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Niedergeschlagen, aber am Leben: Beatrice S. äussert sich in einer Videobotschaft von Al-Kaida zu ihrem Gesundheitszustand.   screenshot: youtube

Video von entführter Schweizerin aufgetaucht: Beatrice S. ist offenbar am Leben

17.06.16, 03:20 17.06.16, 07:24

Im Internet ist ein Video aufgetaucht, das die Schweizer Missionarin Beatrice S., die Anfang Jahr in Mali von Islamisten entführt wurde, am Leben und bei guter Gesundheit zeigen soll. Die Frau gibt an, sie sei bei «guter Gesundheit», habe aber Mühe mit der hohen Temperatur.

Das fast dreiminütige Video, das von Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI) stammen soll, wurde der privaten malischen Nachrichtenagentur Al-Akhbar zugespielt und tauchte in der Nacht auf Freitag auf der Videoplattform YouTube auf. Auch die US-Plattform SITE, die sich auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisiert hat, berichtete über das Video.

Die verschleierte Frau nennt darin ihren Namen und sagt auf Französisch und mit teilweise schwer wahrnehmbarer Stimme, es sei der 17. Mai 2016. Weiter sagt sie, sie sei nun seit 130 Tagen in den Händen von Al-Kaida im islamischen Maghreb. Sie dankt zudem ihrer Familie und der Schweizer Regierung, die «alles für sie getan» hätten.

Die Frau aus Basel war in der Nacht auf den 8. Januar in Timbuktu von Bewaffneten entführt worden. Die Verantwortung für die Entführung übernahm damals die Gruppe «Emirat der Sahara», die sich als Teil von AQMI versteht.

Freilassung von Dschihadisten gefordert

Die Entführergruppe forderte kurz nach der Tat im Januar unter anderem die Freilassung von Ahmad Al Faqi Al Mahdi, der am Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag festgehalten wird. Ihm soll dort der Prozess für die Zerstörung historischer Kulturgüter in Timbuktu gemacht werden. Zudem sollen auch mehrere Mitglieder, die in malischen Gefängnissen einsitzen, freikommen.

Die Frau aus Basel war bereits im April 2012 einmal in Timbuktu von Islamisten verschleppt worden. Damals kam sie nach wenigen Tagen wieder frei – laut Medienberichten unter der Bedingung, nicht in die Wüstenstadt zurückzukehren.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hatte nach der Entführung im Januar eine Taskforce eingesetzt. Es hiess, die Schweizer Vertretung vor Ort stehe in Kontakt mit den lokalen Behörden. (cma/sda/afp)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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    Alle Leser-Kommentare
  • 33EVROPA 17.06.2016 10:06
    Highlight Selber schuld! Zum 2. Mal! Nur fürs Missionieren, nein sorry wirklich selber schuld.
    19 5 Melden
  • Lutamoshikito 17.06.2016 08:59
    Highlight Welche Religion man angehört ist mir egal. Jedem das Seine. Aber wo ich Probleme habe ist beim Missionieren! Ich finde das in der heutigen Welt unerträglich! Darum habe ich auch wenig Mitleid mit der Frau, welche zum zweiten mal entführt wurde und trotz Warnung erneut in das Land einreiste um ihren Glauben zu verbreiten.
    40 5 Melden
  • K3tsch 17.06.2016 08:19
    Highlight Ich will ja nicht sagen, dass Sie selber Schuld ist, denn Entführungen und Hinrichtungen sind ja nicht etwas was man in diesem Fall selber verschuldet.

    Aber wen ich gewarnet werden würde, dass ich nicht wieder kommen soll, dann würde ich es auch nicht mehr machen^^
    65 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 17.06.2016 09:00
      Highlight Ketsch eigentlich ist sie selber Schuld. Was hat sie dort verloren, vorallem nachdem sie schon mal entführt und ausdrücklichst gewarnt wurde. Hoffe es werden nicht wieder unsere Steuergelder für sowas verwendet.
      28 9 Melden
    • Illuminati 17.06.2016 10:21
      Highlight Bitte Leute es geht doch noch um ein Menschenleben. Klar hat sie sich falsch verhalten und ist sozusagen selber schuld doch jetzt muss das oberste Ziel sein, sie da rauszuholen. Auch wenn dies Steuergelder kostet. Wie danach vorgegangen wird und wie sie von der Schweiz bestraft wird ist ein anderes Thema.
      14 10 Melden
    • Gelöschter Benutzer 17.06.2016 10:44
      Highlight Ja es geht um ein Menschenleben, ihr Leben, dass sie wissentlich in Gefahr gebracht hat. Schon das 2. Mal. Mit was hat sie gerechnet, als sie zurückging?
      5 2 Melden
  • 1ofsome 17.06.2016 08:03
    Highlight wer so überzeugt und blind durch eine Reiligion ist, muss bereit sein für diese zu sterben.
    Ich habe kein verständnis für so etwas, wenn sie trotz Warnung in das Gebiet zurück geht, dann gibt sie den Terroristen erpresserische Macht, kostet eigenverschuldet unmengen an Geld und belatet die politische Lage
    67 9 Melden
  • Tropfnase 17.06.2016 05:28
    Highlight Wurde diese Frau nicht zum wiederholten Male entführt?
    84 2 Melden
    • Sheez Gagoo 17.06.2016 05:31
      Highlight Doch. Wie Princess Peach. Steht im Artikel.
      39 1 Melden
    • Oban 17.06.2016 05:55
      Highlight Ja wurde sie, vorallem wurde sie gewarnt nicht zurückzukehren und weiter ihren Glauben zu verbreiten.
      45 1 Melden
    • Jasmine 17.06.2016 06:46
      Highlight Die Frau aus Basel war bereits im April 2012 einmal in Timbuktu von Islamisten verschleppt worden. Damals kam sie nach wenigen Tagen wieder frei - laut Medienberichten unter der Bedingung, nicht in die Wüstenstadt zurückzukehren.

      Steht übrigens im Artikel.
      40 1 Melden
    • Azrag 17.06.2016 07:37
      Highlight Ja, ist eine Missionarin.
      23 2 Melden
    • herschweizer 17.06.2016 08:29
      Highlight Fragt sich bloss für was.
      8 3 Melden
    • Ivan der Schreckliche 17.06.2016 08:43
      Highlight *zum wiederholten mali (ich geh dann mal😅)
      13 2 Melden

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