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FILE - In this June 13, 2011, file photo, Denmark's Prince Henrik, right, waves as he drives a Tesla Roadster at the electric car maker's headquarters in Palo Alto, Calif. Denmark's royal palace says the 83-year-old Prince Henrik, has been transferred from a Copenhagen hospital to the family's residence north of the capital

Der 83-jährige Prinz Henrik ist gestorben.  Bild: AP/AP

Prinz Henrik von Dänemark ist tot



Prinz Henrik, der Mann der dänischen Königin Margrethe, ist tot. Der 83-Jährige ist am späten Dienstagabend auf Schloss Fredensborg nördlich von Kopenhagen gestorben. Eine Würdigung.

14.02.18, 05:59 14.02.18, 06:16

Der dänische Prinz Henrik konnte seine französische Herkunft nie leugnen. Tennis statt Fussball, Wein statt Bier. Die Dänen machten es ihm nicht leicht – und schlossen ihn dann doch ins Herz.

Die Dänen und Prinz Henrik, das war keine Liebe auf den ersten Blick. Der Gemahl von Königin Margrethe II. war eben kein kühler Skandinavier, sondern ein französischer Lebemann, liebte das Savoir-Vivre, gutes Essen und Wein. Mit Genuss liessen sich die Medien im Norden deshalb jahrzehntelang über den Prinzen aus dem Süden aus: Holpriges Dänisch, Liebesgedichte über einen Dackel und angeblich eigentlich schwul. «Er wurde wirklich gemobbt wie kein anderer», gab der frühere Hof-Reporter Bodil Cath einmal zu.

Prinz Henrik jedoch liess sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Und das imponierte den Dänen schliesslich doch – so sehr, dass sie ihn zuletzt richtig ins Herz schlossen. Nun ist Prinz Henrik, der wohl französischste Däne, am Dienstagabend im Alter von 83 Jahren gestorben, wie das Königshaus mitteilte.

Graf Henri Marie Jean André de Laborde de Monpezat tritt 1967 in das Leben der Dänen. Die Hochzeit mit der damaligen Kronprinzessin Margrethe macht ihn zu Prinz Henrik. Er tauscht die Weinhänge seiner Heimat gegen den raueren Norden. «Der Start war ziemlich schwierig», gab er einmal in einem Interview zu. «Denn es ging ja nicht nur um den Wechsel von einem Land ins andere. Sondern auch um den Wechsel der Religion, des Namens, der Sprache, der Art zu denken, des Klimas. Das alles änderte sich, und zwar für immer.»

Plötzlich heisst Henri Henrik

Plötzlich heisst Henri Henrik – zumindest öffentlich. Ob auch Königin Margrethe ihn so nannte, ist nicht bekannt. In London lernen sich die beiden kennen, wo Henri als Diplomat für die Botschaft arbeitet. Zuvor studiert er Jura und Staatslehre in Paris und lernt sowohl Chinesisch als auch Vietnamesisch. Nach Vietnam, wo er die ersten fünf Jahre seines Lebens verbrachte, zieht es ihn immer wieder zurück.

Henrik ist Künstler, Weinliebhaber und Dichter. Zusammen mit seiner ebenfalls sprachgewandten Frau übersetzt er «Alle Menschen sind sterblich» von Simone de Beauvoir ins Dänische. Später veröffentlicht er mehrere Bände mit Gedichten auf Französisch, illustriert mit Aquarellen von Königin Margrethe.

Mit Savoir-Vivre allein ist Henrik jedoch nicht zufrieden. Mehrmals beklagt er sich bitterlich, dass ihm der Königstitel versagt bleibt. 2016 geht er in den Ruhestand und legt dabei auch den Titel «Prinzgemahl» ab. Ein Jahr später gerät er in die Schlagzeilen, weil er sagt, er wolle ohne den Titel «Königsgemahl» nicht neben der Königin bestattet werden.

Er litt an Demenz

Später wird klar: Zu diesem Zeitpunkt leidet Henrik bereits unter Demenz. Das Königshaus macht die Erkrankung wenige Wochen später publik. Henrik zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück, tauscht den ungemütlichen dänischen Winter gegen das warme Ägypten. Ausgerechnet hier zieht er sich zu Jahresbeginn eine Lungenentzündung zu. Später finden die Ärzte in seinem linken Lungenflügel einen gutartigen Tumor. Die Untersuchungen und Krankenhausaufenthalte schwächen den Prinzen.

Als das Königshaus mitteilt, es gehe ihm schlecht, und Kronprinz Frederik von den Olympischen Spielen nach Hause eilt, leiden die Dänen mit. Denn der Prinz ist inzwischen ja einer von ihnen. Dass er in seiner Hochzeitsrede in kaum verständlichem Dänisch klarmachte, dass er Tennis lieber mag als Fussball und Wein lieber als Bier, haben sie ihm längst verziehen. (sda/dpa)

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