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epa06702173 An undated handout photo made available by Greenpeace shows the 'Akademik Lomonosov', the world's first floating nuclear power plant, under tow and leaving St. Petersburg, Russia. The plant, owned and operated by Russian state controlled nuclear giant Rosatom, will pass through Estonian, Danish, Swedish and Norwegian waters towards Murmansk. The 'Akademik Lomonosov', the first in a series of floating nuclear plants planned, will be fuelled, tested and in 2019 towed 5,000 km through the Northern Sea Route and put to use near Pevek, in the Chukotka Region.  EPA/NICOLAI GONTAR / GREENPEACE / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die «Akademik Lomonossow» wird aus dem St.Petersburger Hafen gezogen. Bild: EPA/GREENPEACE

Russland stellt ein AKW ins Meer – ist das so gefährlich, wie es klingt?

30.04.18, 13:55 30.04.18, 14:39


Im russischen St.Petersburg lief jetzt das erste schwimmende AKW vom Stapel. Die «Akademik Lomonossow» (benannt nach dem russischen Universalgelehrten Michail Lomonossow) soll 2019 den Reaktorbetrieb aufnehmen. Ist das so gefährlich, wie es klingt? Der Reihe nach: 

Die Idee: Strom für entlegene Gebiete

2007 beginnt der russische Energiekonzern Rosatom mit dem Bau für ein schwimmendes Atomkraftwerk. Die Idee fasst Ingenieur Georgi Tichomirow vom Moskauer Institut für angewandte Physik damals wie folgt zusammen: «Der Vorteil des schwimmenden Kernkraftwerks: Es kann überall Strom liefern.» Die Hoffnung: Der schwimmende Atommeiler könnte vor allem von kleinen Pazifikstaaten zur Energieversorgung genutzt und damit ein Exporterfolg werden.

Tichomirow: «Es ist wie ein Kreuzfahrtschiff. Die Crew lebt wie in einem 4-Sterne-Hotel.»

So schön steril sehen die Pläne aus

Video: YouTube/TomoNews Sci & Tech

Der Prototyp: Energie ab 2019 für 200'000 Menschen

Der Prototyp «Akademik Lomonossow» lief gestern in St.Petersburg vom Stapel – vorerst noch ohne atomare Brennstäbe. Das Schiff mit den beiden Kernreaktoren soll über die Ostsee Kurs auf die russische Arktisregion Tschuktschen nehmen und dort ab 2019 Strom liefern, etwa für Ölbohrinseln. Insgesamt sollen die beiden Reaktorblöcke Energie für bis zu 200'000 Menschen produzieren, etwa für Meerwasserentsalzungsanlagen. Russland hofft in der entlegenen Region am Meeresgrund auch Bodenschätze ausbeuten zu können.

epa06702175 An undated handout photo made available by Greenpeace shows the 'Akademik Lomonosov', the world's first floating nuclear power plant, under tow and leaving St. Petersburg, Russia. The plant, owned and operated by Russian state controlled nuclear giant Rosatom, will pass through Estonian, Danish, Swedish and Norwegian waters towards Murmansk. The 'Akademik Lomonosov', the first in a series of floating nuclear plants planned, will be fuelled, tested and in 2019 towed 5,000 km through the Northern Sea Route and put to use near Pevek, in the Chukotka Region.  EPA/NICOLAI GONTAR / GREENPEACE / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die «Akademik Lomonossow» in St.Petersburg. Bild: EPA/GREENPEACE

Die Argumente der Befürworter: Sicher (und versenkbar)

Die Entwickler von Rosatom behaupten, der schwimmende Meiler sei sicher. «Im schlimmsten Fall müssen wir nur eine Zone von einem Kilometer rund um den Reaktor sichern», beteuern die Betreiber. Käme es zu einer Kernschmelze wie 2011 im japanischen AKW Fukushima, könne der schwimmende Meiler im Meer versenkt werden, sagen die Befürworter. Die Technik sei durch atombetriebene Eisbrecher bekannt und beherrschbar.

Die Argumente der Kritiker: «Schwimmendes Tschernobyl»

Kritiker der Atomkraft warnen vor dem schwimmenden Meiler. Von einem «gefährlichen Experiment» und einem «schwimmendem Tschernobyl» spricht Greenpeace-Experte Jan Haverkamp. Der flache Schiffsrumpf und der fehlende Eigenantrieb mache die «Akademik Lomonossow» bei Orkanstürmen und Tsunamis «besonders anfällig».

Haverkamp: «Atomkraftwerke, die durch die Arktis tuckeln, stellen eine Bedrohung für ein sensibles Ökosystem dar, das durch den Klimawandel ohnehin unter Druck steht.» (per/watson.de)

Das dürfte Ralph nicht gefallen

Video: watson/Ralph Steiner, Emily Engkent

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38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gregor Hast 01.05.2018 18:08
    Highlight Ich nehme mal an die Sicherheitsstandards wurden eingehalten und das AKW ist mehr als gut abgesichert. Allerdings- was passiert wenn dieses AKW z.B. wegen einer Naturkatatstrophe zerstört werden würde?
    0 2 Melden
  • Bowell 01.05.2018 01:45
    Highlight Das A und O beim Betrieb eines Kernkraftwerks ist die Kühlung. Fukushima Daiichi konnte nicht ausreichend gekühlt werden und deshalb kam es zur Kernschmelze. Bei einem schwimmenden AkW ist genug Wasser zur Kühlung vorhanden, was bei dieser russischen Variante wohl einer der Hauptvorteile, neben der Mobilität, ist.
    5 6 Melden
    • fcsg 01.05.2018 05:15
      Highlight In Fukushima hatte es auch genug Wasser, das AKW liegt ja direkt am Meer. Ohne Strom kommt aber leider kein Tropfen Wasser zum Reaktor, das ist hier nicht anders. AKW brauchen eine externe Stromversorgung für die Kühlung, fällt diese aus, kommt es unweigerlich zur Kernschmelze. Das Versenken im Meer ist natürlich eine tolle Lösung für Mensch und Umwelt...
      12 3 Melden
    • Bowell 01.05.2018 08:10
      Highlight Das stimmt nur bedingt. Hier zieht man den „Stöpsel“ und das Ding säuft auch ohne Strom ab.
      1 4 Melden
    • fcsg 01.05.2018 08:40
      Highlight Toll und dann vergammelt es langsam im korrosiven Meerwasser?
      7 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • el heinzo 30.04.2018 22:54
    Highlight Wie praktisch, ein Tauchsieder für die Arktis. Schifffahrtsstrassen ahoi!!
    12 0 Melden
  • rodolofo 30.04.2018 21:30
    Highlight Aus Tschernobyl nichts gelernt und aus dem Stalinismus auch nichts gelernt.
    Entweder ist es Dummheit, oder es ist Sturheit, oder -noch wahrscheinlicher- es ist Dummheit UND Sturheit...
    12 13 Melden
  • Echo der Zeit 30.04.2018 20:32
    Highlight Mol Super, Ein Schimmernder AKW um in der Russische Arktisregion Tschuktschen, Strom zu liefern für Ölbohrinseln.
    19 3 Melden
  • Sapientia et Virtus 30.04.2018 20:14
    Highlight Das wär doch etwas für uns: Im Basler Rheinhafen ankern lassen, und wenn es Probleme gibt, Anker kappen - bis es hochgeht, ist es hoffentlich an schon in Strassburg! Im Ernst: Eine Kernschmelze durch Kühlung mit Meerwasser zu verhindern, ist sicher möglich, aber die Krux liegt darin, dafür zu sorgen, dass diese Kühlung im Notfall garantiert funktioniert.
    27 1 Melden
    • Freydenker 03.05.2018 06:22
      Highlight Sapientia die Kühlung durch versenken funktioniert garantiert 😂

      Die Frage ist nur was für einen Einfluss es auf die Umwelt haben wird. Nach Langzeitstudien mit versenkten Atom U-Booten und massenhaft versenktem Atommüll und A-Bomben kann ja nichts passieren😂 zumindest bis es genug ist um das Fass zum überlaufen zu bringen und es genug ist um bemerkt zu werden.

      Ich gehe davon aus die verantwortlichen keine Kinder haben oder mögen ihre eigenen wahrscheinlich nicht, deshalb ist alles nicht so schlimm die Leben bis dahin eh nicht mehr 😉
      1 2 Melden
  • the give me diini Blitz! 30.04.2018 18:01
    Highlight Innovativ. Der Abfall lässt sich so nur noch über Bord schmeissen
    27 2 Melden
  • Bynaus @final-frontier.ch 30.04.2018 17:43
    Highlight "Schwimmendes Tschernobyl" ist kein Argument, sondern einfach eine polemische Beschreibung. Nicht so überraschend von Greenpeace... Orkane und Tsunamis gibts in der Arktis auch nicht gerade viele.
    22 25 Melden
    • phreko 30.04.2018 20:14
      Highlight Warum nicht?
      19 6 Melden
  • lilie 30.04.2018 16:36
    Highlight Tja, das klingt alles schön und gut, mobile Stromversorgung für arme Inselstaaten (die - Ironie des Schicksals - sowieso in ein paar Jahren wegen der Klimaerwärmung in den Fluten versinken werden und dann wahrscheinlich auf ihren schwimmenden Atommeiler umziehen).

    Aber warum wird eigentlich immer nur über den Super-GAU geredet (der im übrigen schlimm genug ist)? Warum redet niemand über die Probleme beim Betrieb von AKWs (egal ob zu Land, zu Wasser oder zu Luft)?

    Die Entsorgung des Atommülls, der entsteht, ist immer noch ungelöst - und das Zeug strahlt noch für mehrere 100'000 (!!!) Jahre!
    25 3 Melden
    • yellowastra 30.04.2018 22:43
      Highlight Das Zeug das für weitere 100‘000 Jahre strahlt ist nicht wirklich das Problem. Viel gefährlicher sind die Stoffe die eine sehr kurze Halbwertszeit haben.
      7 7 Melden
  • walsi 30.04.2018 16:03
    Highlight Mobile AKW sind nichts neues, jeder US-Flugzeugträger hat eins. Weshalb spricht man bei denen nicht vom schwimmenden Tschernobil? Vor allem wenn man bedenkt, dass es im Ernstfall das Ziel jedes Gegners ist die zu versenken.
    83 18 Melden
    • Echo der Zeit 30.04.2018 17:28
      Highlight Der Schwimmende Schrothaufen Sauft auch ohne zu Tun von aussen ab.
      11 13 Melden
    • J4un7y 30.04.2018 17:50
      Highlight Auch die meisten U-Boote. Hier ist wahrscheindlich die Grösse des Reaktors grund zur Sorge.
      18 1 Melden
    • Beggride 30.04.2018 17:54
      Highlight Ich denke da liegt es vor allem an der Dimension des Reaktors, oder aber an der amerikanischen Sympathie, wahrscheinlich beides...
      13 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • exeswiss 30.04.2018 15:37
    Highlight "Käme es zu einer Kernschmelze wie 2011 im japanischen AKW Fukushima, könne der schwimmende Meiler im Meer versenkt werden, sagen die Befürworter."

    ja geil... falls was passiert verseuchen wir einfach das meer. aus den augen aus dem sinn.
    150 15 Melden
    • elmono 30.04.2018 17:02
      Highlight Es kommt ja aufgrund der Kühlung durch Meerwasser erst gar nicht zur Kernschmelze.
      10 15 Melden
    • Freydenker 03.05.2018 06:08
      Highlight Ich bin kein Befürworter der AKW's aber man sollte Wissen was alles schon alles an Radioaktivem Müll in den Meeren liegt (auch aus CH) zudem das Russland schon Atomgetriebene Eisbrecher hat sowie dass jeder Flugzeugträger der USA Atombetrieben ist.
      Wieso das Aufregung? Nur weil es Russland ist?
      2 1 Melden
  • Flint 30.04.2018 15:04
    Highlight In dem Artikel vermisse ich die Einordnung der Pro- und Contra-Statements. Was ist nun wahr? Wie gefährlich ist das tatsächlich? Schwimmendes Tschernobyl, ist das nicht etwas übertrieben? Einfach im Meer zu versenken - ist das wirklich so einfach? Was geschieht danach? Ein unabhängiger Experte hätte vielleicht noch zu Wort kommen sollen um die Meinungen zu bewerten, finde ich.
    248 7 Melden
  • Gipfeligeist 30.04.2018 14:50
    Highlight Weil "Schiffe versenken" zu langweilig geworden ist? ^^
    ernsthaft, wenn hier was schief geht, ist die gesamte Welt am A*
    33 50 Melden
    • almlasdn 30.04.2018 15:20
      Highlight Warum ist die gesamte Welt am Arsch? Seriöse Frage.
      47 12 Melden
    • Gaterde 30.04.2018 15:42
      Highlight Nicht die ganze Welt. Aber stellt dir vor wie gut Wasser die Strahlung weiterleiten-/treiben kann. Da wird sehr viel verseucht...
      31 33 Melden
  • purpletrain 30.04.2018 14:31
    Highlight Liegen die alten sowjetrussischen Atom U-Boot eigentlich immer noch in der Arktis rum? Nur so von wegen: im Notfall kann man‘s ja versenken
    140 9 Melden
    • Gringoooo 30.04.2018 15:15
      Highlight Da liegen leider noch ganze atomare Müllhalden auf dem Grund - weit mehr als "nur" die versekten Boote. Aus den Augen aus dem Sinn.
      57 2 Melden
    • Echo der Zeit 30.04.2018 17:26
      Highlight Ja wens nur die U-Boote wären.
      10 1 Melden
    • Hugo Wottaupott 30.04.2018 17:42
      Highlight Na und? In schweizer Seen liegt auch 2WK Muition rum.
      3 17 Melden
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