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Bild: MURAD SEZER/REUTERS

NATO startet Militärübung im Schwarzen Meer – in Sichtweite von russischen Armee-Einheiten

Die NATO beginnt ein Manöver im Schwarzen Meer, in der Nähe wurden auch russische Flugzeuge und Schiffe gesichtet. An der Übung des westlichen Bündnisses nimmt ein Marinetanker aus Kiel teil.

09.03.15, 08:09

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Geübt wird die Abwehr von U-Boot-Attacken und Luftangriffen: Die NATO hat im Schwarzen Meer ein Militärmanöver gestartet, in der Nähe wurden nach Angaben des westlichen Bündnisses auch russische Schiffe und Flugzeuge gesichtet. Diese hätten allerdings «alle internationalen Regeln» eingehalten, sagte US-Konteradmiral Brad Williamson laut der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA: «Sie befolgen ihre Pläne, wir unsere», sagte der Chef des Manövers.

Die NATO-Übung sei bereits im vergangenen Jahr geplant worden, sagte Williamson an Bord des US-Kreuzers «Vicksburg» im bulgarischen Schwarzmeer-Hafen Warna. An dem Manöver unter Führung der «Vicksburg» beteiligt sich nach Angaben der NATO auch der in Kiel stationierte deutsche Marinetanker «Spessart».

Zu der Militärübung vor der bulgarischen Schwarzmeerküste haben auch die NATO-Staaten Rumänien, Italien, Bulgarien und die Türkei eigene Schiffe geschickt. Der NATO zufolge nehmen neben der «Vicksburg» auch die «HMCS Fredericton», die «TCG Turgutreis», die «ITS Aliseo» und die «ROS Regina Maria» daran teil.

Russische Übungen mit 2000 Soldaten

Russland hatte in der vergangenen Woche angekündigt, bis zum 10. April Flugabwehrübungen unter Beteiligung von etwa 2000 Soldaten abzuhalten. Die Gefechtsübungen seien vor allem im Süden Russlands sowie im Nordkaukasus-Distrikt geplant. Eingebunden sind laut Ministerium neben der vor einem Jahr annektierten Halbinsel Krim auch Militärstützpunkte in Armenien und Georgien.

Die Übungen Russlands und der NATO kommen zu einem symbolträchtigen Zeitpunkt: Vor einem Jahr hatte Russland die Schwarzmeer-Halbinsel Krim annektiert, der Ukraine-Konflikt weitete sich in der Folgezeit zu einer militärischen Krise mit bislang mehr als 6000 Todesopfern aus. Seit Februar gilt im seit Monaten umkämpften Donbass eine Waffenruhe, die sich bislang jedoch als äusserst brüchig erwiesen hat.

Russland wertet Besuche von NATO-Schiffen im Schwarzen Meer seit der Krim-Annexion vor einem Jahr zunehmend als Provokation. Moskau protestiert zudem auch gegen die Pläne der USA, 300 Militärausbilder in die Westukraine zu schicken. Die militärischen Drohgebärden des Westens und die in den USA diskutierten Waffenlieferungen für die Ukraine seien eine Gefahr für den Friedensprozess, warnte der Kreml.

Immer wieder hielten die NATO und Russland in der Vergangenheit Militärübungen ab. Jüngst war bekannt geworden, dass eine Passagiermaschine im Februar nahe der irischen Küste einem russischen Bomber ausweichen musste. Der Start eines anderen Flugzeugs in Dublin musste daraufhin verschoben werden.

Zusammengefasst: Die NATO übt vor der bulgarischen Schwarzmeer-Küste die Abwehr von U-Boot-Attacken und Luftangriffen – unter anderem mit Beteiligung des deutschen Marinetankers «Spessart». In der Region wurden offenbar auch russische Flugzeuge und Schiffe gesichtet – der Kreml hat eigene Militärübungen mit 2000 Soldaten angekündigt. (mxw/dpa)



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