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Russland fliegt bislang heftigste Luftangriffe in Syrien

22.11.15, 20:08 23.11.15, 09:45

Es waren die bislang heftigsten Luftangriffe im Osten Syriens seit dem Beginn des Bürgerkriegs 2011: Russische und syrische Kampfflugzeuge haben am Freitag mehr als 70 Einsätze in der Provinz Deir Essor geflogen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mitteilte.

Die russischen und syrischen Luftangriffe richteten sich gegen mehrere Städte und drei Ölfelder in Deir Essor, wie die Beobachtungsstelle mit Sitz in Grossbritannien mitteilte. Dabei seien mindestens 36 Menschen getötet worden, darunter auch zehn Kinder.

Russischer Luftschlag: Das Bild wurde am am 18. November veröffentlicht.
Bild: EPA/RUSSIAN DEFENCE MINISTRY/HO

Die ölreiche Provinz wird zu grossen Teilen vom IS kontrolliert. Die Regierungstruppen kontrollieren dort nur kleinere Gebiete und einen Militärflughafen.

Rund um den Flughafen lieferten sich IS-Kämpfer und Soldaten am Samstag heftige Gefechte, wie die Beobachtungsstelle unter Berufung auf ihr Aktivistennetzwerk in Syrien mitteilte. Die Angaben sind wegen der unübersichtlichen Lage in dem Bürgerkriegsland von unabhängiger Seite kaum überprüfbar.

Russische Luftangriffe in Syrien

Assad zufrieden

Russland fliegt ebenso wie eine US-geführte Koalition Angriffe gegen den IS in Syrien. Allerdings richten sich die Luftangriffe auch gegen andere Rebellengruppen, die gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad kämpfen – einen Verbündeten Moskaus.

Seit Beginn der russischen Luftangriffe seien die Regierungstruppen an «fast jeder Front» vorangekommen, sagte Assad am Sonntag dem Fernsehsender Phoenix aus Hongkong. Die Lage in Syrien habe sich «sehr gut» entwickelt.

Baschar al-Assad im Interview mit dem TV-Sender Phoenix.
Bild: EPA/SANA

Russland hatte seinen Einsatz in Syrien zuletzt noch verstärkt, nachdem Ende Oktober eine russische Passagiermaschine über der ägyptischen Sinai-Halbinsel abgestürzt war. Dabei handelte es sich nach Einschätzung Moskaus um einen Bombenanschlag.

Frankreich geht seit den Anschlägen in Paris mit 130 Toten ebenfalls verstärkt gegen den IS in Syrien vor. Ab Montag sei auch der Flugzeugträger «Charles de Gaulle» im östlichen Mittelmeer «einsatzbereit», sagte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am Sonntag im Radiosender Europe 1.

UNO-Resolution verabschiedet

Frankreichs Präsident François Hollande hatte nach den Anschlägen eine breitere Anti-IS-Koalition gefordert. Moskau zeigte Bereitschaft zur Teilnahme an einer solchen Allianz. Hollande und Aussenminister Laurent Fabius reisen nun kommende Woche nach Washington und Moskau, um «diese Fragen zu besprechen», wie Fabius am Samstag sagte.

Aussenminister Laurent Fabius, links, und François Hollande.
Bild: PHILIPPE WOJAZER/REUTERS

Der UNO-Sicherheitsrat verabschiedete am Freitagabend einstimmig eine Resolution, die alle Staaten auffordert, «alle nötigen Massnahmen» im Kampf gegen den IS im Irak und Syrien zu ergreifen. Der von Frankreich eingebrachte Text erteilt allerdings nicht die rechtliche Erlaubnis, militärisch gegen die IS-Miliz vorzugehen.

Zukunft mit oder ohne Assad?

Trotz der vorsichtigen Annäherung sind Russland und der Westen beim Syrien-Konflikt in zentralen Punkten weiter unterschiedlicher Ansicht: Russland will Assad in den Kampf gegen den IS einbeziehen, was die USA und andere westliche Staaten ablehnen.

Fabius bekräftigte, dass auch Frankreich an dem Ziel festhält, Assad von der Macht zu verdrängen. Frankreich sei der Auffassung, «dass Baschar al-Assad nicht die Zukunft Syriens sein kann», sagte Fabius.

Assad sagte dagegen in dem Fernsehinterview, dass es sein «Recht» sei, bei Neuwahlen wieder anzutreten. Für eine Entscheidung sei es aber noch «zu früh». Sie stehe ohnehin erst «in den nächsten Jahren» an und hänge letztlich davon ab, wie das syrische Volk zu ihm stehe. «Ich meine, wollen sie mich noch oder nicht?», sagte Assad. (sda/afp/meg)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Martin1961 27.11.2015 11:55
    Highlight Bei allem Elend fällt mir etwas positiv auf. Der Satz "Dabei handelte es sich nach Einschätzung Moskaus um einen Bombenanschlag." Bisher war gemäss Berichterstattung die 'Absturzursache' gem. russischem Inlandgeheimdienst ein Bombenanschlag, obwohl sich von der ägyptischen Flugunfalluntersuchungsbehörde noch niemand geäussert hat. Doch Zweifel vorhanden?
    0 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 22.11.2015 21:14
    Highlight Wenn Bomben in Syrien Kinder treffen scheint das niemanden gross zu interessieren, keine riesen Medienhysterie, kein Pray for Syria, keine 500 Kommentare, einfach zum kotzen diese Doppelmoral, wo seid ihr all die Leute die so entrüstet über Paris waren. Die ganzen Bomben werden nur noch mehr Leute zum Radikalismus bringen und irgendwie kann ich sie verstehen. Seit Jahren wird der Nahe Osten vom Westen Bombardiert und wir wundern uns, warum immer mehr Leute sich radikalisieren.

    Wir sind einfach die grössten Heuchler
    27 15 Melden
    • Gelöschter Benutzer 22.11.2015 21:40
      Highlight Doch, mich beschäftigen tote Kinder in Syrien, aber das Problem ist, dass ich keinen Rappen auf Meldungen der "Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte" gebe. Diese "Organisation" wird immer wieder zitiert ohne jemals Belege für deren Behauptungen nachgeliefert zu haben.
      http://blauerbote.com/2015/10/03/die-syrische-beobachtungsstelle-fuer-menschenrechte/
      18 3 Melden
    • Andi Amo 22.11.2015 23:03
      Highlight 1) Erstens, 'den Westen' gibt es nicht! Genauso wenig wie es ein Europa gibt, dass vereint irgendwo militärisch eingreift. Es sind einzelne Staaten und ihre Alliierten. Dass die radikalisierten der Daesh in erster Linie ihre eigentlichen Glaubensbrüder, Muslime, und vor allem mit voller Absicht auch Kinder und Frauen umbringen, sollte ihnen auch bekannt sein. Diese sogenannten Radikalisierten handeln also noch viel grausamer und unerbittlicher, als irgendwelche gezielte Bombardements. Ich heisse diese auch nicht gut, denn es trifft sehr oft trotzdem auch die Falschen.
      2 1 Melden
    • Andi Amo 22.11.2015 23:11
      Highlight 2) Aber ich behaupte, die europäischen Staaten versuchen tatsächlich, nur militärische Ziele zu treffen und Verluste in der Zivilbevölkerung tunlichst zu vermeiden. Ansonsten schwindet nämlich schnell der Rückhalt in der eigenen Bevölkerung. Im übrigen wird sich der Daesh wie auch die Hamas wie feige Hunde bevorzugt in/der Nähe von Schulen/Kindergärten/Krankenhäusern und dicht bewohnten Gebieten verstecken, damit bei Luftangriffen genau möglichst viele zivile Opfer zu beklagen sind, die man dann wieder für die eigene Propaganda einsetzen kann..
      2 1 Melden
    • Jonasn 22.11.2015 23:39
      Highlight Stoneage: und gleichzeitig mit diesen Sätzen lieferst du einen Link zu blauerbote.com - das ist sensationell und an Verblendung kaum zu überbieten!
      4 0 Melden
    • Joel Egger 23.11.2015 06:12
      Highlight Mir ist Frankreich einfach wichtiger als der islamische Raum.
      2 1 Melden

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