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Trauermarsch für den getöteten Oppositionspolitiker Boris Nemzow in Moskau. Nemzow wurde am 27. Februar von unbekannten Tätern vor dem Kreml erschossen. Bild: SERGEI ILNITSKY/EPA/KEYSTONE

Nemzow-Bericht posthum veröffentlicht: 220 russische Soldaten sollen in der Ukraine gefallen sein

Die Unterstützung des Aufstands im Osten der Ukraine hat Russland nach Angaben Oppositioneller bisher mehr als eine Milliarde Dollar gekostet. Mindestens 220 russische Soldaten seien in den Kämpfen im Nachbarland getötet worden, berichteten Oppositionelle am Dienstag in Moskau.

12.05.15, 16:20 12.05.15, 16:53

Der Bericht mit dem Titel «Putin – der Krieg» fusst auf Recherchen, die der Oppositionspolitiker Boris Nemzow bis zu seiner Ermordung am 28. Februar vorangetrieben hatte. Einer der Autoren, der Oppositionelle Ilja Jaschin, sagte, «Schlüsselzeugen» hätten über Einzelheiten der russischen Militärintervention berichtet.

Demnach drangen erstmals im August vergangenen Jahres «massenhaft» russische Soldaten über die Grenze in die Ukraine ein. Damals sei den Aufständischen eine Gegenoffensive gegen die ukrainischen Regierungstruppen bei Ilowajsk und südlich von Donezk gelungen, sagte Jaschin.

Im Januar und Februar seien abermals russische Soldaten geschickt worden, um den ukrainischen Präsident Petro Poroschenko zu Verhandlungen in Minsk und zur Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens mit den Rebellen zu zwingen. Und als die Separatisten Mitte Februar die Stadt Debalzewe zurückeroberten, habe es ebenfalls russische Unterstützung gegeben.

Pro-Russische Rebellen im Januar in Donezk: Separatisten haben im Frühling 2014 die Volksrepublik Donezk ausgerufen. Bild: STRINGER/REUTERS

Russland hat ein direktes militärisches Eingreifen in der Ostukraine mit eigenen Soldaten stets zurückgewiesen. Doch nach den Schätzungen des Nemzow-Berichts wurden alleine im August 150 russische Soldaten in der Ukraine getötet. Im Januar und Februar gab es demnach fast 70 weitere Opfer aus den Reihen des russischen Militärs.

Kein Kommentar aus dem Kreml

Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte am Dienstag laut russischen Nachrichtenagenturen, er habe den Bericht nicht gelesen. «Deswegen habe ich auch nichts dazu zu sagen.» Die meisten Elemente des Berichts sind allerdings nicht neu, sondern wurden in den vergangenen Monaten bereits von der russischen oder der internationalen Presse enthüllt.

Die Vertrauten Nemzows erklärten, Grundlage ihres Berichts seien «offene Quellen und anonyme Quellen in Moskau» sowie Aussagen von Familien von den in der Ukraine getöteten russischen Soldaten. Dem Oppositionsbericht zufolge wurden allein in der Schlacht um das Dorf Ilowaisk und in der Umgebung im vergangenen Sommer mindestens 150 russischen Soldaten getötet.

Schmerzens- und Schweigegeld

Ihre Angehörigen hätten drei Millionen Rubel (rund 55'000 Franken) Schmerzensgeld erhalten. Den Angehörigen seien Strafprozesse angedroht worden, wenn sie darüber berichten würden. Bei den Kämpfen um Debalzewe Anfang des Jahres seien mindestens 70 Russen umgekommen. Deren Angehörigen hätten allerdings kein Geld bekommen.

In den meisten Fällen würden die russischen Soldaten formal zum Austritt aus der Armee gezwungen, ehe sie in die Ostukraine reisten, heisst es in dem Bericht. Russische Kämpfer erhielten dort umgerechnet rund 1600 Franken Sold im Monat.

Auftraggeber auf der Flucht

Nemzow war vor zweieinhalb Monaten vor den Mauern des Kreml erschossen worden. Die Ermordung des 55-jährigen Regierungsgegners, der monatelang Hinweisen auf eine russische Militärintervention in der Ukraine nachgegangen war und Putins Ukraine-Politik aufs schärfste verurteilt hatte, löste weltweit Bestürzung aus.

Die Ermittler nahmen vier Tschetschenen und einen Inguschen fest und beschuldigten die Gruppe, Nemzow im Auftrag ermordet zu haben. Die Angeklagten weisen die Vorwürfe nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten zurück. Der mutmassliche Auftraggeber ist noch auf der Flucht. (wst/sda/afp/reu/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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