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 Papst Franziskus auf seiner wöchentlichen Generalaudienz: Die Annahme eines Propagandaplakates hat ihm harsche Kritik eingetragen. Bild: AP/ANSA

Papst Franziskus mischt sich in die Debatte über die Falklandinseln ein – wenn auch unfreiwillig

Auf seiner wöchentlichen Generalaudienz im Vatikan ist dem Papst ein kleines Missgeschick passiert: Er nahm ein Plakat an, das zur Debatte über die Falklandinseln aufruft. Dabei will er sich eigentlich aus dem Konflikt heraushalten.

20.08.15, 11:31


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Die Auftritte des Papstes sind normalerweise sorgfältig geplant. Jetzt ist Franziskus während einer Audienz im Vatikan dennoch in ein Fettnäpfchen getreten. Bilder zeigen ihn mit einem Propagandaplakat, das zu einem «Dialog» über die Falklandinseln aufruft.

Das könnte zu Verärgerung führen – sowohl auf Seiten Grossbritanniens, als auch bei den Bewohnern der Falklandinseln. Denn: Die 400 Kilometer östlich von Südargentinien gelegenen Inseln befinden sich seit 1833 unter britischer Kontrolle, die Regierung in Buenos Aires beansprucht sie aber seit Langem für sich. 1982 liessen im Krieg der beiden Länder um die Inseln mehr als 900 Soldaten ihr Leben.

2013 hatten sich die etwa 3000 Bewohner in einer Volksabstimmung mit überwältigender Mehrheit für einen Verbleib in Grossbritannien ausgesprochen. Argentinien erkennt das Referendum aber nicht an. Erst im Juni war es beim EU-Lateinamerika-Gipfel in Brüssel zwischen Grossbritannien und Argentinien erneut zum Streit um die Falklandinseln gekommen.

Die Angelegenheit ist besonders heikel, da Franziskus selbst aus Argentinien stammt. Der Pontifex hatte allerdings kürzlich verkündet, sich nicht in den Streit um die Falklandinseln einmischen zu wollen. Nun geriet er doch zwischen die Fronten: Ein Aktivist der Gruppe «Dialogue for Malvinas» (deutsch: Dialog über die Falklandinseln) drückte ihm bei seiner wöchentlichen Audienz im Vatikan ein Plakat in die Hand, auf dem stand: «Es ist an der Zeit, dass Argentinien und Grossbritannien über die Falklandinseln sprechen.» Der Papst hielt es lange genug in den Händen, um von Fotografen abgelichtet zu werden – ein politisches Statement?

Auch die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner verbreitete einige Fotos auf Twitter. 2013 hatte sie den Papst dazu aufgefordert, in den Disput einzugreifen.

Nach dem Fauxpas sagte ein Vatikan-Sprecher, die Einstellung des Papstes bezüglich der Falklandinseln habe sich nicht geändert. «Der Papst will sich nicht an der Debatte beteiligen.» Während seiner Audienzen begrüsse Franziskus sehr viele Menschen, von denen er viele Geschenke erhalte. «Etwas in der Hand zu halten, heisst nicht, dass er diesen Standpunkt auch teilt.» (kev/kry)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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