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Bild: AP LifeNews via Rossia 24 TV channel

Kritik an Exilregierung: Snowden fühlt sich in Russland unwohl

Der US-Whistleblower Edward Snowden übt scharfe Kritik an der beschränkten Meinungsfreiheit in Russland. Die Regierung in Moskau versuche, «immer mehr die Gedanken der Menschen zu kontrollieren». Gerne würde er sein Exil verlassen.

06.09.15, 09:40 06.09.15, 10:23

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Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hat einen neuen Preis für Meinungsfreiheit erhalten – und die Gelegenheit genutzt, sein Asylland Russland zu kritisieren. Vor allem die zunehmende Kontrolle des Internets sei «frustrierend und enttäuschend», sagte Snowden per Videoschaltung bei einer Preisverleihung in Norwegen. Der 32-Jährige wurde in Mölde mit dem Björnson-Preis für Meinungsfreiheit ausgezeichnet.

Die russische Regierung versuche, «immer mehr das Internet zu kontrollieren, immer mehr die Gedanken der Menschen zu kontrollieren», sagte Snowden vor den Mitgliedern der norwegischen Akademie für Literatur und Meinungsfreiheit.

Snowden via Skype an der Preisverleihung in Norwegen.
Bild: EPA/NTB SCANPIX

Auch ins Privatleben wolle der Staat eingreifen und unter anderem «entscheiden, welches die richtige Art ist, wie Menschen sich gegenseitig ihre Liebe erklären». Die Kontrolle des Internets sei aber «ein politischer Fehler» und «grundsätzlich falsch».

Fragt jemand, wo er wohnt, antwortet er «im Internet»

Snowden erinnerte zugleich daran, dass es nicht seine Entscheidung gewesen sei, nach Russland zu gehen. Er sei nur in Moskau auf der Durchreise gewesen. «Leider wurde mein Pass eingefroren, er wurde von den USA annulliert.» Er habe in 21 Ländern Asyl beantragt, sagte Snowden. «Sie sind alle still geblieben.» Russland sei einer der letzten Staaten gewesen, bei dem er damals angefragt habe.

Snowden hatte als externer IT-Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA Dokumente über die weltweiten Überwachungsprogramme an sich gebracht und über Journalisten veröffentlichen lassen. Dies brachte das riesige Ausmass der weltweiten US-Spähaktivitäten ans Licht. Derzeit hält sich Snowden in Russland auf, das ihm Asyl gewährte. In seiner Heimat droht ihm ein Prozess wegen Spionage und Geheimnisverrats.

Er bekräftigte, dass er lieber wieder in den USA leben würde. Er sei trotz seines Lebens im Exil aber froh, überhaupt frei zu sein. «Ich hatte erwartet, im Gefängnis zu sitzen», sagte er. In Russland könne er zumindest normal leben und auch frei seine Meinung äussern. Das liege wohl hauptsächlich daran, dass er vor allem online kommuniziere. «Wenn mich Leute fragen, wo ich wohne, ist die ehrlichste Antwort: im Internet», sagte Snowden.

yes/AFP

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Brikne, 20.7.2017
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