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Brutstätten des Hasses: Saudi-Arabien, Katar und der Terror

Saudi-Arabien hat Katar zum neuen Schurken in der arabischen Welt erklärt. Der Grund: Das kleine Emirat unterstützt Islamisten zwischen Bagdad und Bengasi. Aber auch im Königreich gibt es geistige Brandstifter.

07.06.17, 16:10 07.06.17, 16:40

Dominik Peters

Da sprachen sie noch miteinander: Der Emir von Katar und der saudische König. Bild: EPA/SAUDI PRESS AGENCY

Ein Artikel von

«Werft sie hinaus! Werft sie hinaus – aus euren Gotteshäusern, aus euren Gemeinschaften, von eurem heiligen Land und von dieser Erde!» Mit diesen Worten rief US-Präsident Donald Trump die Führer der arabischen Welt bei seiner Rede in Riad im Mai dazu auf, radikale Islamisten zu bekämpfen.

Nun hat Saudi-Arabien eine Allianz der Autokraten geschmiedet. Sie gibt vor, den Kampf gegen einen der Hauptunterstützer des islamistischen Terrors zu führen: Katar.

Denn das schwerreiche Emirat unter der Herrschaft der Thani-Familie hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur bei Volkswagen eingekauft und ist im Besitz des Fussballklubs Paris Saint-Germain, sondern unterstützt auch radikale Islamistengruppen in der Region:

Doha von oben. Bild: YOAN VALAT/EPA/KEYSTONE

Katar beherbergt ausserdem eine Vielzahl radikaler Islamisten. Einer von ihnen ist der Gelehrte Jussuf al-Karadawi. Der ägyptische Prediger darf regelmässig mithilfe des staatlichen Fernsehsenders Al Jazeera seine Hassbotschaften in der Region verbreiten. Er erreicht dadurch Millionen, seine Worte sind wie Waffen.

Vor diesem Hintergrund scheint die konzentrierte Aktion gegen Katar logisch. Aber Saudi-Arabien ist für den Westen ebenfalls ein problematischer Partner.

Exportschlager: Öl und Wahhabismus

Das Land beliefert die Welt seit Jahrzehnten nicht nur mit Öl, sondern auch mit einer Form des Islam, der den Terror fördert: dem Wahhabismus. Diese puritanische und gleichsam radikale Auslegung des Islam ist Staatsreligion in Saudi-Arabien. Sie ist ein Exportschlager. Die Dschihadisten der Gegenwart wären ohne den Wahhabismus nicht denkbar.

Riad unterstützte bereits in den Achtzigerjahren die Mudschahidin in Afghanistan im Kampf gegen die Kommunisten der Sowjetunion. Damals mit dabei: ein Mann namens Osama Bin Laden. Auch waren 15 der 19 Selbstmordattentäter der von ihm geplanten Attentate vom 11. September 2001 saudi-arabische Staatsbürger.

2003 geriet Saudi-Arabien selbst ins Visier von al-Qaida. Das Terrornetzwerk al-Qaida verübte blutige Anschläge. Das Herrscherhaus rüstete mithilfe der USA auf. In Sicherheitsfragen arbeitet Riad seither eng mit Washington zusammen.

Gleichzeitig lässt das weitverzweigte Herrscherhaus Moscheen von Usbekistan bis Nigeria bauen. Die Prediger gibt es gratis dazu. Die Folge: Junge Männer und Frauen radikalisieren sich von Asien bis Afrika. Aber auch in Europa, besonders auf dem Balkan. Von dort aus brechen immer öfter Dschihadisten Richtung Naher Osten auf – und kehren auch zurück.

Saudi-Arabien – Brutstätte des weltweiten Islamismus

König Salman von Saudi Arabien. Bild: AP/Saudi Press Agency

Daneben betreibt Saudi-Arabien auch im eigenen Land Missionszentren. Die dort ausgebildeten sunnitischen Kleriker bringen den Wahhabismus häufig zurück in ihre Heimatländer.

Unter den Alumni sind mittlerweile auch solche zu finden, die sich von Saudi-Arabien losgelöst haben. Sie agitieren aktiv gegen das Königreich, weil es mit den USA kooperiert. Einige sind sogar zur Terrormiliz «Islamischer Staat» übergelaufen, deren radikale Ideologie eng mit dem Wahhabismus verwandt ist. Beispiele gibt es viele.

Einer dieser Männer ist Mirsad O., ein Mittdreissiger, der im vergangenen Jahr in Graz zu 20 Jahren Haft verurteilt worden ist. Unter dem Kampfnamen «Ebu Tejma» hatte der gebürtige Bosnier Dutzende junge Männer einer Gehirnwäsche unterzogen, um sie für den gewaltsamen Dschihad des «IS» zu rekrutieren.

Die geistigen Brandstifter und Finanziers radikaler Gruppen im Nahen Osten sitzen also nicht allein in Katar. Sie kommen auch aus Saudi-Arabien, der Brutstätte des weltweiten islamistischen Terrors. Aus dem Königreich, das US-Präsident Trump seit seinem Aufenthalt dort lobt wie kaum ein anderes Land.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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33
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 07.06.2017 22:45
    Highlight Alle in unserer Regierung die ja gesagt haben und weiterhin daran festhalten sind mitschuldig und genauso skrupellos wie die Saudis. Alle Banken und Firmen die weiterhin Geschäfte mit den Saudis machen indirekt mitschuldig an den toten des Terrors! Es ist an der Zeit die wahren Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen! Liebe Wutbürger schaut über den Tellerrand. Die schuldigen sind nicht die Flüchlinge. Das sind nur Bauern auf dem Schachbrett. Die Verantwortlichen sitzen unter euch in den chefetagen der Banken, Waffenhersteller, Uhrenmacher, etc. Alle Firmen die mit den Saudis Geld verdienen..
    2 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 07.06.2017 22:33
    Highlight Die grosse Frage ist was kann mann/Frau dagegen tun? Mir als Schweizer wird richtig schlecht wenn ich sehe was die Schweizer Regierung schon länger bietet!
    und die billige Ausrede das man im Dialog bleiben muss um auf die Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen?! Hat ja viel gebracht bisher. Es gibt keinen anderen ersichtlichen Grund als Geld! Von Welcher verdammten Schweizer Neutralität reden wir eigentlich? Die gegenüber Mördern? Es gibt nichts das es besser macht. Nur weil andere auch Waffen liefern oder an den Saudis verdienen relativiert das gar nichts!.
    2 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 07.06.2017 22:14
    Highlight Trump hat seine Inkompetenz geschickt abgelenkt auf dem mittleren Osten (dank seine Berater) also ein Kleveren Geschäftsmann ist er aber ob das reicht um eine Nation zu führen ....... fraglich. Leider werden wir zur Zeit von ein Haufen alter Männer regiert (Gerontokratie) weltlich beurteilt. Damit das zükunftlich eliminiert wird schlage ich einen zeitlichen politischen Karriere von maximal 20 Jahren vor damit Erneuerungen nicht von "Älteren Politiker" blockiert werden!
    0 0 Melden
  • Gummibär 07.06.2017 19:50
    Highlight Nichts würde den Nachbarstaaten besser gefallen als ein Grund Katar zu besetzen. Aegypten, UAE , Bahrein und Saudi Arabien hängen alle vom Gas ab, das durch die Dolphin pipeline geliefert wird.
    Trump, seine Hintermänner und seine Freunde, die Saudis sind daran unter einem Vorwand 13 % aller Gasreserven der Welt einzusacken.
    26 1 Melden
  • Menel 07.06.2017 18:06
    Highlight Wir sollten einfach mal vom Erdöl wegkommen. Energiewende ist das Stichwort. Wenn wir das hinbekommen, dann ziehen wir ganz vielen Tigern die Zähne und Krallen.
    85 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.06.2017 18:56
      Highlight Ach Menel es ist wiedermal nicht so einfach, wie ihr euch das vorstellt. Erstens haben die saudischen Herrscher schon vor längerer Zeit begonnen zu diversifizieren. Zweitens vergisst du, dass Öl in sehr vielen Werkstoffen und chemischen produktionsvorgängen unabdingbar ist.
      28 27 Melden
    • Nicosinho 07.06.2017 19:12
      Highlight schön gesagt 😊
      14 5 Melden
    • FrancoL 07.06.2017 19:35
      Highlight @Aron777; Sie hat auch nicht gesagt das es einfach wird. Das Oel für Werkstoffe kann gut auch von weniger verfänglichen Quellen bezogen werden. Perfekt ist wohl kein Lieferant, aber allemal weniger belastend als zB die Saudis.
      36 3 Melden
    • Menel 07.06.2017 19:35
      Highlight @Aron777, stell dir vor, dass ich das sogar weiss, weil ich ein bisschen Ahnung von Chemie habe und weiss, wie wichtig Erdöl dort ist. Aber das meiste Erdöl wird nicht für Produkte verwendet, sondern einfach schlicht verbrannt für Energie.
      29 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.06.2017 19:54
      Highlight https://www.google.ch/amp/mobil.derstandard.at/2000038358841/Saudi-Arabiens-Kabinett-billigte-ehrgeizige-Wirtschaftsreformen%3Famplified%3Dtrue

      Der Teufel geht auch mit der zeit. Ihr betreibt symptombekämpfung.
      4 21 Melden
    • Menel 07.06.2017 21:41
      Highlight @Aron777, ja und?!? Was haben die Saudis denn, abgesehen vom Öl, was wir nicht selbst herstellen können? Sie können produzieren was sie wollen, die wirklich rare Ressource, die sie besitzen, ist nur das Öl. Und so lange sie so blöd sind und 50% ihrer Bevölkerungs-Ressource nicht für das Steigern das eigenen Know-Hows verwenden, werden sie die Inovations-Lücke nie schliessen.
      14 6 Melden
  • Gelöschter Benutzer 07.06.2017 18:02
    Highlight Saudi- Arabien, Brutstätte des islamischenTerrors, der bis und mit heute ca. 300 Mil. Menschen das Leben gekostet hat und noch weiteren kosten wird.
    44 16 Melden
    • TemporaryWorld 07.06.2017 19:01
      Highlight Du hast da drei Nullen zu viel mein lieber..
      19 21 Melden
    • Fabio74 07.06.2017 19:45
      Highlight Wie kommt man auf 300 Millionen?
      12 8 Melden
    • Energize 07.06.2017 20:04
      Highlight Weil die Abkürzung für Millionen Mio. Ist und nicht Mil (Milliarde)
      8 0 Melden
    • SemperFi 07.06.2017 20:08
      Highlight @Aron777: Eine abenteuerliche Hochrechnung. Aber wenn wir bis ins Jahr 600 zurück die Opfer von Christen zusammenzählen, kommen wohl auch einige hundert Millionen zusammen.
      19 11 Melden
    • Lowend 07.06.2017 20:33
      Highlight Ganz üble Hass und Hetz-Seite, Aron!
      20 9 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.06.2017 20:41
      Highlight Fabio deshalb habe ich extra für dich eine entsprechende Auflistung bereitgestellt :-)
      9 17 Melden
    • dF 07.06.2017 20:49
      Highlight @Aron777

      Leider ging mein letzter Kommentar unter, wollte auch mal ne Fantasiezahl nennen. Hast du auch den Originaltext und vor allem die Quellenangaben gelesen. Glaubst du etwa ernsthaft, in ganz Afrika hatte der Islam das Monopol für Sklavenhandel inne.
      16 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.06.2017 20:51
      Highlight Lowend weshalb fehlen dir die Argumente?
      8 13 Melden
    • Gummibär 07.06.2017 20:51
      Highlight @Fabio74 Indem man alle Opfer und extrapolierte Opferzahlen aller Kriege, Raubzüge und ethnischen Säuberungen addiert die je von Leuten geführt wurden die sich als Muslime bezeichneten.
      Auf der Christenseite müsste man alle Opfer von Karls des Grossen "Befriedung" Europas über die Kolonialkriege in Afrika, Nord-und Südamerika, Indien und China, Nazi Holocaust, Krieg gegen Japan , Vietnamkrieg bis zu den heutigen Kriegen im Irak und Syrien zusammenzählen.
      Aron 777 Quelle wie auch diese Aufstellung sind völlig unsinniges Aufrechnen. Islamischer Terrorismus ist brutal genug ohne fake news
      14 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.06.2017 20:54
      4 18 Melden
  • FrancoL 07.06.2017 17:25
    Highlight Wenn das Palmarès von 2 Schurkenstaaten aufgelistet wird dann sieht es sehr düster aus. Sehe da nicht wer hauchdünn im Vorsprung sein könnte.
    50 3 Melden
    • Fulehung1950 07.06.2017 18:57
      Highlight Spannend ist auch noch, welche "Ausrüsterverträge" die 2 Schurkenstaaten haben. D, F, GBR sind jedenfalls in Katar grosse Sponsoren, selbst die Schweiz hat Pirhanas geliefert. Hauptaktion der Amis ist ein gemeinsames Heavy brigade combat team (HBCT)-Ausrüstungslager (APS) der Army, der Air Force, der Navy und der Marines mit 430 Angehörigen.

      In Saudi-Arabien sind die USA Hauptsponsor, D liefert Panzer und lässt STGew in Lizenz herstellen. Franzosen liefern Haubitzen, Cruise missiles aus Pakistan und China sowie den USA. Und die Amis erhöhen bekanntlich.

      Kurz: es gibt noch mehr Schurken....
      23 0 Melden
    • Makatitom 07.06.2017 20:01
      Highlight Die Schweiz liefert auch Überwachungs-Sofware und Munition
      9 1 Melden
    • Gummibär 07.06.2017 20:03
      Highlight Hier geht es nicht um Terrorismusbekämpfung sondern um einen Business-Deal.
      USA liefert Waffen für 50 Milliarden an Saudi Arabien, welches mit dem Erlös aus Erdgas bezahlen wird, das aus dem in die Knie gezwungenen Katar stammt.
      3 1 Melden
  • Wilhelm Dingo 07.06.2017 17:01
    Highlight Es gibt nur eine Lösung: nehmt diesen Typen das Geld! Energiewende ohne Öl und Gas! Und isoliert diese Typen politisch.
    102 5 Melden
  • saukaibli 07.06.2017 16:48
    Highlight Also wenn man den IS als Terrororganisation betrachtet, wieso wird das saudische Regime dann nicht als Terrororganisation betrachtet? Nur weil es bereits länger an der Macht ist? Oder einfach, weil es bei der Machtergreifung die Hilfe der Engländer hatte? An den Gesetzen kanns ja nicht liegen, die sind ja praktisch identisch: http://www.spiegel.de/politik/ausland/bild-1014231-802075.html
    66 1 Melden
    • Helona 07.06.2017 17:43
      Highlight Ganz einfach, weil dort genug Geld vorhanden ist um dem Westen Rüstungsgüter in Milliardenhöhe abzukaufen.
      39 3 Melden
  • Gelöschter Benutzer 07.06.2017 16:31
    Highlight ...
    74 2 Melden
    • The Origin Gra 07.06.2017 17:45
      Highlight Da fehlt Bahrain und die VAE noch
      28 2 Melden
    • Gehirnreparatur 08.06.2017 01:51
      Highlight Es gibt doch entscheidende Unterschieden zwischen den Golfstaaten in Bezug auf die Terrorfinanzierung. Bahrain gehört sicher nicht zu den Geldgebern des Terrors.
      Wenn man die Region und die politischen Situationen genauer kennt, und schon vor Ort war, weis man dies.
      0 0 Melden

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