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Teile des Flugabwehrsystems S-300 in Russland. Bild: SERGEI CHIRIKOV/EPA/KEYSTONE

Griechenland will russische Raketen kaufen – woher das Geld kommt, ist unklar

Der griechische Verteidigungsminister Kammenos hat in Russland den Kauf von Raketen für das Flugabwehrsystem S-300 sondiert. Es gehe ausschliesslich um die Erneuerung bereits vorhandener Waffensysteme und deren technischen Support, betonte er. 

16.04.15, 07:45 16.04.15, 08:33

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Woher das Geld für den Deal kommen soll, ist unklar. Dennoch verhandelt die griechische Regierung angeblich in Moskau über den Kauf von neuen Raketen für das Flugabwehrsystem S-300 und deren Wartung. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Ria.

Erst in der vergangenen Woche hatte der Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras bei Kremlchef Wladimir Putin im Westen für Irritationen gesorgt

Jetzt zitiert die Nachrichtenagentur Griechenlands Verteidigungsminister Panos Kammenos: «Wir beschränken uns auf den Ersatz von Raketen (für die Systeme).» Es gebe Verhandlungen zwischen Athen und Moskau «wegen der Wartung der Systeme sowie für den Kauf neuer Raketen».

Alexis Tsipras zu Besuch bei Putin. Bild: EPA/AP POOL

«Wir diskutieren mit Russland ausschliesslich den technischen Support und die Erneuerung vorhandener Systeme (...). Alles andere ist Science Fiction.» 

Innenminister Panos Kammenos

Der griechischen Agentur Ampe sagte Kammenos: «Wir diskutieren mit Russland ausschliesslich den technischen Support und die Erneuerung vorhandener Systeme, die ihr Verfallsdatum überschritten haben und die in unserer Luftabwehr bereits zum Einsatz kommen. Eines dieser Systeme ist das S-300. Alles andere ist Science Fiction».

Das NATO-Mitglied Griechenland ist seit den späten 90er-Jahren im Besitz von russischen S-300-Systemen. Russland hatte kürzlich nach den Verhandlungen über das Atomprogramm Irans angekündigt, den Lieferstopp des Raketenabwehrsystems an Teheran zu beenden.

Ein russisches S-300-Fahrzeug an einer Militärparade in Moskau 2009. Bild: ALEXANDER NATRUSKIN/REUTERS

Bei dem Besuch von Tsipras in Moskau war es angeblich nicht um konkrete Finanzhilfen für die vom Staatsbankrott bedrohten Griechen gegangen, sondern um eine Verbesserung der Wirtschaftskontakte.

Der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble forderte Griechenland auf, «Vertrauen an den Märkten» zurückzugewinnen. Athen müsse überlegen, wie es seine Wettbewerbsfähigkeit stärken kann, sagte er am Mittwoch in der Columbia University in New York. Die Frage der Rückgewinnung des vollen Zugangs zum Kapitalmarkt sei schon eine wesentliche Zielgrösse des aktuellen zweiten Hilfsprogramms für das Land gewesen.

Schäuble forderte Griechenland erneut auf, seine Zusagen gegenüber seinen Geldgebern einzuhalten. Im Übrigen habe er Regierungschef Tsipras bei früherer Gelegenheit schon gewarnt, wenn er seinen Wählern eine Erholung ohne ein mit den Geldgebern abgestimmtes Programm verspreche, dann werde er ein Problem bekommen. (als/AP/Reuters)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • elivi 16.04.2015 10:54
    Highlight Hm letztes mal als russland raketen lieferte, wurde damit ein passagierflugzeug abgeschossen .... die erneuerung der armeewaffen is wohl das letzte problem das die grichen haben. Wer auch immer in grichenland einmaschieren will wird nix zu erobern finden.
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  • Le_Urmel 16.04.2015 10:01
    Highlight Pleite aber Waffen kaufen und DAS von einer linken Regierung..... dazu fällt mir nichts mehr ein, wirklich nicht
    7 1 Melden

Alt-Bundesrat Schmid zum Russen-Doping: «Russische Spione waren in der Schweiz»

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