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Hansjoerg Wyss, Gruender von Synthes und Maezen spricht am Swiss Economic Forum, am Donnerstag 7. Juni 2012, in Interlaken.  (KEYSTONE/Peter Schneider)

Der Schweizer Unternehmer Hansjörg Wyss legt einen Rechtsstreit in den USA bei.
Bild: KEYSTONE

Knochenzement-Klage endet mit Vergleich: Schweizer Milliardär Hansjörg Wyss kauft sich frei

08.08.16, 06:12 08.08.16, 07:08


Der Schweizer Milliardär und Synthes-Gründer Hansjörg Wyss sowie seine ehemalige Firma haben sich von Klagen um unbewilligte Wirbelsäulenoperationen freigekauft, die tödlich endeten. Die Details des Vergleichs bleiben unter Verschluss.

In einem Zivilverfahren um eine der Operationen befanden die Geschworenen am vergangenen Freitag in Seattle einen Arzt für nicht schuldig. Mit 10 zu 2 Stimmen entschied die Jury, dass der Tod der 67-jährigen Patientin nicht durch eine Fahrlässigkeit seitens des Chirurgen oder seines Arbeitgebers, der Universität des Staates Washington, verursacht wurde.

ZUR ABSTIMMUNGSVORLAGE UEBER DIE AENDERUNG DES FORTPFLANZUNGSMEDIZINGESETZ (FMEDG) FUER DEN SONNTAG, 5. JUNI 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -Fertilised egg cells are stored in liquid nitrogen for possible later use at the GYN-A.R.T. center for gynaecology, reproductive medicine, microsurgery, minimally invasive surgery and reproductive biology in Zurich, Switzerland, on March 26, 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally) 

Befruchtete Eizellen werden am 26. Maerz 2015 in einem Labor in der GYN-A.R.T., Zentrum fuer Gynaekologie, Fortpflanzungsmedizin, Mikrochirurgie und minimal invasive Chirurgie sowie Reproduktionsbiologie, in Zuerich, in fluessigen Stickstoff eingelegt fuer eine eventuelle spaetere Verwendung. Die Eizellen werden mit vielen anderen in stabilen, kleinen Staebchen aufbewahrt. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Einem US-Arzt wurde vorgeworfen, Knochenzement für eine Wirbelsäulen-Operation verwendet zu haben.
symbolBild: KEYSTONE

Die Anklage hatte dem Arzt vorgeworfen, den Knochenzement Norian für Wirbelsäulen-Operationen verwendet zu haben, obwohl die Behörden keine Bewilligung erteilt hatten. Zusammen mit dem Chirurgen wurde zu Prozessbeginn auch der Hersteller von Norian, Synthes, angeklagt. Das Medizintechnikunternehmen gehörte damals Hansjörg Wyss.

Einigung vor Schlussplädoyers

Wyss und seinem Führungsstab wurde vorgeworfen, Menschenversuche mit Norian-Einspritzung bei Wirbelsäulen-Operationen vorangetrieben zu haben, obwohl es dafür keine behördliche Zulassung gab.

Kurz vor den Schlussplädoyers aber schlossen die Anwälte von Wyss und Synthes - das Unternehmen gehört heute dem Pharmariesen Johnson & Johnson - einen Vergleich mit den Klägern ab. Die Parteien haben laut dem Anwalt der Kläger, Rick Friedman, Stillschweigen über die Höhe der Vergleichssumme und den Inhalt des Abkommens vereinbart. Gegen Synthes laufen weitere, ähnlich gelagerte Verfahren.

Die Arzneizulassungsbehörde FDA nahm bereits vor zwölf Jahren eine Untersuchung gegen Synthes auf, nachdem Probleme mit Norian bekannt wurden. 2007 forderte die FDA Synthes auf, ein neues Etikett für Norian zu verwenden, das explizit besagt, dass der Knochenzement nicht für die Verwendung in der Wirbelsäule gebraucht werden darf.

FILE - In this July 30, 2013, file photo, large banners hang in an atrium at the headquarters of Johnson & Johnson in New Brunswick, N.J. Johnson & Johnson reports financial results on Tuesday, July 19, 2016. (AP Photo/Mel Evans, File)

Schluckte 2012 das Unternehmen des Schweizers: Pharmariese Johnson&Johnson.
Bild: Mel Evans/AP/KEYSTONE

2009 wurde die Firma für klinischen Studien mit Knochenzement am Menschen angeklagt. Vier Führungskräfte erhielten Gefängnisstrafen, Wyss selber war nicht angeklagt. Das Unternehmen musste über 23 Millionen Dollar Bussen und Strafe bezahlen.

Johnson & Johnson hat Synthes 2012 für 19.7 Milliarden Dollar erworben und die Firma in seine Abteilung für medizinische Geräte, DePuy, integriert. (kad/sda)

Die zehn reichsten Schweizer nach Vermögen im Jahr 2015

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