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Vor der Evakuierung noch ein Schwumm im Roten Meer.
Bild: Ahmed Abd El-Latif/AP/KEYSTONE

Absturz-Desaster in Ägypten: Russland fliegt 11'000 gestrandete Touristen aus

Seit dem Absturz der russischen Passagiermaschine sitzen zahlreiche Touristen in ägyptischen Urlaubsorten fest. Am Wochenende liess Moskau 11'000 Russen aus dem Land fliegen, Zehntausende sind noch vor Ort.

08.11.15, 11:45 08.11.15, 11:56

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Russland hat nach Informationen der Nachrichtenagentur Ria Nowosti in den vergangenen 24 Stunden 11'000 russische Touristen aus Ägypten ausgeflogen. Ihnen würden im Laufe des Tages weitere folgen, zitierte die Agentur am Sonntag den Vize-Ministerpräsidenten Arkadi Dworkowitsch.

Eine Woche nach dem Absturz einer russischen Passagiermaschine über der Sinai-Halbinsel sitzen aber weiter Zehntausende Russen in Ägypten fest. Am Freitag sollen noch rund 79'000 Urlauber aus Russland in dem Land gewesen sein. Nach dem Unglück hatte die Regierung in Moskau den Linienverkehr nach Ägypten untersagt, weshalb viele Touristen in den Urlaubsorten Scharm al-Scheich und Hurghada gestrandet waren.

Russische Touristen bei ihrer Ankunft in Moskau.
Bild: Alexander Zemlianichenko/AP/KEYSTONE

Auch Grossbritannien ist derzeit dabei, Touristen in die Heimat zurückzuholen. Behördenvertreter sagten am Samstag, neun Passagiermaschinen hätten rund 2000 Briten zurück auf die Insel gebracht. Die britische Regierung warnte zugleich, dass für manche britischen Touristen der Aufenthalt unfreiwillig noch länger dauern werde.

20'000 Briten waren in Scharm al-Scheich

Angesichts einer «begrenzten Anzahl von Flügen», die von Scharm al-Scheich aus täglich starten könnten, sei es wahrscheinlich, dass Reiseveranstalter «einigen Leuten raten werden, ihren Aufenthalt zu verlängern», sagte ein Regierungssprecher. Die Kosten würden erstattet. Zum Zeitpunkt des Absturzes hatten sich rund 20'000 Briten in Scharm al-Scheich aufgehalten.

Bei dem Absturz der russischen Verkehrsmaschine waren am 31. Oktober alle 224 Insassen ums Leben gekommen. In Grossbritannien und den USA geht man aufgrund von Geheimdienstinformationen davon aus, dass der Jet gesprengt wurde. Die deutsche Regierung hat sich bislang nicht offiziell zu möglichen Absturzursachen geäussert. Ein hoher Sicherheitsbeamter sagte aber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung alle verfügbaren Informationen sprächen für einen Bombenanschlag des Islamischen Staates (IS).

Bei der Suche nach der Absturzursache geht ein Ermittlungsteam aktuell einem plötzlich aufgetretenen Geräusch nach, das ein Flugschreiber aufgezeichnet hat. Die Aufnahme werde zur näheren Analyse an ein Speziallabor geschickt, hiess es am Samstag vom Leiter der Ermittlungen. Es werde «allen möglichen Szenarien» nachgegangen.

mbö/Reuters/AFP

Flugzeugabsturz Metrojet im Sinai

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