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Chinese dredging vessels are purportedly seen in the waters around Mischief Reef in the disputed Spratly Islands in the South China Sea in this still image from video taken by a P-8A Poseidon surveillance aircraft provided by the United States Navy in this May 21, 2015 file photo. The United States is expected to sail warships close to the artificial islands in the next two weeks to signal it does not recognize Chinese territorial claims over the area, according to media reports citing a senior U.S. Official.  REUTERS/U.S. Navy/Handout via Reuters ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS - RTX1DZN7

Chinesische Kriegsschiffe im Spratly-Atoll.
Bild: HANDOUT/REUTERS

Streit um Spratly-Inseln: USA schicken Kriegsschiff ins Südchinesische Meer

Peking baut seine Präsenz im Südchinesischen Meer aus – nun reagieren die USA mit einer ungewöhnlichen Mission: Der Zerstörer «USS Lassen» soll stundenlang nah vor den Spratly-Inseln kreuzen. Chinas Botschafter in Washington kritisiert die «Muskelspielchen».

27.10.15, 03:47 27.10.15, 09:22


Ein Artikel von

Die USA haben eines ihrer Kriegsschiffe ins Südchinesische Meer entsendet. Der Zerstörer «USS Lassen» kreuzt nach Angaben eines Mitarbeiters des Verteidigungsministeriums in rund zwölf Seemeilen Entfernung zu den künstlichen Inseln, die China derzeit in dem Meer aufschüttet.

China baut Riffs zu Landebahnen um

«Die Mission hat begonnen», zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Mitarbeiter. Mehrere Stunden lang soll das Schiff in der Gegend bleiben, in den kommenden Wochen sollen weitere Patrouillenfahrten folgen. Wie der Sender CNN berichtet, hat US-Präsident Barack Obama den Einsatz genehmigt – für China ein Affront.

In der chinesischen Botschaft in Washington ist von «Muskelspielchen» die Rede. Sprecher Zhu Haiquan forderte die USA auf, «es zu unterlassen, etwas Provokatives zu sagen oder zu tun». Die Amerikaner sollten vielmehr verantwortungsbewusst handeln, um den Frieden und die Stabilität in der Region zu bewahren.

Die Freiheit der Schifffahrt dürfe nicht als Vorwand dafür benutzt werden, die Muskeln spielen zu lassen «und die Souveränität und Sicherheit anderer Länder zu untergraben».

Das Selbstbewusstsein Chinas

China hatte Ende vergangenen Jahres damit begonnen, fünf Inseln der Spratlys im Südchinesischen Meer durch künstliche Landgewinnung um insgesamt etwa 200 Hektar zu vergrössern. Bei der Inselgruppe handelt es sich um insgesamt rund 150 Felsen, Atolle und Riffe, von denen gerade einmal fünf Quadratkilometer aus dem Wasser ragen. Neben China erheben allerdings auch Vietnam, Taiwan, Malaysia, Brunei und die Philippinen Anspruch auf sie.

The US Navy guided-missile destroyer USS Lassen sails in the Pacific Ocean in a November 2009 photo provided by the U.S. Navy. The U.S. Navy sent a guided-missile destroyer within 12 nautical miles of artificial islands built by China in the South China Sea on October 27, 2015, a U.S. defense official said, in a challenge to China's territorial claims in the area. The official said the USS Lassen was sailing near Subi and Mischief reefs in the Spratly archipelago, features that were submerged at high tide before China began a massive dredging project to turn them into islands in 2014.  REUTERS/US Navy/CPO John Hageman/Handout via Reuters ATTENTION EDITORS - FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS      TPX IMAGES OF THE DAY

USS Lassen.
Bild: HANDOUT/REUTERS

Die Regierung in Peking beruft sich auf «historische Rechte» und vertritt die Ansicht, China habe Hoheitsrechte über nahezu das gesamte Südchinesische Meer, einschliesslich der Küstengewässer anderer Staaten. Das Meer ist ein strategisch wichtiger Seeweg, über den rund ein Drittel des weltweit gehandelten Rohöls befördert wird.

China setzt seine Territorialansprüche zunehmend aggressiv durch. Auf einer der Inseln treibt die Regierung offenbar sogar den Bau einer dritten Landebahn voran. Im vergangenen Monat sprach China davon, man werde es «einem anderen Land niemals erlauben», die chinesischen Hoheitsgewässer und den Luftraum über den Spratly-Inseln zu verletzen.

Die Sorgen der Amerikaner

Die USA hatten China bereits im Mai mit Blick auf die Aufschüttungen eindringlich zur Zurückhaltung gemahnt. Sie sind zunehmend besorgt darüber, wie China seine territorialen Ansprüche durchsetzt.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte vor zwei Wochen: «Machen Sie keinen Fehler: Die Vereinigten Staaten werden fliegen, segeln und im Einsatz sein, wo immer es das internationale Gesetz erlaubt.» So würden es die USA weltweit handhaben – und das Südchinesische Meer sei da keine Ausnahme. (aar/Reuters/AP/AFP)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rodolfo 27.10.2015 10:23
    Highlight Wer erinnert sich noch an die Provokationen der USA 1964 in der Bucht vor Tonkin (Tongking) vor Vietnam? Das war der Auslöser des grauenhaften Vietnam-Krieges. Nachträglich hat sich herausgestellt, dass die Amis mit einem Lügengebäude und "Informationen" der NSA vom Parlament die "Bewilligung" zum Kriegseinsatz erhielten. Und was die USA jetzt vor den Spratley-Inseln provozieren ist eigentlich nur brandgefährlich - egal zu welchem Land die Inseln gehören. Zu China sicher nicht, weitere fünf Länder erheben teilweisen Anspruch auf die rund 100 Inselchen, deren grösste kaum einen 1 km2 misst.
    2 0 Melden
  • ferox77 27.10.2015 09:03
    Highlight Die Uneinigkeit zwischen Vietnam, den Philippinen, Japan und Malaysia ist Chinas Stärke. Bevor diese Länder sich versehen, wird China im Südchinesischen Meer Fakten geschaffen haben, die sich nicht einmal durch militärische Präsenz der USA rückgängig machen lassen. Der Hinweis auf die Farbrevolutionen darf in diesem Zusammenhang durchaus als trans-pazifischer Wink mit dem Zaunpfahl verstanden werden.
    5 1 Melden
  • DarkStanley 27.10.2015 07:50
    Highlight USA - die Weltpolizei
    11 9 Melden
    • mope 27.10.2015 08:28
      Highlight Möchtegern Welt-Polizei. Mittlerweile grenzt es an ein Wunder, dass diese Versager überhaupt noch solch einen Kahn zu Wasser bringen!
      17 5 Melden
  • Donald 27.10.2015 06:17
    Highlight Kriegschiffe? Die schütten seit neustem Inseln auf... Tendentiöser Journalismus par excellence.
    11 8 Melden
    • Donald 27.10.2015 09:54
      Highlight Ich finde wenig korrektes an 50 eher harmlosen Arbeitdbooten, die als Kriegsschiffe bezeichnet werden.
      1 0 Melden

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