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Westschweizer Journalisten 50 Stunden in Abu Dhabi festgehalten



Zwei Journalisten des Westschweizer Fernsehens RTS sind am Donnerstag in Abu Dhabi 50 Stunden lang von der Polizei festgehalten und verhört worden. Die Arabischen Emirate sind der Meinung, die Journalisten hätten geltende Regeln verletzt.

Der National Media Council (NMC), welcher die Aktivitäten von Medien in den arabischen Emiraten überwacht, verteidigte am Dienstag das Vorgehen gegen die beiden RTS-Journalisten. Der NMC respektiere alle Medien, welche über das Land berichteten. In der Stellungnahme hiess es jedoch, die Aktivitäten der Medien müssten den geltenden Regeln und Gesetzen entsprechen.

Der NMC habe Kenntnis gehabt, dass der Jounalist Serge Enderlin und der Kameramann Jon Bjorgvinsson eine Erlaubnis gehabt hätten, den Louvre in Abu Dhabi und dessen Umgebung zu filmen. Die Polizei habe die beiden jedoch gesehen, als sie in die Sicherheitszone von Mussafah eingetreten seien. Sie seien deshalb von der Polizei befragt und ohne Auflagen wieder frei gelassen worden. Ihr Material wurde konfisziert.

Reporter ohne Grenzen kritisieren Vorgehen

Am Montag verurteilte die Organisation Reporter ohne Grenzen das Vorgehen der Behörden. Es habe sich um Einschüchterung gehandelt, zudem sei das Vorgehen unverhältnismässig gewesen. Die Organisation forderte die sofortige Rückgabe des konfiszierten Materials.

Enderlin und Bjorgvinsson wollten gemäss Angaben von RTS für die Sendung «Mise au Point» eine Reportage im Zusammenhang mit der Eröffnung des Louvre Abu Dhabi drehen. Als sie auf einem Markt unter freiem Himmel filmten, seien sie festgenommen worden. Beide seien mehrere Male und teilweise neun Stunden ohne Pause verhört worden. Sie seien mit verbundenen Augen von einem Ort zum anderen gebracht worden.

Nach Angaben von RTS wurde ihr Material - Kamera, Computer und Speichermedien - beschlagnahmt. Die Behörden hätten herausfinden wollen, ob die für die Louvre-Eröffnung akkreditierten Journalisten für eine NGO (Nichtregierungsorganisation) oder ein Drittland arbeiteten. RTS verurteilte «den Versuch der Einschüchterung und Angriff auf die Pressefreiheit».

Offenbar hätten die Behörden wissen wollen, warum die Journalisten Bilder von einem Markt gemacht hätten. Sie seien darüber verärgert gewesen, dass pakistanische Arbeiter gefilmt wurden. Die Arbeitsbedingungen von Migranten in den Arabischen Emiraten sind schon mehrfach von NGOs kritisiert worden.

Rückkehr am Sonntag

In der Nacht auf Sonntag konnten die beiden Journalisten in die Schweiz zurückkehren, allerdings ohne den wesentlichen Teil ihres Materials. Das meldete RTS am Wochenende auf seiner Webseite.

epa06322453 People visit the Louvre Abu Dhabi museum during its official public opening, in Abu Dhabi, UAE, 11 November 2017.  EPA/MAHMOUD KHALED

Louvre Abu Dhabi Bild: EPA/EPA

Der Louvre Abu Dhabi öffnete am Samstag nach mehr als zehn Jahren Planungs- und Bauzeit seine Türen. Auf mehr als 6000 Quadratmetern sollen in dem Museum die Geschichte der Menschheit erzählt und die Gemeinsamkeiten der Kulturen betont werden. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • LubiM 12.11.2017 22:38
    Highlight Highlight Die VAE waren von 10 Jahren wirklich cool! Aber mittlerweile hat die Realität das Land bzw. die Wahrnehmung eingeholt.
    Kommt bei mir auf die No-Fly Liste, neben China, Israel und Indien - sowie temporär die USA :)
  • Beggride 12.11.2017 21:43
    Highlight Highlight Auch wenn alle, die dort Ferien geniessen, weil es halt "eifach geil isch", das gerne ignorieren würden: dieses Land ist nicht (viel) besser, als seine Nachbarn
  • demokrit 12.11.2017 21:24
    Highlight Highlight Und die bauen den hochgehypten Konsumtempel Mall.
  • hueberstoebler 12.11.2017 20:33
    Highlight Highlight typisch für das land.
    • elias776 12.11.2017 21:07
      Highlight Highlight Weiss schon jetzt wo ich nie hingehen werde!
    • Saraina 13.11.2017 00:52
      Highlight Highlight Ich auch, aber die Liste wird immer länger...
    • Grégory P. 14.11.2017 10:16
      Highlight Highlight Ein einziges Vorfall? Nein, die "Bünzli" sind nun informiert und wissen, dass u.a. tausende von Arbeiter wie Sklaven behandelt werden, dass Menschenrechte nicht, aber gar nicht respektiert werden, dass zum Teil Tiere mehr Rechte als Frauen haben, usw, usw.

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