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Diesen Weg nimmt der Student Jonathan Davey jede Woche auf sich.
screenshot: google maps

Weil die Wohnungen in London zu teuer sind, pendelt dieser Student von Polen aus an die Uni

Jonathan Davey ist von England nach Danzig in den Norden Polens gezogen, weil es günstiger ist. Nun fliegt er jede Woche an seine Vorlesungen in die britische Hauptstadt.

28.09.15, 14:28 28.09.15, 17:47

«Es ist schwer zu glauben, dass es günstiger ist, über 1500 Kilometer zu pendeln, als direkt um die Ecke zu wohnen», sagt Jonathan Davey gegenüber der englischen Zeitung «Mirror». Doch ein Zimmer in der Nähe der «University of London» hätte Davey über 1300 Franken gekostet, also hat sich der Freigeist anderweitig umgeschaut. 

Das ist der verrückte Pendler, Jonathan Davey:

bild: facebook / jonathan davey

Stundenlang suchte er nach Verbindungen zwischen London und günstigen osteuropäischen Städten und wurde mit Danzig, einer Hafenstadt im Norden Polens, fündig. Kurzerhand buchte er alle Flüge und Bustransfers für ein Jahr im Voraus und zahlt – inklusive der Übernachtungen in günstigen Hostels in Polen – 3100 Franken im Jahr! 

Was für viele Schweizer der Bahnhof ist, ist für Davey der Flughafen.

Bild: Getty Images Europe

Nun verlässt der Anthropologie-Student jeweils am Mittwochmorgen um sechs Uhr sein «Zuhause» in Polen und fliegt an die Uni. Dank der Zeitverschiebung ist er pünktlich auf die um zehn Uhr beginnende Vorlesung im Hörsaal. Bis am Freitag übernachtet er in billigen Hostels oder auf Sofas von Freunden und fliegt anschliessend mit seinem Handgepäck zurück nach Danzig, von dessen Menschen und Lebensqualität der Student schwärmt. Auch das viele Reisen stört ihn nicht: «Durch das Hin- und Herfliegen fühlt sich das Leben ein bisschen wie permanente Ferien an.» Dass es noch extremer geht, zeigt Sam Cockney: Er fliegt täglich von Barcelona nach London und zurück.

Daveys bizarre Wohnsituation widerspiegelt die grosse Wohnungsnot, mit der sich Hunderttausende diese Woche beginnender Studenten konfrontiert sehen. Die Hälfte hat Mühe, die krass steigenden Mieten begleichen zu können. Gemäss Unipol, einer Vereinigung für Wohnraum für Studenten, stieg allein zwischen 2010 und 2013 die Miete für Studenten um 25 Prozentpunkte, währen die allgemeine Mietteuerung in diesem Zeitraum «nur» 13 Prozentpunkte betrug. 

(lae via metro)

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    Alle Leser-Kommentare
  • el_chef 28.09.2015 17:36
    Highlight wenn man bedenkt wie viel treibstoff so ein flugzeug verbratet ist es ein bisschen fraglich, dass er nicht einfach 1h ausserhalb londons wohnt und mit dem zug pendelt...
    23 10 Melden
  • Gelöschter Benutzer 28.09.2015 14:43
    Highlight Erinnert mich Stark an den Typen der in London Arbeitet und in Spanien wohnt und jeden Tag mit dem Flugzeug pendelt..
    29 4 Melden
    • Thanatos 28.09.2015 19:55
      Highlight Lies mal den letzten Satz vom zweitletzten Absatz ;)
      9 1 Melden
  • Petrarca 28.09.2015 14:41
    Highlight "... ein Zimmer in der Nähe der «University of London» hätte Davey über 1300 Franken gekostet." Ich weiss ja nicht, aber ich hätte jetzt behauptet, dass innerhalb von 2 Std Reisezeit rund um London halbwegs zahlbare Wohnungen vorhanden sind. Der ökologische Fussabdruck wäre dann aber um einiges geringer. Komische Logik...
    81 7 Melden
    • EvilBetty 28.09.2015 15:56
      Highlight damit würde man aber nicht «in die Medien» kommen. Simple as that.
      58 1 Melden
    • Lirux 28.09.2015 19:27
      Highlight Er will wahrscheinlich nur auf die steigenden Mietkosten aufmerksam machen. Natürlich macht das keinen Sinn was er macht. Er hätte nämlich auch eine WG gründen können.
      7 3 Melden
    • Donaldo Perez 28.09.2015 19:50
      Highlight Ich denke sein primäres Ziel war nicht "in die Medien" zu kommen um seine Person abzufeiern, sondern eher um aufzuzeigen wie krank und kaputt der kapitalistische Wohnungsmarkt in London ist.
      13 1 Melden

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