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Putin schasst überraschend Kreml-Chef Iwanow

Überraschung in Moskau: Wladimir Putin trennt sich von einem Weggefährten. Sergej Iwanow, Chef der einflussreichen Kreml-Verwaltung, muss seinen Posten räumen.

12.08.16, 13:56 12.08.16, 16:39

Ein Bild aus «glücklichen» Zeiten: Iwanow und Putin. Bild: AP/RIA Novosti Kremlin Press Service

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Die Meldung kommt lakonisch daher, vier dürre Zeilen auf der Webseite des Kreml: Sergej Iwanow, langjähriger Gefährte von Präsident Wladimir Putin seit gemeinsamen KGB-Tagen, zuletzt Chef der machtvollen Kremlverwaltung, verliert seinen Posten.

Ab sofort soll er sich als «Spezialbeauftragter» des Kreml um «Fragen des Naturschutzes, der Ökologie und des Transports» kümmern. Iwanow behält zwar zunächst seinen Platz in Russlands Sicherheitsrat. Dennoch ist der Schritt eine drastische Degradierung.

Eine Begründung für die Entmachtung Iwanows, der das Amt seit Ende 2011 innehatte, war zunächst nicht bekannt. Die Personalie ist brisant, weil Iwanow bislang als einer der engsten Vertrauten und langjähriger Gefährte von Putin galt.

Lange Jahre wurde der ehemalige Verteidigungsminister sogar als Kronprinz Putins gehandelt. 2007 war er inoffiziell Favorit als Kandidat des Kreml für die Präsidentschaftswahl 2008. Damals durfte Putin nach zwei ersten Amtszeiten laut russischer Verfassung nicht mehr antreten. Das Rennen machte dann aber Dmitrij Medwedew, der bis 2012 als Präsident agierte.

Damals machten Gerüchte in Moskau die Runde, Iwanow habe für Putins Geschmack zu viel Ehrgeiz entwickelt. Der scheidende Kreml-Chef habe befürchtet, Iwanow könnte sich schnell von ihm emanzipieren. Iwanow blieb aber dennoch weiter Mitglied des innersten Machtzirkels um Putin.

Die Hintergründe seines jetzigen Abschieds sind unklar. Nach Kremlangaben soll Iwanow selbst um seine Entlassung gebeten haben. In Russland wird die Formulierung «aus eigenem Wunsch» allerdings auch verwendet, wenn der Kreml dem Geschassten die Möglichkeit geben will, in der Öffentlichkeit das Gesicht zu wahren.

Die einflussreiche Präsidialverwaltung gilt in Russland als eine Art Nebenregierung. Ihr neuer Chef wird Iwanows bisheriger Stellvertreter Anton Waino.

beb/brk/Reuters

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