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Russland fliegt bislang heftigste Luftangriffe in Syrien



Es waren die bislang heftigsten Luftangriffe im Osten Syriens seit dem Beginn des Bürgerkriegs 2011: Russische und syrische Kampfflugzeuge haben am Freitag mehr als 70 Einsätze in der Provinz Deir Essor geflogen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mitteilte.

Die russischen und syrischen Luftangriffe richteten sich gegen mehrere Städte und drei Ölfelder in Deir Essor, wie die Beobachtungsstelle mit Sitz in Grossbritannien mitteilte. Dabei seien mindestens 36 Menschen getötet worden, darunter auch zehn Kinder.

epa05031627 A handout frame grab from video footage published on the official website of the Russian Defence Ministry 18 November 2015 shows Russian TU-22M3 long-range strategic bombers dropping OFAB-250-270 bombs at targets in Syria. Russian aviation has significantly increased the intensity of strikes against what Russia says were Islamic State targets in Syria.  EPA/RUSSIAN DEFENCE MINISTRY PRESS SERVICE BEST QUALITY AVAILABLE/HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Russischer Luftschlag: Das Bild wurde am am 18. November veröffentlicht.
Bild: EPA/RUSSIAN DEFENCE MINISTRY/HO

Die ölreiche Provinz wird zu grossen Teilen vom IS kontrolliert. Die Regierungstruppen kontrollieren dort nur kleinere Gebiete und einen Militärflughafen.

Rund um den Flughafen lieferten sich IS-Kämpfer und Soldaten am Samstag heftige Gefechte, wie die Beobachtungsstelle unter Berufung auf ihr Aktivistennetzwerk in Syrien mitteilte. Die Angaben sind wegen der unübersichtlichen Lage in dem Bürgerkriegsland von unabhängiger Seite kaum überprüfbar.

Russische Luftangriffe in Syrien

Assad zufrieden

Russland fliegt ebenso wie eine US-geführte Koalition Angriffe gegen den IS in Syrien. Allerdings richten sich die Luftangriffe auch gegen andere Rebellengruppen, die gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad kämpfen – einen Verbündeten Moskaus.

Seit Beginn der russischen Luftangriffe seien die Regierungstruppen an «fast jeder Front» vorangekommen, sagte Assad am Sonntag dem Fernsehsender Phoenix aus Hongkong. Die Lage in Syrien habe sich «sehr gut» entwickelt.

epa05037604 A handout picture made available on 22 November 2015 by Syrian Arab News Agency (SANA) of Syrian President Bashar al-Assad (R) during an interview with TV channel Phoenix in Damascus, Syria, 09 November 2015. According to the Syrian government's official agency SANA, al-Assad said in the interview with  the Hong Kong-based television channel Phoenix Television published on 22 November 2015, that terrorism must be defeated before political measures can be taken and that the situation for the Syrian government's troops has improved since Russia had started its military participation in Syria.  EPA/SANA / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Baschar al-Assad im Interview mit dem TV-Sender Phoenix.
Bild: EPA/SANA

Russland hatte seinen Einsatz in Syrien zuletzt noch verstärkt, nachdem Ende Oktober eine russische Passagiermaschine über der ägyptischen Sinai-Halbinsel abgestürzt war. Dabei handelte es sich nach Einschätzung Moskaus um einen Bombenanschlag.

Frankreich geht seit den Anschlägen in Paris mit 130 Toten ebenfalls verstärkt gegen den IS in Syrien vor. Ab Montag sei auch der Flugzeugträger «Charles de Gaulle» im östlichen Mittelmeer «einsatzbereit», sagte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am Sonntag im Radiosender Europe 1.

UNO-Resolution verabschiedet

Frankreichs Präsident François Hollande hatte nach den Anschlägen eine breitere Anti-IS-Koalition gefordert. Moskau zeigte Bereitschaft zur Teilnahme an einer solchen Allianz. Hollande und Aussenminister Laurent Fabius reisen nun kommende Woche nach Washington und Moskau, um «diese Fragen zu besprechen», wie Fabius am Samstag sagte.

French President Francois Hollande (R) and Foreign Affairs Minister Laurent Fabius are seen during a meeting with Qatar's Prime Minister and Interior Minister Sheikh Abdullah bin Nasser bin Khalifa Al Thani (unseen) at the Elysee Palace in Paris, France, November 17, 2015.    REUTERS/Philippe Wojazer

Aussenminister Laurent Fabius, links, und François Hollande.
Bild: PHILIPPE WOJAZER/REUTERS

Der UNO-Sicherheitsrat verabschiedete am Freitagabend einstimmig eine Resolution, die alle Staaten auffordert, «alle nötigen Massnahmen» im Kampf gegen den IS im Irak und Syrien zu ergreifen. Der von Frankreich eingebrachte Text erteilt allerdings nicht die rechtliche Erlaubnis, militärisch gegen die IS-Miliz vorzugehen.

Zukunft mit oder ohne Assad?

Trotz der vorsichtigen Annäherung sind Russland und der Westen beim Syrien-Konflikt in zentralen Punkten weiter unterschiedlicher Ansicht: Russland will Assad in den Kampf gegen den IS einbeziehen, was die USA und andere westliche Staaten ablehnen.

Fabius bekräftigte, dass auch Frankreich an dem Ziel festhält, Assad von der Macht zu verdrängen. Frankreich sei der Auffassung, «dass Baschar al-Assad nicht die Zukunft Syriens sein kann», sagte Fabius.

Assad sagte dagegen in dem Fernsehinterview, dass es sein «Recht» sei, bei Neuwahlen wieder anzutreten. Für eine Entscheidung sei es aber noch «zu früh». Sie stehe ohnehin erst «in den nächsten Jahren» an und hänge letztlich davon ab, wie das syrische Volk zu ihm stehe. «Ich meine, wollen sie mich noch oder nicht?», sagte Assad. (sda/afp/meg)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Martin1961 27.11.2015 11:55
    Highlight Highlight Bei allem Elend fällt mir etwas positiv auf. Der Satz "Dabei handelte es sich nach Einschätzung Moskaus um einen Bombenanschlag." Bisher war gemäss Berichterstattung die 'Absturzursache' gem. russischem Inlandgeheimdienst ein Bombenanschlag, obwohl sich von der ägyptischen Flugunfalluntersuchungsbehörde noch niemand geäussert hat. Doch Zweifel vorhanden?

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