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Botschafter des Erfolgsmodells: Hauptsitz der Baruti AG in Pristina, gegründet von Kosovo-Schweizern. Bild: watson

Was die Schweiz vom Kosovo lernen kann

Die Schweiz ist ein Einwanderungsland par excellence. Doch wir tun uns schwer mit unseren Ausländern. Schweizer Unternehmer mit Wurzeln im Kosovo setzen dort auf Schweizer Tugenden – und beweisen, dass unser Integrationsmodell eine Erfolgsgeschichte ist.



Am 1. August haben die Mitarbeiter der MIK Agency frei. Am Abend essen sie aber keinen Cervelat an der Bundesfeier ihrer Gemeinde, wo ein Lokalpolitiker eine patriotische Rede radebrecht. Denn die Angestellten der MIK Agency wohnen in Pristina im Kosovo.

Ihr Chef, Valon Asani, ist in der Ostschweiz geboren und aufgewachsen. Dass es ihm gelungen ist, in der Heimat seiner Eltern, die er bis Anfang 20 nur als Ferienland kannte, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, hat natürlich auch damit zu tun, dass er die Kultur des Kosovo im Elternhaus und in den Ferien mitbekommen hat und fliessend Albanisch spricht.

What's on, Kosovo?

Die Kosovaren sind eine der grössten Einwanderergruppen der Schweiz. Und ohne die Schweizer geht im Kosovo fast nichts. watson hat sich darum aufgemacht, um das jüngste Land Europas zu besuchen. Unser Reporter traf junge Schweiz-Kosovaren, die sich in ihrer Heimat zu erfolgreichen Unternehmern gemausert haben, begegnete Menschen aus allen Teilen der Schweiz, die ihre Verwandten im Kosovo besuchen und sprach mit Oppositionsführer Visar Ymeri, der verspricht, seine Partei werde das Land von der Korruption befreien. Alles zum Thema gibt's von Dienstag bis Freitag in unserer grossen Kosovo-Serie.
Teil 1: Sommer ist, wenn die «Schatzis» einfallen: Der Kosovo in Schweizer Hand – die Reportage
Teil 2: Tränengas im Rat und viele Schweizer Stimmen  – so ticken Kosovos neue Hoffnungsträger
Teil 3: Die Schweizer Macher – vier Erfolgsgeschichten aus dem Kosovo

Es hat aber mindestens gleich viel damit zu tun, dass Valon Asani exemplarisch Werte verkörpert, welche die Schweiz zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Land gemacht haben: Präzision, Arbeitswillen, Kreativität, Kompromisslosigkeit bei der Qualität. Und ein Durst nach Bildung.

Seine jüngeren Mitarbeiter müssen auf Anweisung von Asani jeden Tag eine Stunde lesen. Im Grossraumbüro der MIK Agency liegen deutsche Sprachführer, IT-Magazine und ein Buch über das israelische Start-up-Wunder. So weit ist der Horizont, an dem sich Asanis Mitarbeiter orientieren sollen.

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Valon Asani (Mitte) mit seinen Geschäftspartnern. Bild: watson

Wie seine Unternehmerkollegen Drenusha Shala oder Avni Beqiraj hat Asani von den Möglichkeiten profitiert, die das duale Schweizer System mit seiner Kombination von theoretischer und praktischer Ausbildung bietet.

Unser Bild von uns selber bleibt verhaftet in einer  kleinbürgerlichen, vergangenheitsbezogenen Vorstellung darüber, wie ein Schweizer zu sein hat.

Diese Erfahrungen versuchen sie in der Heimat ihrer Eltern an talentierte junge Leute weiterzugeben – und bringen den Kosovo dazu, trotz den riesigen Herausforderungen, die das Land auch 18 Jahre nach Kriegsende schwer belasten, mit etwas mehr Optimismus in die Zukunft zu blicken.

Diese jungen Unternehmer sollte die Schweiz als ideale Botschafter des Landes sehen. Es ist paradox: Die Schweiz hat einen der höchsten Ausländeranteile weltweit – und das nicht nur wegen ihrer restriktiven Einbürgerungspraxis. 36 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung über 15 Jahren hat einen Migrationshintergrund. Das sind mehr als 2,5 Millionen Menschen.

Schweizer Macher statt Schweizermacher

Und doch, das zeigt die Einbürgerungsposse in Buchs AG um Funda Yilmaz: Unser Bild von uns selber bleibt verhaftet in einer peinlich kleinbürgerlichen, vergangenheitsbezogenen Vorstellung darüber, wie ein Schweizer, eine Schweizerin zu sein hat.

Anstatt die Eignung zum Schweizer-Sein danach zu beurteilen, ob jemand den Namen des Dorfmetzgers kennt, stünde der Schweiz etwas anderes gut an: Wir sollten uns endlich einmal des erfolgreichen Efforts bewusst werden, den wir – «Einheimischen», Eingebürgerte und Menschen ohne Schweizer Pass – bei der Integration von Ausländern tagtäglich leisten.

Denn: Wenn jemand wie Drenusha Shala mit 7 Jahren vom Kosvo in die Schweiz zieht und 20 Jahre danach ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut hat, ist das zwar in erster Linie eine beeindruckende Leistung der jungen Frau und ihrer Geschäftspartner.

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Drenusha Shala in den Räumlichkeiten ihres Callcenters. Bild: watson

Es ist aber auch ein Hinweis darauf, dass die Schweiz bei der Bildung, im Arbeitsmarkt und im gesellschaftlichen Zusammenleben allgemein vieles richtig macht. Besser jedenfalls, als es die Scharfmacher von rechts uns weismachen wollen.

Statt die erstaunliche Integrationskraft des Schweizer Modells zu anerkennen, verlieren sich Politik und Medien immer und immer wieder in überflüssigen Scheindebatten über doppelte Loyalitäten, wenn etwa Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka und Co. vor einem Länderspiel die Nationalhymne nicht mitsingen.

Switzerland's Xherdan Shaqiri, center, celebrates with Valon Behrami, right, and Granit Xhaka, left, after the first goal for Switzerland during a Worldcup qualification soccer match between Switzerland and Albania at the Swisspor Arena in Lucerne, Switzerland, Tuesday, September 11, 2012. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Kosovo-Schweizer können mehr als nur Tore schiessen: Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri und Valon Behrami. Bild: KEYSTONE

Es gilt, das Schema zu durchbrechen, jede neue Ausländergruppe zuerst als Bedrohung zu sehen, dann zu Sündenböcken zu machen, schliesslich als halbwegs tolerierte Fremde zu behandeln und irgendwann dann als ganz passable Fussballer zu entdecken.

Denn Kosovo-Schweizer können mehr als nur Flanken schlagen und Tore schiessen: Menschen wie Valon Asani oder Drenusha Shala brillieren in jener Disziplin, die unser Land seit jeher höher schätzt, als alle sportlichen Glanzleistungen: Mit unternehmerischem Geschick gutes Geld verdienen.

Wie Jugoslawien zerbrach: Vom Ende des Kommunismus bis Kosovo

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    Alle Leser-Kommentare
  • Pasch 14.08.2017 16:51
    Highlight Highlight Man könnte meinen dieser Beitrag sei nicht ganz freiwillig entstanden 😂.
  • Ohniznachtisbett 14.08.2017 11:17
    Highlight Highlight Eigentlich müsste gerade watson als eher linkes Medium (das ich btw sehr zu schätzen weiss, weil es einen anderen Blick gibt) das Geschäftsmodell von Herrn Asani schwer kritisieren. Warum?
    - Callcenterthematik (Konsumentenschutz)
    - Auslagern von Arbeit in ein Billiglohn-Land, das dann Dienstleistungen für CH-Konzerne erbringt, die damit Profit steigern und hier Leute dafür den Job verlieren.

    Aber es ist halt was anderes, wenn die UBS Jobs nach Rumänien auslagert als wenn Junger Unternehmer, das selbe macht...
    • Hierundjetzt 14.08.2017 20:52
      Highlight Highlight Vielleicht, weil man ein 10 MA KMU nicht mit einem Weltkonzern mit 65'000 Angestellten vergleichen kann?

      Vielleicht, weil der Schweizer Sozialstaat 1000ende von neuen RAV Anmeldungen dank der UBS hat?

      Vielleicht weil die CH die UBS innerhalb von 24h im Notrecht *(!!) mit 10% Ihres BIP (fast 69 Mrd) retten musste?

      Vielleicht weil 10'000ende von Kunden Ihr PK Vermögen verloren haben und vor dem nichts stehen?

      Vielleicht, weil niemand dafür zur Rechenschaft gezogen wurde?

      Man weis es nicht....

      *der BR umging so den regulären Parlamentsentscheid.
    • DaniSchmid 15.08.2017 07:59
      Highlight Highlight @hierundjetzt: ausser deinem punkt 2 hat nichts in deinem kommentar mit dem kommentar von Ohniznachtisbett zu tun, oder?
    • Ohniznachtisbett 15.08.2017 08:44
      Highlight Highlight Hierundjetzt: Wie kommst du auf 1000ne RAV-Meldungen wegen der UBS (obwohl mir die UBS nicht speziell am Herzen liegt)? Was hat die Rettung der UBS mit dem Auslagern von Arbeitsplätzen zu tun? Weshalb sollen 10'000ende Kunden ihr PK Vermögen verloren haben?? Abstruse Behauptung!
  • Gustav.s 14.08.2017 07:28
    Highlight Highlight Unser Modell, unsere Art ist also erfolgreich, sogar Einwanderer werden hier zu Supertypen aber wir müssen uns und unser Land ändern? He?
  • David Steger 13.08.2017 14:16
    Highlight Highlight Mich würde interessieren, was für eine Dienstleistung diese Firma anbietet und wieso sie nicht in der Schweiz tätig ist...
    • Bav 14.08.2017 08:30
      Highlight Highlight Einfach mal Kosovo beu Watson Suche eingeben.
  • Maria B. 13.08.2017 14:09
    Highlight Highlight Also mir ist völlig schleierhaft, was die Schweiz von diesem wirtschaftlich ruinierten und politisch derart zerrütteten Kosovo konstruktives lernen könnten...

    Wieder mal eine typisch linke Sonntagspredigt mit verpasstem Clickbite-Effekt - es mochte niemand so richtig anbeissen ;-)!
    • räuber hotzenplotz 14.08.2017 12:41
      Highlight Highlight Bei dir würde ich auch nicht anbeissen...
  • PeteZahad 13.08.2017 12:53
    Highlight Highlight Hatt sich Mal jemand die Firmengruppe von diesem Herr Asani etwas genauer angesehen?
    z.B. https://www.asani-group.ch/kosfon-call-center/

    Das sind dann genau die Leute, welche mit CH-Nummer aus dem Kosovo anrufen und Leute mit Sterneintrag belästigen. Viel machen kann man dann nicht, da die Firma im Ausland sitzt.

    Sind für mich nicht unbedingt Schweizer Tugenden.
    • Saraina 17.08.2017 06:59
      Highlight Highlight Die Callcenter handeln im Auftrag von Firmen.
  • Marcel Mohn 13.08.2017 12:04
    Highlight Highlight Wir Schweizer sind mit an der Spitze bei den privaten Spenden. Ich plädiere dafür, nicht nur materielle sondern vermehrt auch immaterielle Dinge wie Wissen, Bildung und Werte zu spenden. Jeder auch in seiner ganz persönlichen Umgebung.
  • bubblefish 13.08.2017 09:45
    Highlight Highlight Kompliment, super recherchiert, nicht immer nur draufhauen sondern brücken bauen, flüssiger/stimmiger artikel, auf eine weiterhin erfolgreiche kosovarisch-schweizerische zusammenarbeit!
  • DonDude 13.08.2017 08:48
    Highlight Highlight Der Titel schuldet uns eine Antwort!
    Welches Business hat Valon aufgebaut?
    Ich hoffe einmal das CallCenter von Drenusha ist nicht eines deren, welche täglich Schweizer mit Angeboten belästigt und abzockt.
    Sehr schlechter Bericht. Null Inhalt!
    Was können wir Schweizer jetzt von den Kosovaren lernen? Diese Antwort bleiben Sie uns schuldig!

  • poga 13.08.2017 08:42
    Highlight Highlight "Es hat aber mindestens gleich viel damit zu tun, dass Valon Asani exemplarisch Werte verkörpert, welche die Schweiz zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Land gemacht haben: Präzision, Arbeitswillen, Kreativität, Kompromisslosigkeit bei der Qualität. Und ein Durst nach Bildung." @Christoph du hast hier gut aufgezeigt, was einen Schweizer ausmachen könnte. Dann schreibst du wir sollten bei der Einbürgerung nicht so kleinlich sein. Nur, ist nichts davon relevant, wenn es um eine Einbürgerung geht. Man kann es nicht messen und nicht kontrollieren.

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