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Der türkische Premieminister Ahmet Davutoglu traf sich heute in Brüssel mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. 
Bild: OLIVIER HOSLET/EPA/KEYSTONE

Türkei will sich nicht für den Kampfjet-Abschuss entschuldigen – kein Treffen zwischen Putin und Erdogan in Paris

30.11.15, 13:36

Die Türkei lehnt eine Entschuldigung für den Abschuss eines russischen Kampfflugzeuges weiterhin ab. «Der Schutz unseres Luftraums und unserer Grenze ist nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht für meine Regierung», sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Montag in Brüssel.

«Kein türkischer Ministerpräsident, Präsident oder eine andere Autorität wird sich entschuldigen, weil wir unsere Pflicht tun.» Die Türkei sei aber bereit, mit Russland zu reden, der Führung in Moskau Informationen über den Vorfall zu geben und die Beziehungen zu dem Land zu verbessern, sagte Davutoglu weiter.

Stoltenberg bemühte sich, die Wogen im Streit zwischen dem NATO-Partner und Russland zu glätten. «Uns geht es jetzt vor allem um Deeskalation», sagte er. Er würde es begrüssen, wenn Russland und die Türkei miteinander redeten.

Zugleich verteidigte Stoltenberg das Recht des NATO-Partners auf die Verteidigung seiner Grenzen und seines Luftraums. Die Militärallianz habe schon vor dem Vorfall mehrfach ihre Sorge über das russische Verhalten geäussert, sagte der Generalsekretär.

Kein Treffen Putin-Erdogan in Paris

Russland und die Türkei werden offenbar auch die Klimakonferenz in Paris nicht für einen Abbau ihrer Spannungen nutzen. Ein russischer Regierungssprecher sagte am Montag in Moskau, ein Treffen zwischen Präsident Wladimir Putin und seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan in der französischen Hauptstadt sei nicht geplant.

Erdogan und Putin: Das letzte Treffen fand Mitte November in Antalya statt. 
Bild: AP/RIA NOVOSTI KREMLIN

Erdogan hatte im Vorfeld von der Möglichkeit eines Treffens in Paris gesprochen. Putin hatte indes am Freitag durchblicken lassen, dass er kein direktes Gespräch mit Erdogan in Paris führen werde.

Der Flugzeugabschuss war einer der schwerwiegendsten Zusammenstösse zwischen einem NATO-Staat und Russland in den vergangenen 50 Jahren. Die Türkei hatte sich davor mehrmals über eine Verletzung ihres Luftraums durch russische Kampfjets beklagt, die im Nachbarland Syrien Luftangriffe fliegen. (sda/reu)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • ferox77 30.11.2015 16:51
    Highlight Die Türken werden sich am Ende sicher irgendwie rausreden und Russland wird die Kröte mit etwas Säbelgerasseln schlucken müssen. Alles andere kommt für beide Seiten kaum in Frage.
    Am Ende geht es nur um die Bewertung des Ganzen. Das russische Militär hat sich wieder mal verflogen, die Türkei hat dieses mal auf den Knopf gedrückt. Vermeidbar wäre es sicher gewesen. Schuld sind am Ende vermutlich beide Seite ein wenig. Von Seiten der Türkei hätte mehr Zurückhaltung nicht geschadet. Russland hingegen hätte wissen müssen, dass R. Erdogan nicht so handzahm handelt wie die Europäer oder die USA.
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