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Chinesische Kriegsschiffe im Spratly-Atoll.
Bild: HANDOUT/REUTERS

Streit um Spratly-Inseln: USA schicken Kriegsschiff ins Südchinesische Meer

Peking baut seine Präsenz im Südchinesischen Meer aus – nun reagieren die USA mit einer ungewöhnlichen Mission: Der Zerstörer «USS Lassen» soll stundenlang nah vor den Spratly-Inseln kreuzen. Chinas Botschafter in Washington kritisiert die «Muskelspielchen».

27.10.15, 03:47 27.10.15, 09:22


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Die USA haben eines ihrer Kriegsschiffe ins Südchinesische Meer entsendet. Der Zerstörer «USS Lassen» kreuzt nach Angaben eines Mitarbeiters des Verteidigungsministeriums in rund zwölf Seemeilen Entfernung zu den künstlichen Inseln, die China derzeit in dem Meer aufschüttet.

China baut Riffs zu Landebahnen um

«Die Mission hat begonnen», zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Mitarbeiter. Mehrere Stunden lang soll das Schiff in der Gegend bleiben, in den kommenden Wochen sollen weitere Patrouillenfahrten folgen. Wie der Sender CNN berichtet, hat US-Präsident Barack Obama den Einsatz genehmigt – für China ein Affront.

In der chinesischen Botschaft in Washington ist von «Muskelspielchen» die Rede. Sprecher Zhu Haiquan forderte die USA auf, «es zu unterlassen, etwas Provokatives zu sagen oder zu tun». Die Amerikaner sollten vielmehr verantwortungsbewusst handeln, um den Frieden und die Stabilität in der Region zu bewahren.

Die Freiheit der Schifffahrt dürfe nicht als Vorwand dafür benutzt werden, die Muskeln spielen zu lassen «und die Souveränität und Sicherheit anderer Länder zu untergraben».

Das Selbstbewusstsein Chinas

China hatte Ende vergangenen Jahres damit begonnen, fünf Inseln der Spratlys im Südchinesischen Meer durch künstliche Landgewinnung um insgesamt etwa 200 Hektar zu vergrössern. Bei der Inselgruppe handelt es sich um insgesamt rund 150 Felsen, Atolle und Riffe, von denen gerade einmal fünf Quadratkilometer aus dem Wasser ragen. Neben China erheben allerdings auch Vietnam, Taiwan, Malaysia, Brunei und die Philippinen Anspruch auf sie.

USS Lassen.
Bild: HANDOUT/REUTERS

Die Regierung in Peking beruft sich auf «historische Rechte» und vertritt die Ansicht, China habe Hoheitsrechte über nahezu das gesamte Südchinesische Meer, einschliesslich der Küstengewässer anderer Staaten. Das Meer ist ein strategisch wichtiger Seeweg, über den rund ein Drittel des weltweit gehandelten Rohöls befördert wird.

China setzt seine Territorialansprüche zunehmend aggressiv durch. Auf einer der Inseln treibt die Regierung offenbar sogar den Bau einer dritten Landebahn voran. Im vergangenen Monat sprach China davon, man werde es «einem anderen Land niemals erlauben», die chinesischen Hoheitsgewässer und den Luftraum über den Spratly-Inseln zu verletzen.

Die Sorgen der Amerikaner

Die USA hatten China bereits im Mai mit Blick auf die Aufschüttungen eindringlich zur Zurückhaltung gemahnt. Sie sind zunehmend besorgt darüber, wie China seine territorialen Ansprüche durchsetzt.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte vor zwei Wochen: «Machen Sie keinen Fehler: Die Vereinigten Staaten werden fliegen, segeln und im Einsatz sein, wo immer es das internationale Gesetz erlaubt.» So würden es die USA weltweit handhaben – und das Südchinesische Meer sei da keine Ausnahme. (aar/Reuters/AP/AFP)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rodolfo 27.10.2015 10:23
    Highlight Wer erinnert sich noch an die Provokationen der USA 1964 in der Bucht vor Tonkin (Tongking) vor Vietnam? Das war der Auslöser des grauenhaften Vietnam-Krieges. Nachträglich hat sich herausgestellt, dass die Amis mit einem Lügengebäude und "Informationen" der NSA vom Parlament die "Bewilligung" zum Kriegseinsatz erhielten. Und was die USA jetzt vor den Spratley-Inseln provozieren ist eigentlich nur brandgefährlich - egal zu welchem Land die Inseln gehören. Zu China sicher nicht, weitere fünf Länder erheben teilweisen Anspruch auf die rund 100 Inselchen, deren grösste kaum einen 1 km2 misst.
    2 0 Melden
  • Radiochopf 27.10.2015 09:08
    Highlight Man stelle sich vor, die Chinesen oder Russen stellen 100km weit weg von Hawaii einen Kriegsschiff hin, die Amerikaner würden sofort reagieren.. die dürfen alles, da sie ja die einzigen Guten sind..
    7 1 Melden
    • HotShot 27.10.2015 10:53
      Highlight Wollte ich gerade eben auch schreiben, ein Witz.
      Säbelrasseln wie Teenager, wann eskaliert das ganze/ bzw. wann geraten die Amis an den "falschen" der solche sachen nicht einfach hinnimmt?
      3 0 Melden
    • Ruffy 27.10.2015 19:57
      Highlight Weil sowas ja nie vorkommt... Informiere dich doch bitte etwas, es ist nicht lange her, da haben die Russen mit einem Kriegsschiff im Ärmelkanal vor Frankreich geankert. Oder 2014 als 4 Kriegsschiffe vor Australien aufgefahren wurden. Oder auch 2014 als 4 Bomber kurz vor dem US-Amerikanischen Luftraum abgedreht haben. Solche Provokationen sind Alltag.

      Zu den Inseln hast du schon mal eine Karte zur Hand genommen? Man muss sich unweigerlich die Frage stellen, wie China auf die Idee kommen kann, die Inseln seien in ihrem Hoheitsgewässer!?
      0 2 Melden
    • Radiochopf 27.10.2015 22:26
      Highlight @Ruffy schon mal geschaut wo Funchal, Teneriffa, Gran Canaria so geografisch liegen?... Nur so zum Verständnis, die Amerikaner haben 10 Flugzeugträger a 2000-3000 Leute, alle anderen Länder haben maximal 1 Flugzeugträger.. Die amerikanische Kriegsflotte ist ständig im Mittelmeer und während der olympischen Winterspiele in Sotschi auch im schwarzen Meer.. Mit den Südkoreaner müssen sie ja auch jedes Jahr eine Militärübung machen und Nordkorea provozieren... Die Amerikaner haben in halb Europa viel Atomwaffen verteilt und bauen mit der Nato rund um Russland einen unglaubliche Militärpräsenz auf
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    • Ruffy 28.10.2015 06:06
      Highlight Was haben diese Inseln mit den USA und Ihren Flugzeugträgern und Atombomben zu tun? Genau GAR NICHTS! Hört doch mal damit auf, nur weil die Leute die bei den Amis am Ruder sind Dreckssäcke sind den anderen Dreckssäcken welche bei den Russen und den Chinesen an der Macht sind alles gut zu heissen.

      Es geht hier um die Spratly-Inseln und im Gegensatz zu Gran Canaria usw. sind diese nicht bewohnt und schon garnicht von Chinesen. China will diese Inseln und notabene das ganze Südchinesische Meer (Welche so heisst obwohl da nix China ist) Wegen den Fischvorräten und dem Öl welches da im Boden ist.
      0 1 Melden
  • ferox77 27.10.2015 09:03
    Highlight Die Uneinigkeit zwischen Vietnam, den Philippinen, Japan und Malaysia ist Chinas Stärke. Bevor diese Länder sich versehen, wird China im Südchinesischen Meer Fakten geschaffen haben, die sich nicht einmal durch militärische Präsenz der USA rückgängig machen lassen. Der Hinweis auf die Farbrevolutionen darf in diesem Zusammenhang durchaus als trans-pazifischer Wink mit dem Zaunpfahl verstanden werden.
    5 1 Melden
  • DarkStanley 27.10.2015 07:50
    Highlight USA - die Weltpolizei
    11 9 Melden
    • mope 27.10.2015 08:28
      Highlight Möchtegern Welt-Polizei. Mittlerweile grenzt es an ein Wunder, dass diese Versager überhaupt noch solch einen Kahn zu Wasser bringen!
      17 5 Melden
  • Donald 27.10.2015 06:17
    Highlight Kriegschiffe? Die schütten seit neustem Inseln auf... Tendentiöser Journalismus par excellence.
    11 8 Melden
    • Donald 27.10.2015 09:54
      Highlight Ich finde wenig korrektes an 50 eher harmlosen Arbeitdbooten, die als Kriegsschiffe bezeichnet werden.
      1 0 Melden

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