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Für alle, die immer noch an den «islamischen Block» glauben: Ägypter gehen gerade auf Saudis los

15.04.16, 21:42 16.04.16, 10:01


An Egyptian protester shouts slogans against President Abdel Fattah al-Sisi and the government during a demonstration protesting the government's decision to transfer two Red Sea islands to Saudi Arabia, in front of the Press Syndicate in Cairo, Egypt, April 15, 2016. REUTERS/Amr Abdallah Dalsh

Jung, herzblütig, nationalistisch: Dass Kairo Riad einfach kleine, wertlose Inseln im Roten Meer überlässt, tut in dieser Volksseele natürlich weh. Ein Bild aus Kairo vom 15. April. Bild: AMR ABDALLAH DALSH/REUTERS

Tausende Demonstranten haben in mehreren ägyptischen Städten gegen die von Präsident Abdel Fattah al-Sisi geplante Abtretung zweier Inseln im Roten Meer an Saudi-Arabien protestiert. Dabei forderten der nationalistische Mob unter anderem den Sturz des Staatschefs.

In Gizeh westlich angrenzend an Kairo lösten Sicherheitskräfte mehrere Proteste mit Tränengas auf, wie lokale Medien und Augenzeugen berichteten. In Alexandria, der zweitgrössten Stadt des Landes, nahm die Polizei 25 Demonstranten fest, wie die Zeitung «Al-Ahram» berichtete.

Bei Protesten im Zentrum Kairos riefen Hunderte Demonstranten unter anderem «Hau ab, al-Sisi» – eine Parole des Aufstandes vor fünf Jahren, der den langjährigen Machthaber Hosni Mubarak stürzte. Ein massives Aufgebot an Sicherheitskräften hielt die Menschen davon ab, zum nahegelegenen Tahrir-Platz – dem Zentrum der Massendemonstrationen im Frühjahr 2011 – zu laufen.

epa05260624 Egyptians protest in front of the Egyptian Journalists Syndicate, in Cairo, Egypt, 15 April 2016. Activists organised protests across the greater Cairo area against Egypt's acknowledgement that the two islands of Tiran and Sanafir in the Gulf of Aqaba belong to Saudi Arabia and had only been placed under Egypt's control temporarily.  EPA/MOHAMED HOSSAM

Ein weiteres Bild der Demonstration in Kairo am 15. April.
Bild: MOHAMED HOSSAM/EPA/KEYSTONE

Die Proteste waren die ersten in Ägypten seit Monaten. Seitdem al-Sisi an der Macht ist, sind Demonstrationen in Ägypten eine Seltenheit. Sie müssen vorab von der Polizei genehmigt werden. Die Demonstranten waren einem Online-Aufruf von Aktivisten und der verbotenen islamistischen Muslimbruderschaft gefolgt.

Die ägyptische Regierung hatte diese Woche verkündet, die Inseln Tiran und Sanafir Saudi-Arabien zu überlassen. Die strategisch wichtigen Inseln am Eingang zum Golf von Akaba waren seit 1950 unter Aufsicht Ägyptens.

Tiran auf der Karte – gleich rechts daneben liegt Sanafir.

Kritiker behaupteten, al-Sisi habe sie im Gegenzug für Gelder aus Saudi-Arabien abgegeben. Der Präsident bestreitet dies. Seit dem Sturz des frei gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im Sommer 2013 erhält Ägypten von der «Öl-Monarchie» Unterstützung in Milliardenhöhe.

epa05260330 A man walks through the remnants of a tear gas cloud fired by the Egyptian Central Police Force to disperse a protest in Giza Square, Giza, Egypt, 15 april 2016. Activists organised protests across the greater Cairo area against Egypt acknowledgement that the two islands of Tiran and Sanafir in the Gulf of Aqaba belong to Saudi Arabia and had only been placed under Egypt's control temporarily.  EPA/TAREK WAJEH  EPA/TAREK WAJEH EGYPT OUT

Tränengas-Schwaden in Gizeh.
Bild: EPA/ALMASRY ALYOUM

(sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • scheppersepp 16.04.2016 00:02
    Highlight Schon tragisch wie eine ganze Region bach ab geht. Der arabische Frühling endet im religiösen Winter. Die Trennung von Staat und Religion ist in vielen Köpfen leider nicht angekommen. Hoffe die sehen bald mal ein das jeder gelebt haben will. Mit dem Glauben den er möchte und dies auch seinem Nachbar eingesteht.
    5 0 Melden
  • Maett 15.04.2016 21:54
    Highlight Zur Schlagzeile: es gibt einen islamischen Block genauso wenig, wie einen christlichen Block - wer hat denn so was jemals behauptet?

    Allein schon durch die Verfeindung der Sunniten und Schiiten wäre so ein "Block" undenkbar.
    38 1 Melden

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