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Pro-Putin-PR: Russische Troll-Bekämpferin erhält einen Rubel Schadensersatz

Ludmilla Sawtschuk hat den Kreml-Trollen im Internet den Kampf angesagt und ihren ehemaligen Arbeitgeber verklagt. Die Sankt Petersburger «Trollfabrik» muss nun symbolischen Schadensersatz leisten, weil Löhne nicht gezahlt wurden.

18.08.15, 10:43 18.08.15, 11:23


Ludmilla Sawtschuk. Bild: AFP

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Sie wollte die Propaganda-Trolle des Kreml in die Öffentlichkeit bringen, das ist ihr nun gelungen: Ludmilla Sawtschuk zog gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber vor Gericht. Das im Verborgenen arbeitende sogenannte Trollhaus in Sankt Petersburg muss symbolischen Schadensersatz zahlen: Die Aktivistin erhält einen Rubel. Das hat ein russisches Gericht laut einem Bericht des britischen «Guardian» entschieden.

Die Agentur soll Trolle angestellt haben, um Pro-Putin-Kommentare von einer unbestimmbaren Adresse aus auf sozialen Medien wie Twitter, Facebook und VKontakte zu verbreiten. Sawtschuk sagte, sie habe sich von Anfang an bewusst bei dem Arbeitgeber eingeschleust. «Sie bezahlen keine Steuern, keine Beiträge zur Rentenversicherung», sagte sie Ende Mai im Interview mit Spiegel Online. «Aber es ist gutes Geld, 50'000 Rubel im Monat, umgerechnet rund 800 Euro

Wegen der nicht gezahlten Steuern und Löhne sowie nicht vorhandener Verträge hatte die Aktivistin das «Trollhaus» verklagt. «Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg», zitiert der «Guardian» Sawtschuk. «Ich habe mein Ziel erreicht, die Internettrolle ans Licht zu zerren.» Die 34-Jährige war gefeuert worden, als sie anonym Artikel über die Vorgehensweise der Agentur in Lokalzeitungen veröffentlicht hatte.

Der Kreml hatte behauptet, es gebe keine Verbindung zu den organisierten Trollen. Dabei ist klar: Propaganda war schon immer eine Spezialität des Kreml, die Troll-Kampagne wurde in den vergangenen Jahren enorm verstärkt. Hunderte Online-Aktivisten leisten ihren Beitrag, um dem Druck aus dem Westen während der Ukraine-Krise entgegenzuwirken. Die Kampagnen zielen etwa auf den EU-Beitrittskandidat Serbien sowie auf Deutschland, die USA und andere westliche Mächte.

vek/AP

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Radiochopf 18.08.2015 13:25
    Highlight beim Spiel-Interview sagte sie, das vorallem auf russischen Portale Propaganda gemacht wurde.. trotzdem haben hier + in anderen ch-newsportalen leute paranoia und haben das Gefühl, dass es hier auch russisch bezahlte Trolle gibt.. als würde sich ein Russe/in oder Kreml/Putin darum kümmern, was ein Schweizer über Russland denkt.. im Interview erzählt sie, das sie sich eingeschleust hat.. war die Geschichte nicht mal anders? und 800 Euro im Monat? das wäre also würde jemand in der CH 8'000-10'000 CHF für ein wenig Propagdana bekommen.. naja,wers glaubt.. US/UK Propaganda@work
    4 5 Melden
  • Daylen 18.08.2015 11:13
    Highlight Trolle in 3... 2... 1...
    10 0 Melden

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