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epa05955486 A handout photo made available by the Russian Foreign Ministry shows US President Donald J. Trump (C) speaking  with Russian Foreign Minister Sergei Lavrov (L) and Russian Ambassador to the U.S. Sergei Kislyak during their meeting in the White House in Washington, DC, USA, 10 May 2017.  EPA/RUSSIAN FOREIGN MINISTRY HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Beste Laune im Weissen Haus: Donald Trump empfing gestern Sergej Lawrow und Sergej Kisljak. Bild: EPA/Russian Foreign Ministry

Das merkwürdige Russland-Treffen im Oval Office – und die zynischen Reaktionen

Seit Dienstagabend herrscht ein Riesenwirbel um Trumps Russland-Connections. Dennoch traf der US-Präsident gestern den russischen Aussenminister und den russischen Botschafter. Später trat noch ein weiterer Überraschungsgast im Weissen Haus auf.

11.05.17, 03:04 11.05.17, 09:39


Donald Trump empfing gestern im Weissen Haus den russischen Aussenminister Sergej Lawrow und den russischen Botschafter Sergej Kisljak – und es herrschte beste Laune.

Wissen tun wir das allerdings nur dank Fotos der staatlichen russischen Newsagentur. Denn ihr Fotograf war der einzige, der beim Meeting anwesend war.

Richtig, US-Journalisten waren beim Treffen im Weissen Haus, im Machtzentrum der USA, nicht zugelassen. Eine freilich brisante Entscheidung zu einem überaus kritischen Zeitpunkt. Wenige Stunden zuvor feuerte Trump FBI-Direktor James Comey, der die Verbindungen des Präsidenten zu Russland untersuchte. 

Das Treffen sei zustande gekommen, weil Wladimir Putin dies bei einem Telefonat mit Trump anfangs Woche vorgeschlagen hätte, hiess es später am Tag seitens diverser US-Medien.

Ein unangebrachter Scherz

Und der russische Aussenminister verpasste es nicht, noch mehr Öl ins Feuer zu giessen. Lawrow sprach am Mittwochmorgen mit US-Aussenminister Rex Tillerson. Als er nach diesem Treffen ins Oval Office schritt, fragte ihn ein Reporter, ob Comeys Entlassung einen Schatten über das heutige Treffen werfe.

Eine durchaus berechtigte Frage. Lawrow konnte darüber jedoch nur lachen. «Was er wurde gefeuert?», fragte er sarkastisch. «Sie scherzen, sie scherzen!»

Nach der News-Konferenz traf sich Lawrow persönlich mit Trump. Es dauerte nicht lange, bis das russische Aussenministerium ein Foto veröffentlichte, das das erste Handshake zwischen den beiden zeigt. 

Ausgerechnet Kisljak

Beim Treffen im Oval Office ebenfalls anwesend: Sergej Kisljak, der russische Botschafter in Washington. Er ist eine Schlüssel-Figur in den laufenden Untersuchungen zu den Russland-Connections.

Trumps Sicherheitsberater Michael Flynn wurde gefeuert, nachdem herauskam, dass er sich mehrere Male mit Kisljak getroffen hatte und darüber nicht die Wahrheit gesagt hatte. Der amtierende Justizminister Jeff Sessions traf sich vergangenen Juli und September ebenfalls zweimal mit Kisljak – und verschwieg dies bei seiner Anhörung vor dem Senat. 

Sessions erklärte in der Folge, dass er sich aus sämtlichen Ermittlungen zu Russland zurückziehe. Dennoch empfahl er Trump, FBI-Direktor Comey zu feuern. 

Trump sagte das Treffen mit Kisljak und Lawrow sei «sehr, sehr gut» gewesen. Russland und die USA seien sich einig, dass das schreckliche Töten in Syrien so schnell wie möglich aufhören müsse. 

Auf auf Twitter tauchten Fotos auf, welche von der russischen Newsagentur aufgenommen wurden. Es zeigt die drei Gesprächspartner zufrieden lächelnd. 

Twitter lacht

Kein Wunder, dass die ersten zynischen Kommentare auf Twitter nicht lange auf sich warten liessen: 

Und dann kommt Kissinger ...

Und als ob das Treffen mit Kisljak und Lawrow nicht schon skurril genug gewesen wäre, lud Trump darauf noch einen weiteren Gast ein, der für Stirnrunzeln sorgte.

Manch ein Beobachter fragte sich wohl, ob er im komplett falschen Film sitze, tauchte doch tatsächlich Henry Kissinger im Weissen Haus auf.

epa05955193 US President Donald J. Trump meets with former Secretary of State Henry Kissinger in the Oval Office at the White House, Washington, DC, USA, 10 May 2017.  EPA/Molly Riley / POOL

Trump lädt ausgerechnet am Tag nachdem er mit Nixon verglichen wurde, dessen ehemaligen Aussenminister Henry Kissinger ins Weisse Haus ein. Bild: EPA/Polaris POOL

Der 93-Jährige amtete einst als US-Aussenminister. Und zwar genau für jenen Präsidenten mit dem Trump seit Dienstagabend pausenlos verglichen wird: Richard Nixon.

1973 feuerte Nixon den Sonderermittler, der gegen ihn Untersuchungen leitete. In der Folge musste er als Präsident der Vereinigten Staaten zurücktreten. 

Trump würde also gut daran tun, sich so weit wie möglich von Nixon zu distanzieren, machte aber genau das Gegenteil. Mehr Realsatire geht nicht. (cma)

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Juliet Bravo 11.05.2017 14:06
    Highlight Wes Brot ich ess', des Lied ich sing'.
    2 1 Melden
  • Herren 11.05.2017 10:48
    Highlight Es müsste dich selbst dem Trump Team klar gewesen sein, dass Comeys Absetzung zu Problemen führt. Was, wenn Trump von den Russen zu diesem Schritt gezwungen wurde? Sie profitieren ebenfalls von Comeys Abgang. Es ist doch kein Zufall, dass sie erst dann ins Weiße Haus kamen, als der FBI-Direktor weg war?
    Was haben die Russen gegen Trump in der Hand?

    Ist es da nicht logisch zu vermuten, das
    12 1 Melden
  • Stachanowist 11.05.2017 10:17
    Highlight Mir ist nicht ganz klar, weshalb die Präsenz Kissingers abwegig sein soll. Mehr Erfahrung im Umgang mit Russland/UdSSR hat wohl kein anderer in den USA. Kissinger geniesst zu Recht viel Respekt sowohl in den USA als auch in Russland. Er war nicht nur unter Nixon sondern auch in der Ford-Administration Berater und schliesslich auch Aussenminister. In der Zeit der Détente bewies er seine Versiertheit im Umgang mit Moskau und balancierte Kompromiss und harte US-Eigeninteressen aus.

    Was ist an der Präsenz eines Russlandexperten bei einem Treffen mit dem russischen Aussenminister "realsatirisch"?
    4 7 Melden
    • Datsyuk * 11.05.2017 11:53
      Highlight Kissinger (Kriegsverbrecher) würde ich generell nicht einladen.
      8 2 Melden
    • Stachanowist 11.05.2017 12:58
      Highlight Mein Kommentar bezieht sich auf Kissingers Russland-Expertise. Die ist in der aktuellen geopolitischen Lage keine Realsatire, sondern ein wertvolles Gut.

      Mit Ihrem Kommentar sprechen Sie wohl auf Christopher Hitchens' Untersuchung an. Fair enough, hat mit Kissingers Rolle in diesem Treffen aber wenig zu tun.
      1 0 Melden
    • Datsyuk * 11.05.2017 13:29
      Highlight Stachanowist, einverstanden.
      1 0 Melden
  • Olmabrotwurst 11.05.2017 09:22
    Highlight US journalist war nicht anwesend^^ Fotos kamen von der rissischen Agentur. Wie damals bei Groom Lake, die Russen hatten Luftaufnahmen von der anlage und die Amis sagten ihrem Volk weiterhin: Neiin eine solche Anlage existiert nicht. Was ich damit sagen will, die ganze Welt weiss bescheid und das Amerikanische Volk wird von links bis recht verar...t.
    11 2 Melden
  • Baba 11.05.2017 09:04
    Highlight Soso, nur russische Fotografen im Oval Office... Und das meint der frühere Sicherheitsberater Joe Bidens, Colin Kahl, dazu:

    http://twitter.com/ColinKahl/status/862341867161235456
    Die Antwort des früheren stv. CIA Chefs Cohen bringt's auf den Punkt :)

    Noch eine Bemerkung von Kahl - und dieser war damals ein Mitglied des Teams um VP Biden!

    http://twitter.com/ColinKahl/status/862342835680546816

    1 2 Melden
  • The oder ich 11.05.2017 09:03
    Highlight Noch eine Twitter-Reaktion

    © @TobyonTV
    4 3 Melden
  • PadPalon 11.05.2017 09:02
    Highlight Die ganze Trump-Geschichte wird immer schräger. Krieg noch Kopfschmerzen davon.

    ABER: Wer auch immer den Tweet von Spoony One hier eingefügt hat, geniesst meine volle Unterstützung :P
    4 0 Melden
  • flyingdutch18 11.05.2017 08:50
    Highlight In dieses Treffen wird zu viel hineininterpretiert. Und wenn, dann macht sich Trump über seine Kritiker lustig. So einen Humor hätte ich ihm nicht zugetraut.
    3 10 Melden
  • Spi 11.05.2017 08:47
    Highlight Ich sagte immer, Trump macht es 6 Monate. Ich liege gut im Rennen.
    10 2 Melden
  • Pana 11.05.2017 08:07
    Highlight "Mehr Realsatire geht nicht."

    Und noch immer kommen mir Zweifel, ob das ganze nicht einfach eine grosse Verarsche ist. Zumindest gewisse Aktionen dienen rein zum Trollen.
    23 3 Melden
  • Toerpe Zwerg 11.05.2017 07:50
    Highlight "I have spent the greater part of the past seventy years engaged in one way or another in U.S.-Russian relations. I have been at decision centers when alert levels have been raised, and at joint celebrations of diplomatic achievement. Our countries and the peoples of the world need a more durable prospect.

    I am here to argue for the possibility of a dialogue that seeks to merge our futures rather than elaborate our conflicts. This requires respect by both sides of the vital values and interest of the other."

    Kissinger, 4.2.2016 nationalintrest.org
    11 2 Melden
  • walsi 11.05.2017 07:09
    Highlight Der russische Aussenminister trift sich in Whashington mit dem Präsidenten und der russische Botschafter ist auch dabei, also ein ganz normaler Vorgang. Wo ist jetzt genau das Problem? Wäre es nicht viel merkwürdiger, wenn der Botschafter nicht dabei wäre?
    21 29 Melden
    • äti 11.05.2017 08:25
      Highlight ... der Zeitpunkt ist's.
      7 4 Melden
    • walsi 11.05.2017 11:10
      Highlight @äti: Das der Zeitpunkt das Problem ist, ist dem krampfhaften Versuch, bei allem was Trump tut, das Haar in der Suppe zu suchen geschuldet.
      3 3 Melden
    • äti 11.05.2017 12:48
      Highlight @walsi: glaube nicht, dass nach Haaren gesucht werden muss, die sind da. Der Zeitpunkt war schon dilettantisch.
      2 1 Melden
  • Töfflifahrer 11.05.2017 06:58
    Highlight Bei einem inner-russischen Treffen brauchts ja auch keine anderen Fotografen.
    53 4 Melden
  • theswissdude 11.05.2017 06:46
    Highlight ja mol. lässig. 🙄
    10 4 Melden

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