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Verdächtige im Mordfall Nemzow: Erstes Geständnis.  Bild: MAXIM SHEMETOV/REUTERS

Verdächtigter gesteht Beteiligung an Nemzow-Mord – zwei Verhaftete der Tat beschuldigt

Die russischen Behörden haben zwei Verhaftete des Nemzow-Mordes beschuldigt. Die anderen drei gelten als verdächtig. 

08.03.15, 14:30 08.03.15, 19:25

Einer der Verhafteten im Fall Nemzow hat eine Beteiligung an der Bluttat gestanden. Das meldete die russische Richterin Natalja Muschnikowa am Sonntag. Insgesamt fünf Männer aus dem Nordkaukasus sitzen in Untersuchungshaft. Den Männern wird vorgeworfen, an der Organisation und Ausführung der Bluttat beteiligt gewesen zu sein. Vier der Verdächtigen wiesen die Anschuldigungen nach Gerichtsangaben zurück. Die Verteidigung kündigte Berufung gegen die Entscheidung an. 

Richterin Muschnikowa erliess auch gegen einen zweiten Verdächtigen Haftbefehl. Dieser gelte bis zum 28. April. Nach Angaben von Muschnikowa leugnet der zweite Mann eine Verwicklung in die Tat. 

Zaur D. Bild: TATYANA MAKEYEVA/REUTERS

Details zu den Verdächtigen gibt es bisher nur wenige: Zaur D. sei laut einem Behördensprecher in der Regionalhauptstadt Magas in der Teilrepublik Inguschetien gefasst worden sein, zitiert die Agentur Interfax. Sein Bruder Ansor G. sei auf dem Weg zu seiner Mutter im Norden von Inguschetien festgenommen worden. Beide sollen einen Hintergrund in den Sicherheitskräften haben, meldet die Nachrichtenagentur dpa.

So soll Zaur D. rund zehn Jahre im Bataillon «Sewer», einer Spezialeinheit des tschetschenischen Innenministeriums, gearbeitet und einen Führungsposten innegehabt haben. Sein Bruder habe Berichten zufolge für eine private Sicherheitsfirma in Moskau gearbeitet. 

Von Spuren zu Hintermännern keine Rede

Der Oppositionspolitiker Nemzow war am 27. Februar von einem Unbekannten in der Nähe des Kremls hinterrücks erschossen worden. Die Behörden gingen weiterhin von einem Auftragsmord aus, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax. Von Spuren zu möglichen Hintermännern war keine Rede. 

Blumen zu Ehren Nemzows am Tatort in Moskau. Im Hintergrund der Kreml. Bild: Denis Tyrin/AP/KEYSTONE

Die zuständige Richterin Natalia Muschnikowa erliess am Sonntag Haftbefehl gegen den Mann, der den Ermittlern zufolge ein Geständnis abgelegt hatte. Medien zufolge war der Mann jahrelang in einer Spezialeinheit des tschetschenischen Innenministeriums im Einsatz. Ein anderer Verdächtiger soll für eine private Sicherheitsfirma in Moskau gearbeitet haben. 

Diese zwei Männer waren am Samstag im benachbarten Inguschetien gefasst worden. Insgesamt gab es am Wochenende fünf Festnahmen im Mordfall Nemzow. 

Verdächtiger soll sich getötet haben

In Tschetschenien soll sich zudem ein weiterer mutmasslicher Verdächtiger selbst getötet haben. Der Mann habe eine Granate gezündet, als die Sicherheitskräfte ihn Grosny in der Nacht zum Sonntag festnehmen wollten, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Ermittlerkreise. Eine unabhängige Bestätigung lag nicht vor. 



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    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 08.03.2015 23:28
    Highlight Also so kompliziert scheint das nicht zu sein, wenn man die Hintergründe etwas kennt. Wie man vom im Käfig auf und abgehenden bärtigen Muslim aus Moskau sieht und hört preist er Allah und (vor Allem) seinen Propheten unablässig, ist also ein islamistischer Tschetschene, auch wenn er früher mal für eine Armeegruppe tätig gewesen sein soll. Wie aus der vielgesehenen allwöchentlichen Günter Jauch-Politsendung von heute Abend hervorhing, soll Nemzow vor etlichen Tagen öffentlich Verständnis für Charly Hebdo gezeigt haben und man geht bei den Ermittlungen derzeit davon aus, dass es sich beim Mord an Nemzow um eine islamistische Retourkutsche gehandelt haben könnte. Oder doch etwas, das damit einhergeht. Jedenfalls KEINE Spur eines geplanten "Putin-Mordes" also, wie dies nun tagelang stereotyp und gebetsmühlenartig im Westen, wie auch von der russischen Opposition, heruntergeleiert wurde. Reine Unterstellungen, Hypothesen , Verschwörungstheorien as usual also....
    1 0 Melden
  • quark 08.03.2015 17:45
    Highlight Tschetschenen ermorden Putin-Gegner? Sehr seltsam das! Eigentlich hatte ich erwartet Ru schiebt das einer Mädchen-Punk-Gruppe in die Schuhe.
    12 2 Melden
  • sewi 08.03.2015 14:52
    Highlight In Russland würde ich auch gestehen....
    7 5 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 08.03.2015 20:39
      Highlight Bei Folter gestehen nahezu alle, in jedem Land. Wenn das deine Anspielung war.
      2 0 Melden

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