International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Russian President Vladimir Putin listens during a meeting at the Kremlin, in Moscow, Russia, Tuesday, March 10, 2015.(AP Photo/RIA Novosti, Alexei Druzhinin, Presidential Press Service)

«Wir waren bereit, es zu tun»: Putin über seine Politik in der Krim-Krise.  Bild: AP/RIA Novosti Kremlin

Jahrestag der Krim-Krise: Putin wollte russische Atomwaffen aktivieren

Im Konflikt um die Krim stand Russlands Präsident kurz davor, die Nuklearwaffen seines Landes in Alarmbereitschaft zu versetzen. Laut russischem Staatsfernsehen habe Putin so auf eine mögliche westliche Einmischung reagieren wollen.

15.03.15, 21:26

Ein Artikel von

Knapp ein Jahr ist die Annexion der Krim her – und Wladimir Putin hat nun durchblicken lassen, dass die ohnehin höchst angespannte Situation im Frühjahr 2014 durchaus noch weiter hätte eskalieren können. So stand Russland angeblich kurz davor, sein Atomwaffenarsenal für den Fall eines Militärangriffs des Westens in Alarmbereitschaft zu versetzen.

Das sagte der russische Präsident laut Äusserungen, die am Sonntagabend im russischen Fernsehsender Rossia 1 schriftlich gezeigt wurden. «Wir waren bereit, es zu tun», sagte Putin demnach. Die russische Führung sei willens gewesen, sich der «schlimmsten Wendung zu stellen, welche die Ereignisse hätten nehmen können».

Die russischen Streitkräfte hatten laut Putin damals auf der Krim Raketenabwehrsysteme vom Typ «Bastion» positioniert, die im Falle eines Angriffs durch ein US-Kriegsschiff im Schwarzen Meer einsatzbereit gewesen wären. Es sei zu diesem Zeitpunkt unklar gewesen, ob der Westen militärisch in den Konflikt eingreifen würde.

Er habe die Haltung Russlands, wonach die Krim «historisches Gebiet» Russlands sei und dort Russen lebten, seinen westlichen Kollegen mitgeteilt, sagte Putin weiter. «Das war eine ehrliche und offene Haltung. Und ich glaube, niemand wollte einen Weltkrieg auslösen.»

Die Äusserungen wurden am Sonntagabend vor der Ausstrahlung eines Dokumentarfilms über die Annexion der Krim durch Russland gezeigt. Nach dem Sturz der prorussischen Regierung in Kiew hatte am 27. Februar 2014 ein prorussisches Kommando die Kontrolle über das Regionalparlament der Schwarzmeerhalbinsel übernommen. Im März annektierte Russland das Gebiet nach einem Referendum.

Putin rechtfertigt Militäraktion auf der Krim

In der Fernsehsendung schildert Putin das Eingreifen als Reaktion auf die Bedrohung der russischstämmigen Zivilbevölkerung. Nur so sei ein «Blutbad» zu verhindern gewesen. «Wir waren gezwungen, Massnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass die Bewohner der Krim ihren Willen frei ausdrücken können», so der russische Staatschef.

Er sei sich sicher, dass sich ohne dieses Vorgehen «ein ähnliches Szenario abgespielt» hätte «wie heute im Donbass» in der Ostukraine. Dort wurden bei Kämpfen zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Soldaten seit April 2014 fast 6000 Menschen getötet.

Um die angespannte Lage im Osten des Landes wird es auch beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko am Montag in Berlin gehen. Poroschenko wird zunächst von Bundespräsident Joachim Gauck mit militärischen Ehren im Schloss Bellevue empfangen. Im Anschluss trifft er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen.

jok/AFP/AP



Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Norilsk no fun? «Im Gegenteil», sagt Fotografin Elena Chernyshova

Unser Portrait der russischen Minenstadt Norilsk, 300 Kilometer über dem nördlichen Polarkreis, stiess auf sehr viel Interesse. Kein Wunder, die Stadt ist in vielerlei Hinsicht extrem: extrem vergiftet, extrem kalt, extrem abgeschottet. Nicht-Russen haben nur mit Spezialbewilligungen Zutritt.

Eine, die eine längere Zeit dort verbrachte ist die russische Fotografin Elena Chernyshova. Während drei Besuchen in den Jahren 2012 und 2013 verbrachte sie alles in allem acht Monate in Norilsk. Mit …

Artikel lesen