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Saudische Daumenschraube – mit Autokraten und Warlords gegen Katar

Saudi-Arabien hat Autokraten und Warlords versammelt, um den reichen Zwergstaat Katar zu isolieren. Welche Interessen haben die Bündnispartner? Der Überblick.

06.06.17, 17:54 07.06.17, 08:03

Dominik Peters



In this Friday, June 2, 2017 photo released by Saudi Press Agency, SPA, Saudi King Salman bin Abdulaziz Al Saud, left, talks to Sheikh Mohammed bin Zayed Al Nahyan, Abu Dhabi's Crown Prince and Deputy Commander in Chief of the Emirates Armed Forces in Jiddah, Saudi Arabia. Four Arab nations cut diplomatic ties to Qatar early Monday morning, June 5,  further deepening a rift among Gulf Arab nations over that country's support for Islamist groups and its relations with Iran. (Saudi Press Agency via AP)

Der saudische König übt Macht aus. Bild: AP/Saudi Press Agency

Ein Artikel von

Das Emirat Katar, ein Zwergstaat von zwei Million Einwohnern, ist in den vergangenen Jahren zu einem Schwergewicht in der Golfregion und zum reichsten Land der Welt herangewachsen. Das Rezept der Herrscherfamilie Al-Thani: Technologie-Import und aussenpolitischer Pragmatismus – statt religiöser Dogmen.

Dieser Kurs hat Katar zwar viel Respekt, aber wenig Freunde eingebracht. Besonders, dass der Emir gute Kontakte zum Schiiten-Staat Iran unterhält, kommt bei den sunnitischen Nachbarn nicht gut an.

Jetzt haben mehrere Anrainerstaaten alle Kontakte nach Doha eingefroren. Treibende Kraft dahinter ist Saudi-Arabien, der wichtigste Gegenspieler Irans in der Region. Geschickt hat König Salman eine ihm ergebene Allianz aus Autokraten und Warlords geschmiedet und den Führungsanspruch seines Landes erneut unterstrichen. Die Interessen und Abhängigkeiten der Allianz und weiterer Länder im Überblick:

Der regionale Machtkampf und die daraus erwachsenden Veränderungen hängen auch unmittelbar mit dem Besuch von US-Präsident Donald Trump in Saudi-Arabien im vergangenen Monat zusammen. Er hatte die muslimischen Welt in seiner Rede dazu aufgerufen, islamistischen Terror zu bekämpfen – und dafür ausgerechnet den saudischen König Salman zum Partner erkoren.

Derart gestärkt hat sich Riad nun daran gemacht, das kleine Katar in die Enge zu treiben – und am Pfingstwochenende einen Punktsieg über Teheran erzielt.

Was die USA, die in Doha eine wichtige Militärbasis haben, nun von diesem Vorgehen gegen Katar halten, ist unklar. Am Montag hatte US-Aussenminister Tillerson noch erklärt, die arabischen Golfstaaten sollten sich an einen Tisch setzen «und die Differenzen ansprechen.» Präsident Trump hat hingegen am Dienstag in drei Tweets verkündet, er unterstütze das Vorgehen Saudi-Arabiens.

Saudi Arabiens Waffengeschäfte 2014

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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25
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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Urs Minder 06.06.2017 21:39
    Highlight Dieser Vorgang ist unerhört. Nun wird uns der Iran als nächstes Schlachtfeld präsentiert. Katar wird als Köder benutzt und fertiggemacht. Die EU macht dieses Spiel mit und führt Krieg um Präsidenten populärer zu machen oder die Wirtschaft anzukurbeln. Die Medien sind schon gut auf Krieg eingestellt. Wir Steuerzahler sind moralisch schuld und sollen den sozialen Ballast tragen. Die IS Finanzierer und die Terrorbekämpfer sitzen im selben Boot gegen Ihre gemeinsamen anderen Feinde. Unsere Regierung schweigt und unterstützt das böse Tun. Sie möchten möglichst dazugehören.
    27 2 Melden
  • Wie funktioniert das...? 06.06.2017 21:06
    Highlight Da darf man ja nicht schreiben, was echt für eine Sauerei abgeht, wird sowieso nicht veröffentlicht.
    5 5 Melden
  • Soli Dar 06.06.2017 20:24
    Highlight Täusche ich mich, oder wünscht sich da die Spon-Redaktion unterschwellig, fast ein wenig, dass sich SA, ganz im Sinne von Trump und Isreal, als Regionalmacht in der Golfregion gegenüber Katar bzw. einem, mittlerweile gemässigteren Iran durchsetzt, als ob dies wünschenswert, bzw. die Saudis so viel besser wären als Katar oder Iran.

    Statt die radikal-konservativen whahabitisch-sunnitischen Saudis, zu hoffieren und bis auch die Zähne zu bewaffnen, sollte der Westen viel eher, endlich den Dialog mit den mittlerweilen gemässigteren und reformwilligeren schiitischen geprägten Iraner suchen.
    47 1 Melden
  • Soli Dar 06.06.2017 20:08
    Highlight Saudi Arabien ist an Heuchelei und Scheinheiligkeit kaum zu überbieten. Wenn jemand im Glashaus sitzt dann die Saudis.
    46 0 Melden
  • Pitsch K. Matter 06.06.2017 19:58
    Highlight Es geht um das Gasfeld South Pars und um nichts anderes. Katar und der Iran sind die Inhaber. Es ist das grösste Gasfeld der Welt, aber es ist erst ein Goldesel, wenn es durch eine Pipeline mit den Industriestaaten von Europa verbunden werden kann. Syrien spielt hier die Schlüsselrolle. Präsident Assad hat dem Iran die Pipeline zugesichert. Eine Annäherung zwischen Katar und Iran könnte ein gemeinsames Projekt zur Folge haben, was eine winwin Situation für die beiden wäre. Für die Saudis ist dies ein absolutes NoGo. Deshalb die scharfe Reaktion gegen Katar und die Bemühungen Assad loszuwerden.
    44 1 Melden
    • Soli Dar 06.06.2017 22:24
      Highlight Dies ist tatsächlich eine höchst interessante Hypothese.
      16 1 Melden
  • Gummibär 06.06.2017 19:08
    Highlight The kettle calls the pot black !

    Die Achse USA - Israel - Aegypten - Saudiarabien - Kuwait - Bahrein- UAE

    auf der Gegenseite Iran und das gegenüber dem Iran konziliante Katar.
    8 1 Melden
    • Oberon 06.06.2017 22:02
      Highlight Die USA ist nur der Vasall und die Türkei will da auch noch mitmischen, deshalb baut Erdogan seinen Staat um.
      5 2 Melden
  • Wolf2000 06.06.2017 19:04
    Highlight Nur eine Ablenkung von den wahren Problemen.
    0 8 Melden
  • Mnemonic 06.06.2017 18:52
    Highlight Ausgerechnet die Saudis. Sie unterstützen den islamistischen Terror ja überhaupt nicht...
    24 0 Melden
  • Maracuja 06.06.2017 18:40
    Highlight <. Das Rezept der Herrscherfamilie Al-Thani: Technologie-Import und aussenpolitischer Pragmatismus - statt religiöser Dogmen>

    Unterstützung der Muslimbrüder, Hamas, diverser extremistischer Terrorgruppen in Syrien wird neu als aussenpolitischer Pragmatismus bezeichnet?
    8 3 Melden
  • Kstyle 06.06.2017 18:26
    Highlight Meiner meinung versucht saudi arabien von sich abzulenken. Damit sie in aller ruhe den waffendeal mit amerika abschliessen können.
    5 4 Melden
    • Pedro Salami 06.06.2017 22:22
      Highlight Wer will (kann) schon diesen Deal verhindern? Das ist so gut wie gelaufen.
      6 0 Melden
  • Phrosch 06.06.2017 18:17
    Highlight Sehe ich das richtig: die Saudis isolieren Qatar, weil die andere Terroristen unterstützen als die Saudis? Ist doch Hans was Heiri, Terrorismus im Namen des Islam bleibt das trotzdem.
    9 0 Melden

So haben Putin und Infantino den saudischen Kronprinzen «getröstet»

Beim 0:5 im Eröffnungsspiel gegen Russland gab's für Saudi-Arabien aber so gar nichts zu melden. Ihr auffälligster Akteur: Kronprinz Mohammed bin Salman al-Saud, der die Partie auf der Ehrentribüne mit FIFA-Präsident Gianni Infantino und Russlands Präsident Wladimir Putin verfolgte.

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