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Franziskus über falsche Freunde: Der Papst fühlt sich benutzt

«Noch nie hatte ich so viele angebliche Freunde wie jetzt»: Papst Franziskus klagt über Menschen, die sich an ihn heranwanzen, um von seiner Aura zu profitieren.

15.09.15, 07:55

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Nur selten gewährt Papst Franziskus weltlichen Medien Interviews. Und noch seltener spricht er dabei über Dinge, die ihn als Privatmenschen bewegen und erzürnen. Insofern sind die Aussagen bemerkenswert, die er jetzt in einem Telefoninterview mit dem argentinischen Radiojournalisten Marcelo Gallardo machte.

Papst Franziskus: «So etwas schmerzt mich.» 
Bild: EPA/ANSA

Der Papst sagte, er fühle sich seit seiner Wahl im März 2013 von sogenannten Freunden benutzt. «Noch nie hatte ich so viele angebliche Freunde wie jetzt. Jeder ist der Freund des Papstes», sagte Franziskus, der aus Argentinien stammt und mit dem Journalisten Gallardo seit Jahren eine echte Freundschaft pflegt. Das schreibt der britische Guardian.

Viele der vorgeblichen Freunde habe er nicht öfter als ein- oder zweimal gesehen. «Sie machen das zu ihrem eigenen Vorteil», sagte Franziskus. «Freundschaft unter dem Gesichtspunkt der Nützlichkeit – lass uns sehen, welchen Vorteil ich bekomme, wenn ich nah an dieser Person bin – so etwas schmerzt mich.» Freundschaft sei «heilig». In der Bibel heisse es, man habe ein oder zwei Freunde.

Der 78-Jährige sprach auch über den Missbrauch der Schöpfung – und geisselte das Verhalten profitgieriger Menschen als Ausbeutung. «Manchmal behandeln wir die Schöpfung wie unseren schlimmsten Feind. Denken Sie an Abholzung, Missbrauch von Wasser, an Methoden Mineralien zu gewinnen, indem man Arsen und Cyanid verwendet, was Menschen krank macht.»

Franziskus reist am 22. September zu einem ersten offiziellen Besuch in den USA. In New York und Philadelphia werden zu seiner Ehre Grossstars der US-Musikszene auftreten, etwa Aretha Franklin, Jennifer Hudson und Gloria Estefan. Überschattet wird der Besuch im Vorfeld offenbar ernstzunehmende Drohungen gegen das Kirchenoberhaupt.

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sms/AP

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