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Flüchtlingskrise: Papst spricht von «arabischer Invasion» in Europa

Franziskus hat laut einem Zeitungsbericht die Migration aus dem Nahen Osten als «arabische Invasion» bezeichnet. Der Ausdruck klingt harsch – war aber offenbar anders gemeint.



Ein Artikel von

Spiegel Online
Pope Francis delivers his message  during his weekly general audience in St. Peter's Square at the Vatican, Wednesday, March 2, 2016. (AP Photo/Alessandra Tarantino)

Soziale Tatsache: Der Papst polarisiert.
Bild: Alessandra Tarantino/AP/KEYSTONE

Mit ungewöhnlich deutlichen Worten hat sich Papst Franziskus zur Flüchtlingskrise in Europa geäussert. «Wir können heute von einer arabischen Invasion sprechen», sagte er vor einigen Tagen laut der aktuellen Ausgabe der Vatikan-Zeitung «Osservatore Romano». Er fügte hinzu: «Das ist eine soziale Tatsache.»

Die Äusserungen des Papstes fielen dem Bericht zufolge bereits am Dienstag bei einem Treffen mit Mitgliedern der französischen Sozialbewegung Poissons Roses in der päpstlichen Residenz Santa Marta. Demnach fügte er umgehend an: «Wie viele Invasionen hat Europa im Laufe seiner Geschichte schon kennengelernt! Aber es hat immer gewusst, sich selbst zu übertreffen, weiterzumachen und sich dann selbst am Austausch zwischen den Kulturen wachsen zu sehen.»

«Wir können die humanitäre Krise nicht leugnen»

Mit Blick auf die derzeitige Krise der Europäischen Union forderte Franziskus neuen Schwung auf dem Weg zur Einheit des Kontinents. Europa dürfe sich nationale Egoismen, politische Spielchen und kleine Kuhhandel nicht leisten. «Sicherlich, es ist nötig, sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen, aber nur wenn man sich darüber im Klaren ist, dass man etwas verlieren muss, damit alle gewinnen können.»

Da die Geburtenrate in Ländern wie Spanien und Italien gegen null tendiere, müsse der Kontinent stärker auf die Förderung von Familien setzen. Zudem sei ein Bewusstsein für die eigenen kulturellen Wurzeln wichtig, so Franziskus. Derzeit fehle es an Leitfiguren wie den Gründervätern der frühen europäischen Einigungsbewegung, Robert Schuman und Konrad Adenauer.

Zuletzt hatte der Papst bei einem Besuch an der stark gesicherten Grenze zwischen Mexiko und den USA die «menschliche Tragödie» der Zwangsmigration beklagt. «Wir können die humanitäre Krise nicht leugnen», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche – und kritisierte die «schrecklichen Ungerechtigkeiten», die viele Migranten aus Lateinamerika in der Region erleiden müssten.

Video von wütendem Papst: Heiliger Vater!

mxw

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