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This photo taken Monday, April  13, 2015, shows the T-14 Armata tank, with its turret covered with fabric, during a rehearsal for the Victory Day parade at a shooting range outside Moscow, Russia. The Russian Defense Ministry has released photographs of its new tank, which is to be shown to the public for the first time during the Victory Day parade on Red Square next month. The tank is said to surpass all Western versions because of its remotely controlled cannon and the protection it offers its crew. (Vadim Savitsky/Russian Defense Ministry via AP)

Das erste Bild: Ein T-14 bei einer Testfahrt vor der mit Spannung erwarteten Militärparade am «Tag des Sieges». Bild: AP/RUSSIAN DEFENSE MINISTRY

«So einen Panzer hat niemand»: Russland feiert seine neue Wunderwaffe 

Der russische T-14 soll es mit den Kampfpanzern des Westens aufnehmen. Zur Siegesfeier über Hitler-Deutschland werden die ersten «Armata»-Fahrzeuge über den Roten Platz rollen. Aber kann Moskau die neue Wunderwaffe auch bezahlen?

28.04.15, 19:24 29.04.15, 12:29

Benjamin Bidder, Moskau



Ein Artikel von

Russlands auflagenstärkste Boulevardzeitung «Komsomolskaja prawda» machte am Dienstag mit schwerem Kriegsgerät auf: Der neue Panzer «Armata» fahre durch das Zentrum von Moskau, jubelte das Millionenblatt. Nachrichten aus der Rüstungsbranche sind in Russland keine Randnotizen.

Präsentiert wurde ein neues 55-Tonnen-Ungetüm, genannt T-14 oder auch «Armata». Das russische Verteidigungsministerium stellte Fotos und ein kurzes Video des neuen Kampfpanzers ins Internet, am 9. Mai sollen ein Dutzend Exemplare durch die russische Hauptstadt zum Roten Platz fahren, als Höhepunkt der diesjährigen Militärparade am «Tag des Sieges» über Hitlerdeutschland.

«Geheimstes Projekt der russischen Waffenbranche»

Der T-14 ist eines der wichtigsten Prestigeprojekte der russischen Rüstungsbranche und die erste Neuentwicklung eines Panzers seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991. Das Fachblatt «Janes Defense Journal» spricht vom «grössten Wandel bei Russlands Kampffahrzeugen seit den 60er-Jahren». Das Staatsfernsehen schwärmt vom «geheimsten Projekt der russischen Waffenbranche». Der für Rüstung zuständige Vizepremier Dmitrij Rogosin verspricht einen «echten Durchbruch im Panzerbau. So einen Panzer hat niemand, weder die Amerikaner noch die Europäer».

Parade mit Pomp: Am 7. Mai sollen auf Moskaus Strassen rund ein Dutzend Exemplare des neuen Super-Panzers gezeigt werden. video: youtube/АЙВЕНЕНГО РИФ.ТВ

Seit Wochen werden verwackelte Fotos in Blogs und sozialen Netzwerken gezeigt. Die meisten wurden aufgenommen auf dem Gelände des Herstellers, der Rüstungsschmiede Uralwagonsawod im Ural. Der T-14 fasziniert viele Russen, weil die Geburt einer neuen Panzergeneration selten ist. Bislang war der T-90 Russlands modernster Panzer. Er wird seit Ende der 80er-Jahre gebaut, der deutsche «Leopard 2» seit den 70ern, Amerikas «Abrams» seit 1980.

Im kommenden Jahr soll Massenproduktion anlaufen

Mit dem T-14 will Moskau Stärke und Modernität zeigen: Der Panzer verfügt über eine 125-Millimeter-Glattrohrkanone, der Gefechtsturm wird per Funk gesteuert. Er ist wendiger als viele westliche Panzer und ist mit aller notwendigen Technik ausgestattet, um in Verbänden vernetzt zu operieren. Stichwort: Netzwerk-zentrierte Kriegführung.

Im kommenden Jahr soll die Massenproduktion anlaufen. 2300 Kampfpanzer soll das Werk im Ural bis 2020 bauen, 500 pro Jahr. Zum Vergleich: Der Bundeswehr stehen gegenwärtig insgesamt 225 «Leopard 2» zur Verfügung.

Mit dem T-14 sieht sich Russland im Wettkampf der Grossmächte gut gerüstet: Man könne natürlich wie die Amerikaner «solange man will gezielte Luftschläge durchführen. Früher oder später aber muss man eine Operation auf dem Boden beginnen», sagt Oleg Sijenko, Chef des Panzerbauers Uralwagonsawod.

Was kann der T-14? Mutmassungen eine Twitter-Users. twitter

Putin strebt Armee-Modernisierung an

Der «Armata»-Panzer ist wichtigster Bestandteil eines ehrgeizigen Vorhabens: Bis 2020 plant der Kreml, den Anteil moderner Technik bei seinen Streitkräften von 10 Prozent auf 70 Prozent zu steigern. Für 19 Billionen Rubel will Präsident Putin neue Waffen anschaffen, umgerechnet 350 Milliarden Euro.

Insgesamt 11'000 neue Fahrzeuge will der Kreml in den kommenden Jahren in Dienst stellen. Die meisten sollen auf der Plattform des T-14 aufbauen: Die Rede ist von einem neuen Schützenpanzer und Artillerie-Geschützen, insgesamt zwölf neue Fahrzeugtypen.

Mit Blick auf die russischen Pläne fordert Hans Rühle, Ex-Chef des Planungsstabs im Bundesverteidigungsministerium, die deutschen «Leopard»-Panzer mit Uranmunition auszurüsten. Schon heute könnten konventionelle deutsche Geschosse die Panzerung russischer Panzer nicht durchschlagen. Das gelte umso mehr für den neuen T-14, sagt Rühle.

Woher das Geld nehmen?

Ob Moskau aber seine ambitionierten Rüstungspläne wirklich zügig umsetzen kann, ist fraglich. Der Staatshaushalt steht unter Druck, der Ölpreis ist niedrig, die Wirtschaft lahmt. Die Panzerbauer von Uralwagonsawod beklagten zuletzt die «armseligen Summen, für die man nicht einmal einen Rollstuhl mit Motor bauen kann».

Für den neuen T-14 soll das Werk 400 Millionen Rubel pro Stück verlangt haben. Das sind umgerechnet 7.2 Millionen Euro – und damit dreimal mehr, als der T-90 bislang kostete.

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • glüngi 29.04.2015 10:09
    Highlight Ich lese immer "panzer sind veraltete kriegsführung" gleichzeitig baut russland eine neue generation von panzern. Sollte man nicht eher auf UGV's setzten?
    1 0 Melden
  • Ruffy 28.04.2015 22:10
    Highlight Es beunruhigt mich schon etwas wenn Staaten im Jahr 2015 noch immer solche Filmchen brauchen...
    29 4 Melden
  • Venator 28.04.2015 22:08
    Highlight Der Osten rüstet auf, während der Westen munter abrüstet. Ach wie schön, sehen unsere weisen Staatsführer diesem Ungleichgewicht gelassen entgegen. Die Russen wollen sicher nur spielen, die meinen das nicht ernst.
    Ja Freunde, es geht ja nur um Öl, zum Glück gibt es das bei uns nicht zu holen. Und wer von Wasser als Rohstoff spricht, ist nur ein Stahlhelmgenerationenschwarzmaler. Alles ok, weiter so, bravo Bern...
    32 34 Melden
    • stiberium 29.04.2015 11:52
      Highlight Die Abrüster haben halt keine Bock auf Krieg. Ist doch legitim.

      Und wenn die Russen kommen, dann kommen sie halt. Ich werfe mich als erster vor den Panzer! Will in einer Welt mit Krieg nicht leben.
      2 2 Melden
  • smoe 28.04.2015 21:47
    Highlight Hach, die Zeit als die Russen ihre Propagandavideos noch mit wirklich epischer Musik unterlegt haben ist auch vorbei :/

    Heutzutage gibt's, ob Westen oder Osten, nur noch Konserven-Dubstep.

    Gleichschaltung pur.

    19 2 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 28.04.2015 22:15
      Highlight Ja was ist nur aus der guten alten Marschmusik geworden ?
      :/
      14 1 Melden

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