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Die Zürcher Stadtpräsidentin Corinne Mauch, selber lesbisch, zündet in der Predigerkirche Kerzen für die Opfer von Orlando an.  Bild: EPA/KEYSTONE

Die Schweiz trauert um die Opfer von Orlando – und auch der Iran verurteilt den Anschlag

Nach dem mutmasslich islamistisch motivierten Blutbad in einem Schwulenclub in Orlando, Florida, haben am Montag zahlreiche Städte und Regierungen weltweit ihre Solidarität mit den Betroffenen bekundet. Darunter waren auch Schweizer Städte.

13.06.16, 21:53 31.08.16, 15:49

Neben New York, London, Paris, Berlin und Tel Aviv setzten Menschen auch in Zürich, Bern und Lausanne ein Zeichen für Toleranz gegenüber Schwulen, Lesben und Transsexuellen.

Am Montag haben Menschen auch in Zürich, Bern und Lausanne der Opfer des Blutbades in einem Schwulenclub in Orlando gedacht. Auch Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch und US-Botschafterin Suzan G. LeVine waren dabei.

Der Verein des Zurich Pride Festival gedachte mit weiteren Organisationen in der Predigerkirche in Zürich der 49 Todesopfer und über 50 Verletzten von Orlando. Unter anderem zündete Stadtpräsidentin Corine Mauch Kerzen für die Opfer an. Mauch hatte 2014 ihre langjährige Lebensgefährtin geheiratet.

Regenbögen auf der ganzen Welt

In Bern haben gemäss dem Schwulenverband Pink Cross rund 30 Personen mit einer Mahnwache vor der amerikanischen Botschaft der Opfer, Verletzten und Angehörigen gedacht. Unter den Teilnehmenden war auch US-Botschafterin Suzan G. LeVine. Auf der Place de l'Europe in Lausanne versammelten sich ebenfalls Menschen, um ihre Solidarität auszudrücken.

Das One World Trade Center in New York liess seine Antenne in den Regenbogenfarben der Schwulen- und Lesbenbewegung erstrahlen. Am Empire State Building blieben die Lichter in der Nacht zum Montag dagegen aus. Auf allen Bundesgebäuden in den USA wehten die Flaggen auf Halbmast. US-Präsident Barack Obama sprach von einem «Akt des Terrors und des Hasses».

Solidarität mit den Opfern von Orlando

Der Pariser Eiffelturm wechselte seine Farben. Im Gedenken an die Getöteten von Orlandowerde das weltweit bekannte Wahrzeichen der französischen Hauptstadt am Montagabend in den Regenbogenfarben der Schwulen- und Lesbenbewegung angeleuchtet, hiess es offiziell. Auch das Pariser Rathaus hisste am Montag ein Regenbogenbanner. Und auch in Berlin wehten Regenbogenfahnen über dem Pariser Platz am Brandenburger Tor, wo auch die US-Botschaft steht.

Die schlimmsten Massaker in der US-Geschichte

Schwulenbars im Zentrum Londons wollten am Montagabend zum Gedenken an die Opfer des Massakers in Orlando eine Mahnwache abhalten. Die Lokale im Stadtteil Soho sollten ab 19 Uhr (Ortszeit) eine Stunde lang geschlossen bleiben, wie Tom Knight, Organisator der Initiative, der Zeitung «Gay Times» sagte. Auch für das Londoner Gay-Pride-Festival am 25. Juni sei eine Schweigeminute geplant, hiess es.

Auch der Iran verurteilt

Auch Israel erklärte seine Solidarität mit den Opfern. Staatspräsident Reuven Rivlin sprach von einem «feigen und abscheulichen Angriff». Regierungschef Benjamin Netanjahu verurteilte die «bösartige Attacke». Das Gebäude der Tel Aviver Stadtverwaltung war am Sonntagabend abwechselnd in Regenbogenfarben und in den Farben der US-Flagge erleuchtet.

Schiesserei in Gay-Nachtclub in Orlando

Und auch die Palästinenser bekundeten ihre Solidarität. «Die Regierung von Palästina verurteilt diesen sinnlosen Akt des Terrors und des Hasses in Orlando, Florida», teilte Ministerpräsident Rami Hamdallah am Montag mit. Und weiter: «Die Palästinenser stehen an der Seite der Amerikaner in dieser schwierigen Zeit.»

Selbst das iranische Aussenministerium verurteilte am Montag das Massaker in Orlando. In einer Erklärung forderte Teheran eine ernsthafte und globale Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Terrorismus – dieses «teuflischen Phänomens», wie es hiess. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 14.06.2016 02:50
    Highlight Der Iran bedauert den Tod von Schwulen durch einen Amoklauf.

    Besser ist es Schwule durch religiöse Gerichte abzuurteilen, im Kerker zu misshandeln und dann zur Volksbelustigung am Baukran am Würgegalgen aufzuhängen. Langsam, qualvoll, bis der Tod eintritt.

    Und dies dutzendfach pro Jahr.



    Wie im Iran üblich.






    Was für eine verlogene und durchtriebene Bande. 😤
    8 5 Melden
  • Ominoreg 13.06.2016 22:26
    Highlight Der Iran?

    "Art. 110: Die hadd-Strafe für Homosexualität in der Form des Verkehrs ist die Todesstrafe. Verurteilte werden im Iran durch öffentliches Hängen getötet."

    Quelle: Strafgesetze der Islamischen Republik Iran
    17 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 13.06.2016 22:54
      Highlight Ist mir auch grad ein Rätsel.
      9 3 Melden
    • twentynine 13.06.2016 23:30
      Highlight Der Iran hat ein - sagen wir mal - sehr "spezielles" Veständnis zu LGBT… Einerseits werden Homosexuelle hingerichtet, andererseits werden Geschlechtsumwandlungen staatlich gefördert. Das Gesetz verbietet meines Wissen "nur" den Geschlechtsakt, homosexuelle Beziehungen werden jedoch toleriert solange sie platonisch sind.
      Unter diesem Gesichtspunkt macht es Sinn, dass der Iran das Massaker verurteilt.

      p.s. Will damit das Iranische Regime in keinster Weise in Schutz nehmen! Die Gesetzgebung zu Homosexualität im Iran ist menschenverachtend und zu Verurteilen!
      19 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 14.06.2016 00:25
      Highlight Danke für die Infos twentynine.
      6 1 Melden
    • Ominoreg 14.06.2016 00:35
      Highlight @twentynine

      Was sind platonische homosexuelle Beziehungen?
      3 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 14.06.2016 00:50
      Highlight Für Ominoreg:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Platonisch
      2 2 Melden
    • Ominoreg 14.06.2016 01:14
      Highlight @Rhabarber

      Mir ist der Begriff "platonisch" geläufig. Mir ist einfach schleierhaft, warum twentynine die 3 Wörter platonisch, homosexuell und Beziehung in einem Kontext bringt.
      3 7 Melden
    • twentynine 14.06.2016 02:13
      Highlight <ironie>Sorry, mein Fehler, homosexuelle platonische Beziehungen sind natürlich undenkbar. Schwule sind alle sexbesessen und haben Sex mit jedem Mann der ihnen über den Weg läuft. Und homosexuelle Beziehungen gibt es ja sowieso nicht.</ironie>
      10 3 Melden
    • Ominoreg 14.06.2016 07:23
      Highlight @twentynine

      Aha, und wenn du eine platonische Freundschaft mit einer Frau hast, nennst du das eine platonische heterosexuelle Beziehung? Nicht platonisch und homo sind unpassend, sondern platonisch und sexuell. Dein Iranbeitrag tönt ziemlich nach "Homosexualität ist ok, solange sie nicht physisch gelebt wird". Unterdrückte Sexualität als platonisch zu bezeichnen ist im Zusammenhang mit dem Iran wesentlich zynischer als dein Beitrag vorhin.
      2 5 Melden
    • Alex_Steiner 14.06.2016 12:39
      Highlight Öhm... ihr wisst schon das man erst verurteilt werden muss. Amerika hat auch die Todesstrafe - heisst nicht das jeder sie ohne Gerichtsverhandlung ausführen darf.
      3 2 Melden
    • Fabio74 14.06.2016 21:27
      Highlight @Steiner: Wer andere tötet, weil sie eine andere sexuelle Orientierung haben, für das sie nichts können, dann ist ihr Kommentar mehr als zynisch.
      Das Regime bedauert Tote, die es selbst verachtet. Verlogener gehts nun wirklich nicht.
      2 0 Melden
    • Alex_Steiner 15.06.2016 12:00
      Highlight @Fabio74: Soweit ich das verstehe werden sie ja eben nicht fürs Schwul "sein" verurteilt, sondern nur wenn sie Sex haben. Was ja dann das gleiche ist wie bei uns mit den Pädophilen, Nekrophilen, Zoophilen. Für die hat man ja auch schon die Todestrafe gefordert... obwohl sie ja eigentlich nichts dafür können.
      Und bevor jemand kommt... natürlich etwas anderes bei Schwulen. Die sind Erwachsen und können entscheidungen über sex treffen - Kinder, Tote und Tiere nicht.
      1 0 Melden
  • Señor V 13.06.2016 22:16
    Highlight Wieso sollte es erstaunen, dass Iran die Anschläge verurteilt? Einerseits der neue Verbündete des Westens im Mittleren Osten und anderseits ist das Regime schiitisch, lehnt den sunnitisch basierten IS volkommen ab. Gut, vielleicht etwas scheinheilig, wenn man bedenkt, dass auf homosexuelle Handlungen im Wiederholungsfall die Todesstrafe steht, aber das sind dann halt Kriminelle.
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