International

Neues Ranking zeigt, welches Land wie korrupt ist. Bild: shutterstock

Die Welt wird immer korrupter – doch die Schweiz erhält ein gutes Zeugnis

Die Korruption ist laut einer Untersuchung der Organisation Transparency International in vielen Ländern auf dem Vormarsch. Die Schweiz hält sich dagegen konstant gut im Ranking des Corruption Perceptions Index (CPI), der am Mittwoch veröffentlichte wurde.

25.01.17, 05:44 25.01.17, 06:14

69 Prozent der 176 untersuchten Länder erreichten im aktuellen Korruptionsindex weniger als 50 Punkte. Anders als im Vorjahr lag die Zahl der Länder, die sich verschlechterten, höher als die der Aufsteiger. Der Corruption Perceptions Index (CPI) reicht von null bis 100, wobei 100 für den niedrigsten Korruptionsgrad steht.

Der CPI listet 176 Länder auf und misst, wie die Korruption in Wirtschaft, Politik und Verwaltung wahrgenommen wird. Er stützt sich auf verschiedene Umfragen und Untersuchungen von unabhängigen Institutionen.

Schweiz auf Rang 5

Den besten Wert erreichte zum dritten Mal in Folge Dänemark, das sich den Spitzenplatz in diesem Jahr mit Neuseeland teilte. Beide kamen auf 90 Punkte, gefolgt von Finnland und Schweden. Die Schweiz verbesserte sich wieder und rückte vom siebten auf den fünften Platz vor mit 86 Punkten.

Seit Jahren schneidet die Schweiz im Ranking stabil innerhalb der Ränge 5 und 8 ab. Das sei erfreulich, bedeute aber nicht, dass der öffentliche Sektor des Landes frei von Korruption sei, heisst es bei Transparency International Schweiz. «Immer wieder werden auch dort Fälle von Korruption bekannt, meistens im öffentlichen Beschaffungswesen. Und diese Fälle dürften nur die Spitze des Eisbergs bilden.»

Schlusslicht des Rankings ist zum zehnten Mal in Folge Somalia (zehn Punkte), knapp davor lagen der Südsudan (elf Punkte), Nordkorea (zwölf Punkte) und Syrien (13 Punkte). Die USA (Rang 18) büssten zwei Plätze ein, die Türkei rutsche von Rang 66 auf Platz 75 ab.

Vor allem in Krisenregionen wie dem Nahen Osten machte Transparency einen Anstieg der Korruption aus. Grösster Verlierer war 2016 demnach der Golfstaat Katar (Platz 31), der zehn Punkte schlechter abschnitt als im Vorjahr. Die Ermittlungen zur umstrittenen Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaft 2022 an den Golfstaat sowie Berichte über die mutmassliche Ausbeutung von Gastarbeitern hätten dem Ansehen des Landes geschadet, erklärte Transparency.

Privatsektor nicht berücksichtigt

In zu vielen Ländern sorge Korruption dafür, dass Menschen das Nötigste vorenthalten wird und «sie jede Nacht hungrig zu Bett gehen müssen, während die Mächtigen und Korrupten ungestraft einen verschwenderischen Lebensstil geniessen können, ohne dafür bestraft zu werden», erklärte der TI-Vorsitzende José Ugaz.

Der Teufelskreis aus Korruption und sozialer Ungleichheit müsse dringend durchbrochen werden. Es müsse verhindert werden, dass sich weiterhin einige Wenige auf Kosten der Allgemeinheit bereicherten. Scheitere der Kampf gegen die Korruption, biete dies einen Nährboden für populistische Politiker. Der CPI misst nur die im öffentlichen Sektor grassierende Korruption. Die Korruption im Privatsektor wird nicht berücksichtigt. (viw/sda/afp)

Apropos Korruption: Die Chronik im russischen Doping-Skandal

Das könnte dich auch interessieren:

Kommt man schwul zur Welt? – Forscher sind der Antwort näher gekommen

Wie zur Hölle schreibt man «Liebe»? Danach hat die Schweiz 2017 gegoogelt 

«Bei welcher Temperatur serviere ich den Wein?»

«Habe beim Asthma-Mittel die Dosis erhöht» – Chris Froome an der Vuelta positiv getestet

Sunrise und Swisscom machen das Internet-Abo bald für viele überflüssig

Ausgebimmelt – Wie ein Quartierstreit das Land verändern könnte

«Danke für deine Daten, du Lauch!» Wenn der Facebook-Rückblick ehrlich wäre ...

Ein Klimmzug zuviel: «Rooftopper»-Star filmt, wie er selbst in die Tiefe stürzt

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
22
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ökonometriker 28.01.2017 20:51
    Highlight Dieser Index ist wenig Aussagekräftig, da er stark durch kulturelle Faktoren verfälscht wird.

    In der Schweiz ist Korruption sicherlich sehr viel weniger prävalent als in China, aber auch hier findet sie dezent statt. Das Paradebeispiel sind Politiker, die sich für eine umweltfreundliche Energiepolitik stark machen und selber in grünen Firmen investiert sind. Oder die Bauern-Lobby, deren Politiker oft auch selbst noch bauern.

    Die Frage dürfte eher sein, in wie weit dies ein Problem ist. Dank direkter Demokratie darf das Volk zumindest mitreden und über sein Geld mitbestimmen...
    0 0 Melden
  • Linus Luchs 25.01.2017 09:20
    Highlight Exemplarisch für das Schweizer System steht FDP-Nationalrat Ignazio Cassis, Präsident der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit. Die Macht der Kommissionen hinsichtlich parlamentarischer Entscheidungen ist bekannt. Gleichzeitig sitzt Cassis in 12 privaten Aufsichtsgremien, 5 Mal als Präsident und 2 Mal als Vizepräsident, und fast alle haben mit dem Gesundheitswesen zu tun. Auch Interessenverbände von Krankenkassen sind dabei. Cassis wird für diese Mandate bezahlt. Wie praktisch, so braucht es keine Schmiergelder. Denn die Korruption ist in der Schweiz ganz legal im System eingebaut.
    36 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.01.2017 13:46
      Highlight Die Schweiz hat es geschafft koruption ins System zu integrieren und damit zu legalisieren...
      Und stolz kann man verkünden "bei uns gibts keine illegale Korruption"
      5 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 25.01.2017 09:04
    Highlight Welches Land steht an letzter Stelle: Somalia
    Schlimm ist nur, dass Somalia auch an vorderer Stelle steht bei den Flüchtlingseinreisen in die Schweiz!
    6 20 Melden
    • ujay 25.01.2017 12:59
      Highlight Falsch, es sind Eritraeer an erster Stelle.Immer wieder verblueffend, dass es Zeitgenossen im Internetzeitalter gibt, die irgendeinen Quatsch posten und denken, ernst genommen zu werden. Die Absicht dahinter ist aber umso klarer.
      5 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.01.2017 16:48
      Highlight ujay@
      Das weiss ich auch, dass Eritraea an erster Stelle steht (ist zwar kein Kriegsgebiet aber lassen wir das). Aber Somalia steht an 3. oder 4. Stelle punkto einreisende Asylanten (somit ist es an einer vorderen Stelle also kein Quatsch!).
      2 3 Melden
  • o.o 25.01.2017 08:57
    Highlight Klar gibts hier keine Korruption. Die ganzen gescheiterten IT Projekte laufen alle nach Plan...
    19 7 Melden
  • Gelöschter Benutzer 25.01.2017 08:21
    Highlight Die Schweiz... sry, Bankgeheimnis und Hilfe zur Steuerhinterziehung (sowie schaffen von Steueroasen wie ZG, SZ, NW) sind sozusagen Synonyme für Korruption.
    21 16 Melden
    • Prof.Farnsworth 25.01.2017 09:30
      Highlight echt jetzt? 😂
      8 10 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.01.2017 10:04
      Highlight Echt jetzt.

      Als ehemaliger Angestellter eines Steueramts kann ich das aus persönlicher Erfahrung bestätigen.

      Nicht 1:1 Korruption. Wenn aber ein reicher Russe anstelle einer CH-Familie einfach alles bekommt, grenzt das schon an Korruption.
      6 2 Melden
  • Kronrod 25.01.2017 07:56
    Highlight Interessanterweise können Massnahmen gegen Korruption genau das Gegenteil bewirken, weil sie misstrauen signalisieren. Somit sollten wir vorsichtig sein mit der Einführung neuer Transparenzvorschriften.
    6 23 Melden
    • D(r)ummer 25.01.2017 09:37
      Highlight Jep, das gefühl habe ich auch.
      Ok, Transparenz heisst, dass etwas vollkommen deutlich Dokumentiert sein soll.

      Transparenz kann aber so definiert werden, dass etwas gar nicht mehr erkannt werden kann.
      (Gruss von den fensterküssenden Krähen) ;)
      3 6 Melden
  • bobi 25.01.2017 07:42
    Highlight Weil das Ganze bei uns Lobbyarbeit genannt wird... Solange die Parteifinanzierung nicht öffentlich ist, ist die Schweiz nicht genügend transparent.
    35 10 Melden
  • http://bit.ly/2mQDTjX 25.01.2017 07:28
    Highlight Korruption nennt sich in der Schweiz Vetterliwirtschaft ist ganz legal, und relativ einfach, wenn man über finanzielle Ressourcen verfügt. Dann lassen sich die Gesetze so gestalten, dass sie möglichst viel in die eigene Tasche scheffeln.

    Dafür stellt die gute Schweiz unter anderem folgende Instrumente zur Verfügung:

    --> Undurchsichtige Parteifinanzierung;

    --> Intransparente Arbeit diverser Lobby-Organisationen;

    --> Intransparente Interessensbindungen der Parlamentarier;

    und nicht zu vergessen, auch

    --> eine zwar nicht mundtote, aber dennoch machtlose vierte Gewalt (sda/afp).
    23 10 Melden
    • Energize 25.01.2017 08:18
      Highlight Wie kommst du darauf das die 4. Gewalt machtlos ist?
      11 2 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 25.01.2017 08:39
      Highlight Energy4EverySoul:

      http://www.watson.ch/!839830537#comment_660422

      Die Medien sind nicht unabhängig. Sie müssen sich irgendwie finanzieren. Es muss also Geld reinkommen, und man muss Kosten sparen. Ersteres macht abhängig (zB. von Clicks, Werbeeinnahmen, Einschaltquoten), und letzteres beschneidet die journalistische Freiheit (Recherchen sind zeitraubend und teuer).

      Bei watson zB. hat kaum einer die Zeit zum gründlich Recherchieren, soviel müssen sie ständig produzieren, weil sonst würden vermutlich die Benutzer weglaufen. Und was dann dabei herauskommt, nennt sich Qualitätsjournalismus. ;/
      10 6 Melden
    • Viktoria 25.01.2017 08:41
      Highlight Was genau bringt Sie auf die Idee, dass wir hier bei watson keine Zeit zum Recherchieren haben?
      13 9 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 25.01.2017 08:51
      Highlight Weil die Leser oft hinterher recherchieren müssen, Viktoria. ;)

      Und weil ich bei watson ständig pseudo-wissenschaftlichen Artikeln begegne, die alternative Fakten verkünden, abgeschrieben von irgendwelchen Agenturen, null recherchiert, geschweige denn kritisch hinterfragt.

      Zwei Beispiele da:
      http://www.watson.ch/!839830537#comment_660434
      14 3 Melden
    • Viktoria 25.01.2017 08:56
      Highlight Na dann können wir ja froh sein, dass wir solche fleissigen Leser, wie Sie es sind, haben ;)
      8 11 Melden
    • Gelöschter Benutzer 25.01.2017 13:47
      Highlight Kritikfähigkeit von watson ist so ziemlich gleich null, dafür sind die Antworten immmer meeeega cool.
      3 2 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 26.01.2017 12:56
      Highlight Ich meine, du bist nicht ganz fair, DasAuge. Die Kritikfähigkeit misst sich doch auch an den Möglichkeiten, auf Kritik reagieren zu können. Die Möglichkeiten bei watson sind begrenzt (siehe oben), und einfache Lösungen sind auch nicht gerade in Sicht.

      Umgekehrt muss man auch Kritik daran messen, ob sie mit konstruktiven und machbaren Vorschlägen daher kommt, oder ob sie nur (allgemeine) Kritik ohne Lösungsvorschläge ist.
      0 0 Melden
  • Ton 25.01.2017 07:11
    Highlight In der Schweiz ist man nicht korrupt - man kennt einander einfach.
    20 3 Melden

Digitalisierung bricht Zürichs Studentenladen nach 110 Jahren das Genick – 28 Jobs weg

Es ist das Ende einer akademischen Institution, in welcher während Jahrzehnten Tausende von Studenten ihren Bedarf deckten: Der «Studi-Laden» mit seinem legendären Design im Giraffenmuster wird bald seine Tore schliessen. Das von der Zentralstelle der Studentenschaft (ZSUZ) betriebene Geschäft mit Papeterie-Artikeln und Lehrbüchern sowie die von der ZSUZ betriebenen Kioske und Druckereien fallen dem Konkurs der ZSUZ zum Opfer.

28 Mitarbeitende an den sechs ZSUZ-Standorten und in der …

Artikel lesen