International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Kein Parkinson: Putins steifer Arm kommt von KGB-Schiesstraining und Medwedew imitiert ihn

15.12.15, 12:16 15.12.15, 12:57

Der etwas steif wirkende rechte Arm des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist Wissenschaftlern zufolge mitnichten ein erstes Anzeichen für Parkinson. Vielmehr könnte er auf das intensive Schiesstraining beim früheren Geheimdienst KGB zurückgehen.

Putins steifer rechter Arm.
YouTube/Newsy World

Mit der sehr ähnlichen Gangart von Putins Regierungschef Dmitri Medwedew befassten sich die Forscher übrigens auch. Hier liegt der Fall weniger klar, denn Medwedew erhielt keine militärische Ausbildung. Die Wissenschaftler mutmassen: Womöglich will Medwedew einfach nur seinen Chef nachahmen. 

«Das erste, was einem in den Sinn kommt, ist die Parkinsonkrankheit»

Eine Gruppe von Neurologen geht in der am Dienstag veröffentlichten ungewöhnlichen Studie der Frage nach, warum Putins linker Arm beim Laufen locker mitpendelt, der rechte Arm aber relativ steif am Körper anliegt.

«Das erste, was einem in den Sinn kommt, ist die Parkinsonkrankheit», schreiben die Wissenschaftler aus Portugal, Italien und den Niederlanden, die eine Reihe von YouTube-Videos mit Putin auswerteten, in der im Fachmagazin «British Medical Journal» (BMJ) veröffentlichten Studie. Denn asymmetrische Armbewegungen seien eines der ersten Anzeichen für die Erkrankung des zentralen Nervensystems.

Allerdings gibt es bei Putin keinerlei andere Parkinson-Symptome, etwa zitternde Hände oder eine schlechte Koordination von Armen und Beinen. Die Neurologen betonten zudem das grosse Geschick des 63-Jährigen in der Kampfsportart Judo.

«Die Cowboys in Wildwest-Filmen bewegen ihren rechten Arm häufig nur wenig.»

Die Forscher kamen deswegen auf eine andere Hypothese: Die Armbewegungen des Präsidenten gehen auf seine Zeit beim einstigen sowjetischen Geheimdienst KGB zurück, wo Agenten intensiv an der Waffe ausgebildet wurden.

Die Neurologen besorgten sich ein «Ausbildungs-Handbuch von früheren KGB-Mitarbeitern» und fanden dort Anweisungen, dass Agenten beim Laufen ihren Arm immer am Körper angelegt halten müssen - damit sie gegebenenfalls schnell ihre Waffe ziehen können. Die entsprechende Gangart bezeichneten die Wissenschaftler als «Gang des Schützen».

«Das ist eine ungewöhnliche Studie, aber sie hat eine sehr ernsthafte Botschaft.»

«Wir haben andere Beispiele gefunden, bei denen ein minimalistisches Pendeln eines Arms mit dem Umgang mit Waffen zusammenhängt», schrieben die Forscher. «Die Cowboys in Wildwest-Filmen bewegen ihren rechten Arm häufig nur wenig.»

Das «British Medical Journal» veröffentlicht jedes Jahr um die Weihnachtszeit Studien mit ungewöhnlichen Blickwinkeln und skurrilen Thesen. Studienleiter Bastiaan Bloem betonte aber gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: «Das ist eine ungewöhnliche Studie, aber sie hat eine sehr ernsthafte Botschaft.»

Denn es gebe bereits zahlreiche Spekulationen über den steifen Arm des russischen Präsidenten, unter anderem einen Schlaganfall oder eine Lähmung wegen einer Zangengeburt. «Wir stellen sehr vorsichtig neue Hypothesen in den Raum», erklärte Bloem. (whr/sda/afp)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • fiodra 15.12.2015 13:49
    Highlight Wer viele Jahre eine Aktenmappe schleppt, hat auch einen versteiften Arm beim Gehen. Man kann wirklich alles zum Thema eines Newsportales machen, gell Watson ;-)
    1 2 Melden

Codename «Orion» – Ermittler nennen den Namen eines Verdächtigen im Fall der MH17

Nach den für Russland belastenden Ergebnissen einer internationalen Ermittlungskommission zum Abschuss des Verkehrsflugzeugs MH17 ist erstmals der Name eines Verdächtigen bekannt geworden.

Demnach handelt es sich bei dem mutmasslich Beteiligten um Oleg Ivannikow, einem Offizier des russischen Militärgeheimdienst GRU. Das berichtete die niederländische Zeitung Volkskrant.

Ivannikow soll noch heute für den russischen Geheimdienst arbeiten, zuletzt in Syrien.  Der Agent, Codename «Orion», …

Artikel lesen