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99 Prozent ausgezählt + Putin mit 76,7 Prozent wiedergewählt + 3000 Manipulationsversuche 



Russlands Staatschef Wladimir Putin hat die Präsidentenwahl mit rund 76,7 Prozent der Wählerstimmen gewonnen. Das teilte die Wahlkommission am Montagmorgen nach der Auszählung von 99 Prozent der Stimmzettel mit.

Russian President and Presidential candidate Vladimir Putin, center, prepares to cast his ballot during Russia's presidential election in Moscow, Russia, Sunday, March 18, 2018. Putin's victory in Russia's presidential election Sunday isn't in doubt. The only real question is whether voters will turn out in big enough numbers to hand him a convincing mandate for his fourth term and many Russian workers are facing intense pressure to do so. (Sergei Chirikov/Pool Photo via AP)

Wladimir Putin hat gut lachen: Der Amtsinhaber ist bis 2024 wiedergewählt. Bild: AP/POOL EPA

Damit bleibt der 65-Jährige wie erwartet für sechs weitere Jahre im Amt. Den zweiten Platz erreichte der Kommunist Pawel Grudinin mit 11,8 Prozent. Dahinter lag der Rechtspopulist Wladimir Schirinowski mit 5,7 Prozent.

Putin: Russland hat Ex-Spion Skripal nicht vergiftet

Der am Sonntag wiedergewählte russische Präsident Wladimir Putin hat die Vorwürfe als Unsinn bezeichnet, Russland habe den früheren Spion Sergej Skripal und dessen Tochter in Grossbritannien vergiftet. Russland besitze das militärische Nervengift nicht, das nach britischen Angaben bei dem Anschlag verwendet worden sei, sagte er.
Ausserdem hätte es nach seinen Worten mehr Opfer gegeben, wenn dieses Gift verwendet worden wäre. Er sei bereit, mit den britischen Behörden bei den Ermittlungen zu dem Anschlag zusammenzuarbeiten. (sda/reu)

Für die liberale TV-Journalistin Xenia Sobtschak stimmten 1,7 Prozent, vier weitere Kandidaten erhielten noch weniger Stimmen. Die Wahlbeteiligung bei der Abstimmung am Sonntag lag bei rund 67 Prozent.

Wahlen in Russland: eine Bilderreise

Oppositionsnahe russische Wahlbeobachter registrierten rund 3000 Manipulationsversuche wie Mehrfachabstimmung. Mit Spannung wird die Bewertung der Wahl durch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Montagnachmittag erwartet. Die OSZE hatte rund 600 Beobachter im Einsatz.

Glückwünsche aus Asien

Chinas Präsident Xi Jinping gratulierte dem russischen Staatschef Wladimir Putin zu seiner Wiederwahl. China sei bereit, die Beziehungen mit Moskau auf eine «höhere Ebene» zu bringen, erklärte Xi am Montag laut der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua.

Schon jetzt sei die «Partnerschaft» beider Länder «auf dem besten Niveau in der Geschichte» und ein «Beispiel für eine neue Art internationaler Beziehungen». 

Berichte über Wahlmanipulationen

Putins wohl ärgster Widersacher Alexej Nawalny durfte nicht bei der Wahl kandidieren. Er war zuvor in einem von vielen als politisch motivierten Prozess verurteilt worden und rief daraufhin zum Boykott der Abstimmung auf.

epa06611860 Russian liberal opposition leader and a head of an anti-corruption foundation Alexei Navalny  works in his office during president elections, in Moscow, Russia, 18 March 2018. Alexei Navalny calls to ignore president elections, as he was refused to take part as a candidate after a conditional sentence for economic crime.  EPA/YEVGENY FELDMAN

Alexej Nawalny durfte nicht antreten Bild: EPA/EPA

Anhänger Nawalnys, die den Wahlablauf überwachten, berichteten von Manipulationen. So seien Wähler in Bussen von Wahllokal zu Wahllokal gefahren worden, damit sie mehrmals ihre Stimme haben abgeben können. «Wir würden das 'Shuttle-Bus-Wahl' nennen», sagte ein Mitstreiter des Oppositionellen.

Reporter der Nachrichtenagentur Reuters beobachteten zudem, dass viele Wähler Selfies mit ihren Stimmzetteln in Wahllokalen machten. Auf Nachfrage gaben sie an, sie müssten diese ihren Vorgesetzten als Beweis für die Teilnahme an der Wahl vorlegen.

Der Nicht-Regierungsorganisation Golos lagen bereits im Vorfeld der Wahl Beschwerden vor, dass Druck auf Firmenbelegschaften, Staatsangestellte und Studenten ausgeübt wurde, zur Wahl zu gehen. Medien berichteten von Geldprämien und der Verlosung von IPhones für Selfies mit angekreuztem Stimmzettel aus dem Wahllokal. Wählern sollte die Stimmabgabe zudem mit Geldprämien und Konzertkarten versüsst werden.

Mit seiner Wiederwahl könnte Putin die Geschicke des grössten Landes der Erde bis 2024 lenken - länger als all seine sowjetischen und postsowjetischen Vorgänger mit Ausnahme von Josef Stalin.

Russen begrüssen aussenpolitischen Kurs

Seit rund 18 Jahren an der Staatsspitze inszeniert sich Putin als starker Anführer, der Russland wieder den Status einer Weltmacht gegeben hat, die vom Westen nicht ignoriert werden kann.

Der von ihm eingeschlagene Konfrontationskurs wie zuletzt in der Affäre um die Gift-Attacke auf den Doppelspion in Grossbritannien schadet seinem Ansehen in der Bevölkerung nicht. Russland hat im Zuge der Krise zum Gegenschlag ausgeholt und britische Diplomaten des Landes verwiesen. Die Regierung in Moskau weist die ihr vorgeworfene Verwicklung in den Anschlag zurück.

epa06612868 People attend a rally in Manezhnaya Square near the Kremlin during the ongoing presidential elections in Moscow, Russia, 18 March 2018. Russians are electing the President of Russia in the 18 March elections, with eight candidates contesting for the presidential seat, including the incumbent president Vladimir Putin, who is projected to win his fourth term in the Kremlin.  EPA/YURI KOCHETKOV

Bild: EPA/EPA

In seiner vierten Amtszeit steht Putin auch vor der Herausforderung, die lahmende Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Russland hängt am Tropf seiner Energieexporte. Fallende Preise für Öl und Gas sowie westliche Sanktionen haben der Wirtschaft stark zugesetzt.

Putin wurde erstmals im Jahr 2000 zum Präsidenten gewählt. Nach zwei vierjährigen Amtszeiten folgte ein Rollentausch mit Ministerpräsident Dmitri Medwedew und eine weitere - per Verfassungsänderung auf sechs Jahre verlängerte Periode als Präsident ab 2012. Mehr als zwei Amtszeiten in Folge sind nicht zulässig, es sei denn, die Verfassung würde erneut angepasst. (sda/reu/afp)

Was Putin in seiner Freizeit macht

«Treten Sie 2030 wieder als Präsident an?»

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Video: srf

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40Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Toerpe Zwerg 19.03.2018 12:03
    Highlight Highlight Putin wäre auch ohne Manipulationen gewählt worden.

    Dass trotzdem vielerorts manipuliert wurde, zeigt bloss, wie tief sich das Krebsgeschwür der durch die korrupte Kleptokratie legitimierten Mafia-Kultur schon in der Gesellschaft eingenistet hat.
    5 1 Melden
  • maxi 19.03.2018 07:14
    Highlight Highlight es schrint als wäre es nicht nur bei manipulationsversuchen geblieben?

    https://twitter.com/Gulay_Pole/status/975362595308875777?s=19
    4 4 Melden
  • Fischra 18.03.2018 23:34
    Highlight Highlight Das hätte niemand gedacht. Die Überraschung schlechthin 😂😂
    17 4 Melden
  • pamayer 18.03.2018 22:20
    Highlight Highlight Warum heisst das Prozedere nicht PUTIN WAHL?
    38 13 Melden
  • AustinOsmanSpare 18.03.2018 20:54
    Highlight Highlight Wer ist Putin?
    11 26 Melden
  • Lusch 18.03.2018 20:20
    Highlight Highlight Zählen dürfte in diesem Fall eine äusserst unnötige Angelegenheit sein! 😂
    46 10 Melden
    • Schnuderbueb 18.03.2018 22:26
      Highlight Highlight Lass die nur zählen. So machen die nichts blöderes.
      48 10 Melden
  • Lord_Mort 18.03.2018 20:00
    Highlight Highlight "Wahlen" in Russland. Ich denke die könnten die Wahlzettel gleich mit Putins Namen vordrucken, das würde sicher Zeit und Geld sparen.
    62 18 Melden
  • Sharkdiver 18.03.2018 19:51
    Highlight Highlight Das weis man auch ohne zählen
    79 18 Melden
  • Freilos 18.03.2018 19:47
    Highlight Highlight Was passiert mit denen die nicht für Putin gestimmt haben?
    55 27 Melden
    • DerTaran 18.03.2018 19:57
      Highlight Highlight Gulag!
      30 14 Melden
    • ströfzgi 18.03.2018 20:28
      Highlight Highlight Was willst du hören?
      13 15 Melden
    • _kokolorix 18.03.2018 21:36
      Highlight Highlight Vermutlich eine Lohnkürzung...
      6 10 Melden
  • Lowend 18.03.2018 19:47
    Highlight Highlight Wer hätte das gedacht? Erstaunlich ist nur die russische Genauigkeit, dass sogar Teilergebnisse schon bis in den Bereich von einem Zehntel von einem Promill berechnet werden! Bei einer solchen Genaigkeit muss wohl alles mit extrem rechten Dingen zu und hergegangen sein! 🤔…😂
    65 31 Melden
    • NWO Schwanzus Longus 18.03.2018 21:05
      Highlight Highlight Auch hier werden sehr genaue Ergebnise bei Wahlen und Abstimmungen errechnet auch im Promille Bereich.
      26 21 Melden
    • _kokolorix 18.03.2018 21:40
      Highlight Highlight @NWO
      Ja, vor allem wenn erst ein Viertel ausgezählt ist...
      Das Ergebnis hätten sie schon vor zwei Wochen veröffentlichen können, jetzt wird nur noch darüber geknobelt wie man die Realität an das Plansoll Putins angleichen kann
      21 21 Melden
    • NWO Schwanzus Longus 18.03.2018 22:55
      Highlight Highlight @_kokolorix, auch in anderen europäischen Ländern werden noch nicht endgültige Ergebnise im Promile Bereich genau angegeben. Was habt ihr den für seltsame Argumente?
      15 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • pazüsen 18.03.2018 19:42
    Highlight Highlight Da kommt mir gerade ein alter DDR-Flüsterwitz in den Sinn:

    Im Innenministerium der DDR wurde eingebrochen. Der Polizeichef will sich selber um die wichtige Sache kümmern und ruft den Innenminister an: "Wurde etwas wichtiges gestohlen?" "Halb so wild" entgegnet dieser, "nur die Wahlergebnisse der nächsten 30 Jahre."
    135 13 Melden
  • NWO Schwanzus Longus 18.03.2018 19:41
    Highlight Highlight Das ist eine fette Überraschung! Niemand hat wohl gerechnet das dieser unbekannte Putin gewählt wird!
    49 7 Melden
  • rabatt13 18.03.2018 19:40
    Highlight Highlight Oh was?
    Play Icon
    37 5 Melden
  • Juliet Bravo 18.03.2018 19:30
    Highlight Highlight Oh - nicht 95%?
    44 8 Melden
    • DerTaran 18.03.2018 19:58
      Highlight Highlight Man will eine gewisse Glaubwürdigkeit wahren.
      53 9 Melden
  • manuel0263 18.03.2018 19:28
    Highlight Highlight Wer hätte das für möglich gehalten? Wenn der Wahlmodus nicht nochmals geändert wird, muss er 2024 wieder eine Runde aussetzen und eine Strohpuppe ins Amt setzen. 2030 geht's dann endlich weiter...bis 2042.
    46 3 Melden
  • amore 18.03.2018 19:28
    Highlight Highlight Eigentlich sollte man über diese Pseudowahl gar nicht berichten.
    50 10 Melden
  • Knety 18.03.2018 19:26
    Highlight Highlight Was für eine Überraschung 🙄
    33 4 Melden
  • Scaros_2 18.03.2018 19:22
    Highlight Highlight Putin bekommt von mir keine Glückwünsche.

    Die hat er schon vor Monaten bekommen,......... als die letzten Gegner via Gerichte etc. unschädlich gemacht wurden.
    40 12 Melden
    • NWO Schwanzus Longus 18.03.2018 21:06
      Highlight Highlight Nur weil man es oft wiederholt, wirds nicht wahrer.
      18 51 Melden
    • reconquista's creed 18.03.2018 21:53
      Highlight Highlight Das stimmt nicht, Putin hatte Gegner! Alles handverlesene Marionetten - echte Qualitätsarbeit!
      Man will sich schliesslich von den afrikanischen Diktatoren abheben.
      38 8 Melden
    • NWO Schwanzus Longus 18.03.2018 22:52
      Highlight Highlight Was kann eigentlich Putin dafür das seine Gegner schlecht sind? Das ist nicht seine Schuld. Wenn ihr Nawalny meint der wurde nicht zugelassen weil er öfters gegen das Gesetz verstossen hat.
      7 20 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Genua, drei Monate danach: So verzweifelt sind die Bewohner nach dem Brückenkollaps

Seit dem Einsturz der Morandi-Brücke hat sich in Genua nicht viel bewegt. Noch immer liegen überall Trümmer herum, Hunderte können nicht in ihre Häuser zurück. Die watson-Reporterin sprach mit den Menschen vor Ort über ihre Sorgen.

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