormittag angekündigt,die ersten sechs Extremisten hinrichten zu lassen. Bei weiteren 17 zum Tode Verurteilten sei noch kein Hinrichtungsbefehl unterzeichnet worden. Es werde aber erwartet, dass sie in der kommenden Woche gehängt würden.

Buben mit Spielzeugpistolen rufen Slogans gegen die Taliban: Strassenszene nach dem Massaker an Schulkindern. Bild: MOHSIN RAZA/REUTERS

Wiedereinführung der Todesstrafe

Premierminister Nawaz Sharif hatte nach dem Massaker in Peschawar angekündigt, verurteilte Terroristen wieder hinrichten zu lassen. Zuvor galt in Pakistan seit 2008 ein Moratorium für die Todesstrafe. Nach Angaben des Innenministeriums sitzen etwa 8000 Todeskandidaten in pakistanischen Gefängnissen, fast jeder Dritte von ihnen wurde wegen Terrorvorwürfen verurteilt.

Zudem haben pakistanische Sicherheitskräfte in dieser Woche ihre Offensive gegen die radikalislamischen Taliban verstärkt. Dutzende Rebellen wurden in den vergangenen Tagen getötet, wie das Militär mitteilte.

Von dem grausamen Anschlag in Peschawar hatten sich sogar die Taliban in Afghanistan distanziert: Die absichtliche Tötung unschuldiger Kinder und Frauen verstosse gegen die Grundlagen des Islam, erklärte der afghanische Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid. Der «Amoklauf» sei «unislamisch», hiess es.

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sewi 20.12.2014 11:24
    Highlight Bei uns gäbs Therapie...
    2 1 Melden

Polizei findet 16 Kilogramm Sprengstoff in New Yorker Wohnung

Die Polizei in New York hat möglicherweise einen Bombenanschlag verhindert. Beamte nahmen in der Bronx zwei Männer fest, denen Vorbereitungen zum Bombenbau vorgeworfen wird.

Die Polizei habe «vermutlich sehr viele Leben gerettet», sagte Bürgermeister Bill de Blasio auf einer Medienkonferenz mit der Polizei und dem FBI am Donnerstagabend (Ortszeit). Bei einer Durchsuchung der gemeinsamen Wohnung der Zwillingsbrüder seien über 16 Kilogramm Chemikalien gefunden, die für den Bau von …

Artikel lesen