International

Fremde Leichenteile in Kaczynski-Grab fachen Smolensk-Streit an

02.06.17, 17:15

Absturz von Smolensk

Nach dem Fund fremder Leichenteile im Grab des verunglückten polnischen Präsidenten Lech Kaczynski ist der politische Streit um die Flugzeugkatastrophe von Smolensk neu entbrannt. Die Fehler bei der Identifizierung der Absturzopfer seien ein Skandal, sagte die Sprecherin der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Beata Mazurek, am Freitag.

Nach Angaben der Agentur PAP machte sie die Vorgängerregierung dafür verantwortlich. Warschauer Behörden zufolge wurden im Grab Kaczynskis, des Bruders von PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski, sterbliche Überreste von zwei weiteren Menschen entdeckt. Darüber hatte zunächst die «Märkische Oderzeitung» (MOZ) berichtet.

Beim Absturz des Regierungsfliegers am 10. April 2010 im russischen Smolensk starben neben dem polnischen Präsidentenpaar 94 weitere Menschen. Seit Jahren werfen PiS-Mitglieder der damaligen Regierung von Donald Tusk Nachlässigkeit bei den Ermittlungen vor.

Seit ihrem Regierungsantritt 2015 lassen die Nationalkonservativen, die hinter dem Absturz einen Anschlag vermuten, den Fall neu ermitteln und alle Opfer exhumieren. Laut dem stellvertretendem Generalstaatsanwalt Marek Pasionek wurden weitere Tote fehlerhaft identifiziert. In einem Sarg seien sogar Überreste von sieben anderen Menschen gewesen.

Regierungskritiker unterstellen der PiS wiederum, die Katastrophe zur Diskreditierung ihrer Vorgänger zu nutzen. Die Opposition warf der Staatsanwaltschaft nun vor, selektiv und zum Vorteil der Regierenden zu informieren. Die Behörden hätten weder Angaben dazu gemacht, wer für die Fehler verantwortlich sei, noch Erkenntnisse zur Anschlagstheorie geliefert. (sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Sunrise und Swisscom machen das Internet-Abo bald für viele überflüssig

Ausgebimmelt – Wie ein Quartierstreit das Land verändern könnte

«Danke für deine Daten, du Lauch!» Wenn der Facebook-Rückblick ehrlich wäre ...

Ein Klimmzug zuviel: «Rooftopper»-Star filmt, wie er selbst in die Tiefe stürzt

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mortiferus 04.06.2017 11:55
    Highlight Schon mal Opfer von Flugunfällen gesehen? Das sind oft nur noch fetzen in Handgrösse und kleiner. Die werden zusammengesammeltn wobei sich die Fleischstücke gegenseitig "kontaminieren", so dass man kaum mehr eine spezifische genetische Typisierung vornehmen kann.
    1 0 Melden
  • Fischra 02.06.2017 21:04
    Highlight Kaczynski ist Durchgedreht als sein Bruder starb. Das ist bekannt in Polen und auch einer der Gründe warum er nocht als Präsident Polens kandidiert hat. Jeden Monat gibt es Gedenkmärsche zum Tod der Pis Mitglieder und die andern Opfer werden völlig ignoriert. Jetzt werden alle Opfer exumiert um nachzuweisen dass dieses Flugzeug gesprengt wurde. Noch keiner dieser Untersuchungskommission war in Smolensk. Aber Geld wird verbraucht wie wild für Reisen. Einfach ein Skandal welcher vielen Polen richtig auf die Nerven geht.
    9 2 Melden

Putin ordnet Teilabzug von russischer Armee aus Syrien an

Russlands Präsident Wladimir Putin hat laut Medienberichten bei einem Überraschungsbesuch in Syrien einen Teilabzug der russischen Truppen aus dem Bürgerkriegsland verkündet. Dies berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti am Montag.

Die russische Armee habe zusammen mit den syrischen Truppen seit Beginn ihres Einsatzes im September 2015 die meisten «Terroristen» in Syrien vernichtet sagte Putin am Montag laut den russischen Nachrichtenagenturen RIA Novosti und Tass bei einem …

Artikel lesen