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Cold War reloaded: Designierter US-Generalstabschef warnt vor Russland als «Grösste Sicherheitsbedrohung für USA»

Joseph Dunford, der künftige Chef des US-Generalstabs, hat eindringlich vor militärischer Gefahr aus Moskau gewarnt. Der Staat Wladimir Putins sei gefährlicher als der IS.

10.07.15, 08:05 10.07.15, 09:48

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Russland und China sind nach Ansicht des designierten US-Generalstabschefs eine grössere Bedrohung für die USA als die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS). «Russland stellt die grösste Bedrohung für unsere nationale Sicherheit dar», sagte Joseph Dunford am Donnerstag bei einer Anhörung im Kongress. Die Atommacht könne die Souveränität von US-Verbündeten verletzen und sei eine «existenzielle Bedrohung für die Vereinigten Staaten», so Dunford: Das Verhalten Moskaus sei «nichts weniger als alarmierend».

An zweiter Stelle folge China wegen seiner militärischen Fähigkeiten und seiner Präsenz im Pazifik – dort gebe es zudem einen Interessenkonflikt mit den USA. Das heisse aber nicht, «dass wir China als Feind betrachten», so Dunford. Die drittgrösste Bedrohung sei Nordkorea, weil dessen Raketen auch das amerikanische Festland treffen könnten.

Warnung vor «Mangel an Entschlossenheit»

«Ich betrachte Russland als die grösste Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA»

Deborah Lee James, Zivile Leiterin US Air Force

Der Marinekorps-General, der im Herbst Nachfolger von Stabschef Martin Dempsey werden soll, sprach sich auch für die Lieferung von Waffen an die Ukraine aus. Es sei angemessen, das Land etwa mit Panzerabwehrraketen auszustatten. «Ohne diese Art der Unterstützung werden sie nicht in der Lage sein, sich gegen russische Aggression zu verteidigen», sagte der 59-Jährige. In der Ostukraine ist der Kreml seit mehr als einem Jahr in einem blutigen Konflikt verwickelt.

Am Donnerstag hatte sich die zivile Leiterin der US Air Force bereits ähnlich geäussert: «Ich betrachte Russland als die grösste Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA», sagte Deborah Lee James. Die zuletzt veröffentlichten Pläne von Russlands Präsident Wladimir Putin, seine Nuklearstreitkräfte mit 40 Interkontinentalraketen aufzurüsten, bezeichnete James als «beunruhigend».

«Jetzt ist nicht die Zeit, in irgendeiner Form einen Mangel an Entschlossenheit gegenüber diesen russischen Aktivitäten zu zeigen», so James. Deshalb werde die US-Luftwaffe ihre Präsenz in Europa weiter verstärken. James äusserte sich enttäuscht darüber, dass bislang nur vier von 28 Nato-Staaten die vereinbarten zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben: «Wir haben uns als Nato-Mitglieder darauf geeinigt. Nun müssen wir uns alle auch dafür stark machen.» (mxw/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • dr_b 10.07.2015 14:15
    Highlight Ich wollte mich eigentlich gerne an der Diskussion hier beteiligen.
    Aber bei diesen Trollen ist es echt nur noch anstrengend.
    3 4 Melden
  • Angelo C. 10.07.2015 11:27
    Highlight "Der Staat Wladimir Putins sei gefährlicher als der IS" - wenn man solchen verlogenen und dümmlichen Dreck analysiert, dann veranschaulicht das prächtig die ganze Mentalität dieser transatlantischen Kriegsverbrechernation. Unwillkürlich werden Wissendere unter uns an die unsägliche MacCarthy-Aera erinnert, aber auch an die kriminellen Angriffskriege der USA in Vietnam, Irak, auch im Verbund mit dem "Friedensbündnis NATO" in Serbien, usw.usw. Putin oder Russland haben im Gegensatz dazu bis jetzt keinerlei Eroberungen im Westen gesucht, lediglich vor der eigenen Haustüre etwas Ordnung geschaffen, was durchaus legitim und in seinem Ermessen liegt. Nicht absehbar, dass Russland sein Territorium gegenüber von NATO-Staaten erweitern möchte, auch das wiederum im Gegensatz zu den USA und der NATO, welche alle Russland umgebenden Staaten entgegen früherer Versprechungen vereinnahmt haben. Sehr transparent auch Dunfords Klage, dass nur wenige NATO-Staaten zusätzliche 2% des BIP für weitere Aufrüstung verwenden, weil ihnen dann ihre geliebte Führungsnation keine teuren Waffen andrehen kann. Russland sollte seine Sicherheit gegen die Ami-Kriegstreiber in einem Beistandspakt mit China suchen.
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  • Baba 10.07.2015 09:38
    Highlight Wo hat dieser Marine(!) in den letzten 25 Jahren gelebt??? Sass er etwa im Bunker unter dem Pentagon, versorgt nur mit Schriften aus der McCarthy Ära?

    - der Westen (mit den USA) haben die Destabilisierung der Ukraine massiv unterstützt (und damit auch den Putsch gegen den gewählten Präsidenten)
    - die Nato stockt die schnelle Eingreiftruppe um nahezu 100% auf
    - wer rückt immer näher? Russland zum Westen oder der Westen (Nato) zu Russland?
    - wer hat die Russen aus dem G8 Gremium 'entfernt' und damit die Gespräche beendet?

    Diese Doppelmoral ist in meinen Augen gefährlich und rückwärtsgerichtet!
    8 5 Melden
  • Radiochopf 10.07.2015 09:22
    Highlight Joseph Dunford gratuliere zu der Beförderung! Mit Ihnen kann es ja also nur besser werden! mit ihrem Weltbild und Weitsicht werden sie sicher jeden Konflikt im Keime ersticken! sie werden sicher keine US-Drohnen mehr einsetzen und auch die Aufrüstung ihres Militärs stoppen! sie werden keine neue Kriegen mehr anzetteln und dann später sogar mit Russland Frieden schliessen! mit ihren Aussagen vor dem Antritt, haben sie nun eine gute Basis dafür aufgebaut! ich zähle auf sie!
    3 3 Melden
  • Gelöschter Benutzer 10.07.2015 08:35
    Highlight Watson. Wieso gebt Ihr solchen Typen eine Plattform. Wer nur etwas von Geschichte versteht, wird bemerkt haben, dass seit dem Mauerfall, nur der Westen sich unsäglich benommen hat. Ein Grund bei den Freiheitsbewegung in der DDR nicht einzugreifen, war das Versprechen der EU/NATO keine Osterweiterung zu planen. Heute stehen die Verbrecher und Kriegstreiber in der Ukraine. Wer ist also die grösste Sicherheitsbedrohung??? Wer wohl???? Das Russland sich einen Korridor zu seiner Schwarzmeer-Flotte garantiert hat, ist aus Sicht jedes vernünftigen Menschen verständlich. Die Hetze kommt als Westwind.
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