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Russian President Vladimir Putin gestures after speaking to the media after his marathon call-in TV show in Moscow, Russia, on Thursday, April 14, 2016. Russian President Vladimir Putin says the United States must abandon its

Bild: Alexander Zemlianichenko/AP/KEYSTONE

Putin wehrt sich gegen Panama-Papers-Verstrickung und behauptet, die SZ gehöre Goldman Sachs. Die SZ so: Nö.

Die Panama Papers haben die Offshore-Deals enger Putin-Freunde enthüllt. Russlands Präsident bestreitet im Staatsfernsehen jegliche Verwicklung: «Irgendwer von meinen Freunden macht irgendwelche Geschäfte.»



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Show wurde stundenlang live im russischen Staatsfernsehen übertragen: Wladimir Putin stellte sich am Donnerstag den Fragen von russischen Bürgern. Es ging um alle möglichen Themen – von der Aussenpolitik bis zu seinem Verhältnis zu seiner Ex-Frau Ludmila.

Der Kreml-Chef nutzte den Auftritt, um Vorwürfe im Zusammenhang mit den Panama Papers zurückzuweisen. Die Enthüllungen seien eine Provokation. «Wir wissen, dass Mitarbeiter der amerikanischen Institutionen damit zu tun haben», sagte Putin bei der Fragestunde in Moskau.

Nach einjähriger gemeinsamer Recherche hatten Dutzende internationale Medien über gut 200'000 Briefkastenfirmen in Steueroasen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Viele der Offshorefirmen wurden über die Kanzlei Mossack Fonseca in Panama gegründet.

In den Dokumenten tauchen die Namen mehrerer reicher Putin-Freunde auf, darunter auch der Cellist Sergej Roldugin. Über das Netzwerk der Putin-Freunde sollen zwei Milliarden Dollar geflossen sein. Laut «Guardian» untermauern die Papiere den Verdacht, dass Putin über seine Freunde Zugriff auf riesige Vermögen hat. Putins Name fällt in den Papieren jedoch nicht.

«Irgendwer von meinen Freunden macht irgendwelche Geschäfte», kommentierte Putin die Panama Papers. Es tauche die Frage auf, ob Geld aus Offshorefirmen irgendwelchen Beamten oder gar dem Präsidenten gehört. Aber in den Berichten werde niemand konkret beschuldigt. Die Details seien aus der Luft gegriffen, sagte Putin. «Sie führen einfach in die Irre.» Sein Freund Roldugin gebe sein Geld lediglich für kostbare Musikinstrumente aus.

Wem gehört die SZ?

Weiter behauptete Putin in der Fernsehsendung, dass die «Süddeutsche Zeitung», die bei der Berichterstattung an vorderster Front war, dem amerikanischen Finanzdienstleister Goldman Sachs gehöre. «Ich habe meinen Sprecher gefragt, wo die Unterlagen zuerst veröffentlicht wurden. Es ist die Süddeutsche Zeitung, eine Tageszeitung, die Teil einer Medienholding ist, die wiederum dem amerikanischen Unternehmen Goldmann Sachs gehört.» Die SZ reagierte auf Putins Anwürfe umgehend mit einer Stellungnahme und einem Artikel auf ihrer Online-Seite. 

«Die Süddeutsche Zeitung gehört weder direkt noch indirekt zu Goldman Sachs. Die Süddeutsche Zeitung ist eine 100 %-ige Tochtergesellschaft des Süddeutschen Verlags. Dieser wiederum gehört zu 81,25 % der Südwestdeutschen Medienholding und zu 18,75 % einer Münchner Verlegerfamilie.»

SZ-Geschäftsführer Stefan Hilscher

Die vollständige Stellungnahme

Image

bild: screenshot/sz

wst/als/dpa

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    Alle Leser-Kommentare
  • Dä Brändon 14.04.2016 18:58
    Highlight Highlight Stefan Kornelius ist Auslandschef der Süddeutschen Zeitung, sitzt im Beirat bei der deutschen Bundesakademie für Sicherheitspolitik. Er müsste in der Lage sein regierungskritisch zu schreiben berät sie aber lieber. Weiter sitz er bei der Antlantik-Brücke und GMF (The German Marshall Fund of U.S.). Ganz lustg: In den Unternehmensgrundsätzen steht drin das sie das transatlantische Bündniss unterstützen MÜSSEN.
    • Maett 14.04.2016 19:21
      Highlight Highlight @Dä Brändon: auch leitende Angestellte der ZEIT, des ZDF, vom Spiegel (von dem dieser Artikel stammt), sind Mitglieder der Atlantikbrücke: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Mitgliedern_der_Atlantik-Br%C3%BCcke

      Deshalb finde ich es seltsam dass Watson, als journalistisches Medium eines neutralen Landes, Artikel von einer Zeitung übernimmt (in diesem Falle Spiegel), welche in einem Land agiert, welches nun nicht gerade neutrale Medien-Standards pflegt, zumindest nicht was die Russland-Berichterstattung angbelangt.
  • Maett 14.04.2016 18:53
    Highlight Highlight Er hat ja nicht völlig Unrecht, was Goldman Sachs betrifft. Diese sind anscheinend via G.-D. von Holtzbrinck mit einer Beteiligung am süddeutschen Verlag vertreten, dem wiederum die Süddeutsche gehört.
    Und Putin sagte sinngemäss: "Uns ist bekannt, dass sich dort Mitarbeiter offizieller amerikanischer Institutionen befinden."

    Das ist ja nicht per se unvorstellbar, aber für Normalsterbliche wie mich wohl auch nicht beweisbar, da die Süddeutsche eher verschwiegen agiert.

    Nebenbei: der Mann hat fast vier Stunden lang geredet, eine Zusammenfassung wäre doch sicherlich interessant?
    • Maett 14.04.2016 20:23
      Highlight Highlight @Radiochopf: das meine ich ja. Watson hat bisher nur über einen Satz berichtet, das sind sicher keine 20-30%.
  • Dä Brändon 14.04.2016 18:37
    Highlight Highlight Wenn seine Behauptungen so schwachsinnig sind, warum rennen die von SZ alle und rechtfertigen sich? Wenn ich behaupten würde das Angela ein Alien ist, wäre es schon merkwürdig wenn sie tweeten würde "nöö das stimmt nicht (imfall)"!
    • Ruffy 14.04.2016 19:13
      Highlight Highlight Du bist auch nicht der Präsident von Russland, niemand interessiert was du schreibst (nicht falsch verstehen, was ich schreibe interessiert nüchtern betrachtet auch niemanden)
    • Dä Brändon 14.04.2016 19:38
      Highlight Highlight Klar, aber du weisst sicher worauf ich aus bin.
    • Ruffy 14.04.2016 20:06
      Highlight Highlight Nein eigentlich nicht, würde die SZ keine Stellung nehmen, würdest du oder andere sagen sie wollen es unter den Tisch kehren. Und zu deinem Vergleich, richtig wäre, ...wenn Putin behaupten würde das Angela ein Alien ist.. Ich bin mir ziemlich sicher das Kanzleramt würde mitteilen, dass das nicht so ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Homes8 14.04.2016 18:35
    Highlight Highlight Kann mir jemand sagen, wo die öffentlich zugänglichen Register über Aktienbesitzer sind?
    • demokrit 14.04.2016 21:24
      Highlight Highlight Ich nehme an, die Holding hat, wie jedes Unternehmen dieser Grösse, einen Geschäftsbericht in welchem die Hauptaktionäre gelistet sind.
  • cassio77 14.04.2016 18:24
    Highlight Highlight Schäfer's tweet deutet jedoch darauf hin, dass Putin allenfalls doch recht hat, was mir persönlich egal ist. Die Besitz- und Finanzierungsverhältnisse der Südwestdeutschen Medienholding wurde aber nicht abschliessend beantwortet, seltsam.
  • pamayer 14.04.2016 16:55
    Highlight Highlight entwicklungspsychologisch wohl im trotzalter. und realpolitisch wohl in der ich-habe-eine-blütenweisse-weste stadium.
    • Maett 14.04.2016 19:27
      Highlight Highlight @pemayer: eher umgekehrt.

      Putin ist einer der intelligentesten Politikern Europas, ev. sogar der intelligenteste Präsident eines europäischen Landes.

      Hingegen ist seine Weste wohl ziemlich ... blutig? Schwarz? Durchtränkt vor Skrupellosigkeit?
      Natürlich nur Annahmen, ich weiss es nicht. Aber durchaus plausibel, da a) jede Weste eines Präsidenten einer Grossmacht blutig ist und b) Russland vermutlich tatsächlich nur auf diese Weise regiert werden kann. Er schafft es immerhin, das Land als Ganzes zu führen, was dort nicht einfach wäre, würde man eine westlich angehauchte Politik verfolgen.

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