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Singer Whitney Houston, right, sings with her daughter Bobbi Kristina Brown during a performance for 'Good Morning America' in Central Park on Tuesday, Sept. 1, 2009 in New York. (AP Photo/Evan Agostini)

2009 traten Bobbi Kristina und Whitney Houston zusammen im Central Park auf. Bild: AP AGOEV

Das kurze Leben der kleinen Taube: Whitney Houstons Tochter Bobbi Kristina ist tot

Es ist vorbei: Nach einem halben Jahr im Koma ist Bobbi Kristina Brown jetzt mit 22 Jahren in einem Hospiz gestorben.

Jetzt ist die Tochter tot. Die Tochter von Whitney Houston. Die glaubte, «die Fackel der Mutter weiterzutragen». Bobbi Kristina Brown. Die sich sicher war, eine ebenso grosse Stimme wie ihre Mutter zu haben, was ihr tragischerweise aber niemand bestätigte. Die Tochter, die ihre Mutter über alles geliebt hatte, und von dieser geradezu besessen wiedergeliebt worden war. 

Es gab keinen Award-Auftritt, kein Konzert, bei dem Whitney Houston nicht für Bobbi Kristina sang oder sie auf die Bühne holte (zum ersten Mal mit zwei Jahren). Sie sollen sich auch – aber das ist wahrscheinlich, hoffentlich eine Legende – einen Drogendealer geteilt haben, einen gewissen «Jay». Am meisten liebte Bobbi Kristina ihre Mutter jedoch nicht etwa zuhause, sondern auf der Bühne, dort eben, wo die Mutter nicht Mom, sondern Whitney Houston war, wo sie glücklich war und ein Weltstar.

ANAHEIM, CA - AUGUST 07:  In this handout image provided by Disney Parks, Whitney Houston, Bobby Brown and their daughter Bobbi Kristina are greeted by Mickey Mouse and Minnie Mouse for the premiere of

Familienausflug: Vater Bobby, Tochter Bobbi, Mutter Whitney. Bild: Getty Images North America

Das Zuhause von Bobbi Kristina muss man sich wohl grausam, grosszügig und total vertrasht vorstellen. Da war der Vater, Bobby Brown, der die Mutter verprügelte und in die Drogenabhängigkeit trieb und selbst ein narzisstisches Arschloch war, das seine berühmte Frau und die kleine Tochter in der Reality-TV-Show «Being Bobby Brown» verheizte. Und da war die Mutter, die Bobbis besten Freund, den verwahrlosten, zwölfjährigen Nick Gordon, ins Haus holte. Sie adoptierte ihn zwar nicht, wurde ihm aber die perfekte Ersatzmutter. Und dann war sie tot. Mit 48 am 11. Februar 2012 in der Badewanne ertrunken. Herzversagen und zuviel Kokain.

«Das Licht geht an und ab, und ich sage: Mom, was tust du! Und dann setz ich mich hin, und wir lachen zusammen.»

Nick und die drei Jahre jüngere Bobbi liebten sich schon damals. Wenige Monate nach Whitney Houstons Tod verlobten sie sich und schockierten ihre Familien und Amerika. Obwohl ihre Beziehung rein gar nichts mit Inzest zu tun hatte. Es war die Beziehung von zwei unglücklichen Kindern, die ihr Idol und ihre Mutterfigur verloren hatten und sich verzweifelt aneinander klammerten. Laut Bobbi Kristina heirateten die beiden am 9. Januar 2014, ihr Vater bestreitet dies bis heute. 

epa04014367 (FILE) The file picture dated 16 August 2012 shows former US musician and actress Bobbi Kristina Brown (L) and her foster-brother Nick Gordon (R) arriving for the world premiere of 'Sparkle' at Grauman's Chinese Theatre in Hollywood, California, USA. According to media reports on 10 January 2014, the 20-year-old daughter of late Whitney Houston announced on Twitter on 09 January that she is 'happily married' to Nick Gordon.  EPA/PAUL BUCK

Bobbi Kristina und ihr Freund/Bruder/Mann Nick Gordon. Bild: EPA

Verliebte Weihnachtsgrüsse

Bobbi und Nick liessen sich die Initialen der Verstorbenen auf ihr rechtes Handgelenk tätowieren. «W. H.», flankiert von zwei kleinen Kreuzen, umflattert von vier winzigen Tauben. «Die Tauben sind Nick, ich, meine Mutter und ihr Vater», sagte Bobbi. Neben Nick liebte sie Pommes Frites mit Knoblauch, Sushi, Fitness, Jake Gyllenhaal und Gott.

Bereits wenige Wochen nach Whitney Houstons Tod begannen die Hinterbliebenen mit dem Dreh einer neuen Reality Soap: «The Houstons – On Our Own». Vierzehn (enorm schlecht gesehene) Episoden lang sah man da vor allem Bobbi Kristina um ihre Mutter trauern. Und wie sie sich einbildete, ein Stars zu sein. Und wie ihre Familie den allerkleinsten Alkoholkonsum der damals Neunzehnjährigen zum Skandal hochstilisierte. 

«Daughter of Queen WH»

Bobbi Kristina erzählte Oprah Winfrey, wie sie jede Nacht um 5 Uhr erwachen würde, um für ihre Mutter zu beten. Und wie ihre Mutter sie heimsuchte: «Das Licht geht an und ab, und ich sage: Mom, was tust du! Und dann setz ich mich hin, und wir lachen zusammen.» Auf Twitter nannte sich Bobbi «Daughter of Queen WH».

Leb wohl, Bobbi Kristina

Mehrere Rehabs wurden Bobbi Kristina nachgesagt (und nie bestätigt), aber tatsächlich hat sie einmal ihre Mutter mit einem Messer angegriffen und danach versucht, sich selbst die Pulsadern durchzuschneiden. 

Die Unfallverursacherin

Vier Tage, bevor Nick Gordon sie am 31. Januar mit dem Gesicht nach unten in der Badewanne fand, verlor sie die Kontrolle über ihren Jeep und raste in eine anderes Auto. Dessen Airbag nicht funktionierte. Der Fahrer, der 41-jährige Russell Eckerman blutete aus Mund und Ohren und wurde schwer verletzt ins Spital eingeliefert. Bobbi Kristina blieb am Unfallort und stellte sich der Polizei. Unanständig war sie nicht. Aber unglücklich. 

Bobbi Kristinas letzter Tweet

Am 26. Juli  2015 ist sie nun mit 22 Jahren verstorben. An ihrem 30. Geburtstag hätte sie als Alleinerbin uneingeschränkten Zugang zu Whitney Houstons Vermögen in der Höhe von 115 Millionen Dollar erhalten. Es hätte sie auch nicht glücklicher gemacht. 

Ob das Geld jetzt alles an Nick Gordon gehen könnte, ist nicht bekannt. Die Familie bekämpft ihn mit allen Mitteln, behauptet, er habe Bobbi Kristina bestohlen, misshandelt, und – mit Todesfolge – verprügelt. Gegen ihn wird nun wegen Mordes ermittelt, und die Familie fordert 40 Millionen Dollar Schadensersatz. Die Ausweitung der Kampfzone nimmt ihren Lauf. Ein Glück, dass Bobbi Kristina jetzt davon erlöst wurde.



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    Alle Leser-Kommentare
  • Ms. Song 27.07.2015 10:40
    Highlight Highlight Man macht es sich sehr einfach, wenn man behauptet der böse Ehemann hätte WH in die Drogen getrieben. Sie war eine erwachsene Frau und hat selbst entschiedene, dass sie Drogen nehmen möchte. Genau so, wie sie sich für diesen Mann entschieden hat und jeden Tag aufs neue bei ihm geblieben ist. Wieso stellt man Frauen immer als arme Opfer und die Männer als böse Täter dar? Die Eltern waren Junkies tragen beide die Schuld an der Tragödie um dieses Mädchen. WH vielleicht noch mehr, denn eine Mutter schützt ihr Kind und betäubt sich nicht einfach mit Drogen und überlässt es den Umständen.
    • scriptCH 27.07.2015 11:03
      Highlight Highlight Sehr gut geschrieben sehe ich genau so!!
    • 1337pavian 27.07.2015 16:35
      Highlight Highlight Wer den Schaden hat...

      "Ein Glück, dass Bobbi Kristina jetzt davon erlöst wurde."

      Inakzeptabler Zynismus.

      Und die armen Männer! ; ) Top, Leute. Danke! xD

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