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epa04149304 Nadeschda Tolokonnikowa (L) and Maria Aljochina (R) of the Russian punk band Pussy Riot arrive at a hearing by Green group on Russia and human rights at the EU parliament in Brussels, Belgium,  01 April  2014.  EPA/OLIVIER HOSLET

Nadeschda Tolokonnikowa (links) and Maria Aljochina von der russischen Punkband Pussy Riot: Hier bei einer Anhörung in einem Ausschuss des EU-Parlaments in Brüssel.
Bild: OLIVIER HOSLET/EPA/KEYSTONE

Pussy-Riot-Aktivistin Tolokonnikowa: «Putin hat die Träume so vieler Menschen zerstört»

In Köln hat Nadja Tolokonnikowa ihr Buch über ihre Zeit im Straflager vorgestellt. Die Pussy-Riot-Mitgründerin rechnete mit Putin ab und mahnte: Es gebe in Russland auch Menschen, «die sind lustig».

14.03.16, 05:00


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Die Aktionskünstlerin Nadja Tolokonnikowa von der Moskauer Punkband Pussy Riot hat dazu aufgerufen, nicht alle Russen für Anhänger von Präsident Wladimir Putin zu halten. Es gebe in Russland auch Menschen, «die sind lustig und versuchen, etwas zu ändern», sagte die 26-Jährige beim Literaturfestival Lit.Cologne. «Es ist noch nicht alles verloren.» Tolokonnikowa wurde in Köln mit Ovationen gefeiert.

Sie zeichnete das Bild eines autoritären Staates, in dem Putin nach Belieben schaltet und waltet. Der Einzelne sei der Macht des Präsidenten und seiner Staatsgewalt nahezu schutzlos ausgeliefert. «Putin hat die Träume so vieler Menschen in meinem Land zerstört», sagte Tolokonnikowa.

Sie war nach Köln gekommen, um ihr Buch vorzustellen. «Anleitung für die Revolution» ist eine Mischung aus Autobiografie und Revolutionspamphlet, Tolokonnikowa beschreibt darin ihre Erfahrungen im russischen Straflager. Sie und ihre Mitstreiterin Maria Aljochina waren 2012 von einem Moskauer Gericht nach einem Punkprotest in einer Kirche zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden. Pussy Riot hatte mit der Aktion die Allianz zwischen Staat und Kirche angeprangert, zwischen Putin und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill.

«Das Lager hat mich Vieles gelehrt», sagte Tolokonnikowa, «und meinen Mund schliesse ich dennoch nicht». Die Härte, mit der das System gegen sie vorgegangen sei, hätte sie nicht erwartet. Zwei Erfahrungen seien für sie am schlimmsten gewesen, sagte Tolokonnikowa: «Die eine: dass man andere für mich bestraft hat. Die zweite: der Hungerstreik. Wenn du im russischen System in der Hungerstreik gehst, musst du bereit sein zu sterben.»

aar/dpa

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