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Aus der Abteilung «bizarr»: Russischer Hersteller lässt Buk-Rakete neben Verkehrsmaschine explodieren – um Schuld der Ukrainer zu beweisen

13.10.15, 15:00 13.10.15, 15:27

Der Bericht der niederländischen Flugsicherheitsbehörde kommt zum Schluss: Flug MH17 wurde im vergangenen Sommer eine Rakete des russisch-produzierten Buk-Waffensystems zum Verhängnis. Noch offen ist die Schuldfrage des Abschusses über Kriegsgebiet.

Nicht aber für den Hersteller der Flugabwehrrakete, den grössten russischen Rüstungskonzern Almas-Antei. Das 2002 durch ein Dekret von Präsident Putin als Staatsholding entstandene Unternehmen will mit einem – sagen wir – extraordinären Experiment beweisen, dass die ukrainische Kriegspartei (die ebenfalls über Buk-Systeme verfügt) die Verantwortung trägt für den Abschuss.

MH17-Crash-Test mit einer Verkehrsmaschine

YouTube/RT

Hierzu werden eine Verkehrsmaschine vom Typ Il-86 herbeigekarrt, diverse Messgeräte aufgestellt und schliesslich eine Buk-Rakete in Cockpit-Nähe zur Explosion gebracht. Die Auswertungen sollen beweisen, dass die Rakete aus einem Gebiet in der Ostukraine kam, das damals noch von ukrainischen Regierungstruppen kontrolliert worden sei. Denselben Vorwurf äusserte Almas-Antei bereits im Mai. Eine Investigativ-Plattform bezeichnete die damals vorgebrachten, angeblichen Beweise als Fälschungen. (tat)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Roger Gruber 13.10.2015 17:54
    Highlight Und was soll daran jetzt "bizarr" sein? Sollte nicht jedes Mittel recht sein, welches Licht in die Angelegenheit bringen kann? Müsste nicht viel mehr die Frage gestellt werden, warum die Untersuchungsbehörden die Ergebnisse nicht für ihren Bericht verwenden wollten? Die Wrackteile von MH-17 zeigten eindeutig Ein- und Ausschusslöcher von grosskalibrigen Geschossen (wie sie z.B. von Jagdflugzeugen verschossen werden), diese Bilder kann jeder einsehen. Die Bilder des Tests zeigen andere Verletzungen der Flugzeughülle, v.a. kleinste Löcher durch Bombensplitter. Das sollte doch interessieren?
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    • Radiochopf 13.10.2015 18:24
      Highlight Genau, was ist daran bizarr? Es wäre bizarr wenn man einen solchen Test nicht gemacht hat für die Analyse.. Bei einer solchen Katastrophe ist es das mindeste, wenn man es so authentisch wie möglich versucht nachzustellen..
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    • ramonke 14.10.2015 03:09
      Highlight ähm grosses kaliber? bei jagdflugzeugen? ich liebe leute die sich nicht informieren. jedes moderne jagdflugzeug ist mit 20mm kanonen ausgestattet, dh bei der dünnen aluminium hülle eines flugzeugs und der grossen geschwindigkeit der kugeln würden die löcher 2cm oder ein wenig grösser sein. das sieht dann von aussen aus wie wenn die löcher gestanzt wären und nicht wie hier auf den fotos nach granatsplittern mit unterschiedlicher grösse
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  • WinniePuuh 13.10.2015 15:27
    Highlight Prinzipiell wäre es doch wünschenswert gewesen, wenn das offizielle Untersuchungsteam bei diesen Tests mitgemacht hätte. Zusammen mit den Computerberechnungen würde es ein noch klareres Bild abgeben.
    Das die Russen jetzt damit beweisen wollen von wo die Rakete abgeschossen wurde, finde ich doch sehr zweifelhaft.
    Was aber interessant ist und sicher noch einmal genauer begutachtet werden müsste, dass es sich evtl. nicht um das im offiziellen Bericht erwähnte BUK-Model handelte. Was aber wiederum nicht bedeutet, dass die Separatisten nicht auch im Besitzt eines solchen Models sein konnten.
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