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Pro-Putin-PR: Russische Troll-Bekämpferin erhält einen Rubel Schadensersatz

Ludmilla Sawtschuk hat den Kreml-Trollen im Internet den Kampf angesagt und ihren ehemaligen Arbeitgeber verklagt. Die Sankt Petersburger «Trollfabrik» muss nun symbolischen Schadensersatz leisten, weil Löhne nicht gezahlt wurden.



TO GO WITH AFP STORY BY MARINA KORENEVA
Lioudmilla Savtchouk (Ljudmilla Sawtschuk or Ludmilla Sawtschuk ) works on her laptop during an interview in Saint Petersburg on March 31, 2015. Lyudmila Savchuk says it was the mony that wooed her into the ranks of the Kremlin's information troops, filling Internet pages with content eulogising Russian President Vladimir Putin while mocking his critics and adversaries.

Ludmilla Sawtschuk. Bild: AFP

Ein Artikel von

Spiegel Online

Sie wollte die Propaganda-Trolle des Kreml in die Öffentlichkeit bringen, das ist ihr nun gelungen: Ludmilla Sawtschuk zog gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber vor Gericht. Das im Verborgenen arbeitende sogenannte Trollhaus in Sankt Petersburg muss symbolischen Schadensersatz zahlen: Die Aktivistin erhält einen Rubel. Das hat ein russisches Gericht laut einem Bericht des britischen «Guardian» entschieden.

Die Agentur soll Trolle angestellt haben, um Pro-Putin-Kommentare von einer unbestimmbaren Adresse aus auf sozialen Medien wie Twitter, Facebook und VKontakte zu verbreiten. Sawtschuk sagte, sie habe sich von Anfang an bewusst bei dem Arbeitgeber eingeschleust. «Sie bezahlen keine Steuern, keine Beiträge zur Rentenversicherung», sagte sie Ende Mai im Interview mit Spiegel Online. «Aber es ist gutes Geld, 50'000 Rubel im Monat, umgerechnet rund 800 Euro

Wegen der nicht gezahlten Steuern und Löhne sowie nicht vorhandener Verträge hatte die Aktivistin das «Trollhaus» verklagt. «Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg», zitiert der «Guardian» Sawtschuk. «Ich habe mein Ziel erreicht, die Internettrolle ans Licht zu zerren.» Die 34-Jährige war gefeuert worden, als sie anonym Artikel über die Vorgehensweise der Agentur in Lokalzeitungen veröffentlicht hatte.

Der Kreml hatte behauptet, es gebe keine Verbindung zu den organisierten Trollen. Dabei ist klar: Propaganda war schon immer eine Spezialität des Kreml, die Troll-Kampagne wurde in den vergangenen Jahren enorm verstärkt. Hunderte Online-Aktivisten leisten ihren Beitrag, um dem Druck aus dem Westen während der Ukraine-Krise entgegenzuwirken. Die Kampagnen zielen etwa auf den EU-Beitrittskandidat Serbien sowie auf Deutschland, die USA und andere westliche Mächte.

vek/AP

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