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Sah den Teufel nicht nur im Detail: Pater Gabriele Amorth. Bild: AP/ANSA

Yoga, Harry Potter, Hitler: Für Pater Gabriele alles Teufelszeug. Jetzt ist Roms Chef-Exorzist gestorben

Er wetterte gegen den «IS», Harry Potter oder Homosexuelle: Pater Gabriele Amorth sah den Teufel vielerorts im Spiel. Nun ist der berühmte wie umstrittene Exorzist der katholischen Kirche gestorben.

17.09.16, 20:23 18.09.16, 10:34


Amorth sei im Alter von 91 Jahren gestorben, meldete Radio Vatikan am Samstag. Nach Angaben seines Verlages erlag er am Freitag in einer Klinik in Rom einem Lungenleiden.

Der aus dem norditalienischen Modena stammende Amorth war als langjähriger Chef-Exorzist der Diözese Rom international bekannt geworden. Zuletzt hatte er erklärt, die Terroristen des «Islamischen Staates» (IS) seien vom Teufel besessen.

«Der Exorzist»

Ganz so nervenaufreibend war die Arbeit von Gabriele Amorth vermutlich nicht – Szene aus «Der Exorzist». bild: giphy

bild: pd

«Der ‹IS› ist Satan», schrieb er 2015 auf seiner Facebook-Seite «L'ultimo esorcista» (Der letzte Exorzist). Dies gelte auch für Hitler und Stalin, hatte er 2006 in einem Interview mit Radio Vatikan gesagt.

«Die Menschen glauben, es ist nur ein Kinderbuch, aber es führt zur Zauberei und damit zum Bösen.»

Amorths Meinung zu Harry Potter

Harry Potter führt zum Bösen

Amorth, der im Zweiten Weltkrieg im Widerstand gegen die Faschisten kämpfte und 1951 Priester wurde, machte häufig Schlagzeilen mit kontroversen Äusserungen. So verurteilte er auch Yoga, das Fernsehen oder die Harry-Potter-Saga als Teufelszeug.

bild: giphy

«Die Menschen glauben, es ist nur ein Kinderbuch, aber es führt zur Zauberei und damit zum Bösen», kritisierte er die Romanserie von J.K. Rowling. Über Homosexuelle sagte er: «Wer Dinge tut, die den Gesetzen Gottes widersprechen, ist nicht unbedingt besessen, wird aber vom Teufel geleitet.»

Ein vom Teufel geleiteter Teilnehmer einer Gay-Parade. bild: wikicommons

Tausende Exorzismen

In seiner Laufbahn nahm der studierte Jurist seit Mitte der 1980er Jahre nach eigenen Angaben rund 70'000 Exorzismen vor. Zur Teufelsaustreibung gehören das Besprengen mit Weihwasser, die Anrufung Gottes und das Handauflegen.

Auch mit 90 Jahren war Amorth noch aktiv. Im strikten Sinn vom Teufel besessen seien aber nur rund 100 Menschen gewesen, räumte Amorth ein. 1990 gründete er die Internationale Vereinigung der Exorzisten, der er bis zum Jahr 2000 auch vorstand. Sie wurde 2014 vom Vatikan offiziell anerkannt.

Teufelsaustreibungen seien heute weiter nötig, meinte Amorth im Juni in einem seiner letzten Interviews: In der Welt gebe es eine riesige Anzahl von Dämonen. «Sie hassen Gott und das Gute und wollen den Menschen zur Sünde verführen und in die Hölle zerren.» (wst/sda/dpa)

Apropos Teufelsaustreibung: Genau darum gehts in der TV-Serie «Outcast»

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Oxymora 19.09.2016 22:27
    Highlight 70'000 Exorzismen/30J/52W/50h pro W ohne Ferien = Alle 66.6 Minuten einen Satan abgetrieben. Hierbei handelt es sich ganz eindeutig um einen Exorzismus-Burnout mit Todesfolge. Nun die Schweiz kann der rkK helfen weitere Burnouts zu vermeiden.
    1. Taufen künftig staatlich überwachen; erspart spätere Exorzismen: Wurde das Baby einwandfrei von der satanischen Erbsünde befreit?
    2.Universitäten müssen unbedingt eine Exorzisten-Ausbildung anbieten.
    3. Zusätzliche Exorzisten-Stellen für Rom sponsern. (z.B. Ungläubigensteuer für juristische Personen um lächerliche 0.5% anheben und schon finanziert)
    1 1 Melden
  • dääd 18.09.2016 22:09
    Highlight V.a. wurde die internationale Vereinigung der Exorzisten 2014 vom Vatikan anerkannt. Die Menschenrechte anerkennt der Vatikan nach wie vor nicht, wie in vielen Quellen nachzulesen ist (z.B. deutschlandfunk.de vom 9.1.15).
    3 2 Melden
  • chrisdea 18.09.2016 02:05
    Highlight Es entbehrt doch nicht einer gewissen Ironie dass sein Nachname ein ziemlich cooler Name für eine Black Metal Band aus Finnland sein könnte... ;-)
    31 1 Melden
    • chirschi 20.09.2016 17:05
      Highlight Genau mein Gedanke!
      0 1 Melden
  • Spooky 17.09.2016 23:41
    Highlight Wahrscheinlich ist der gute Pater Gabriele jetzt in der Hölle und dabei, dem Luzifer den Teufel auszutreiben ;-))
    23 4 Melden
  • Typu 17.09.2016 22:35
    Highlight Lustig, mitten im artikel kommt ne world of warcraft werbung.
    33 3 Melden

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