International

Verhandlungen in Crans-Montana am Mittwoch. Bild: KEYSTONE

Im Wallis geht es um die Vereinigung Zyperns: Der Auftakt ist gelungen

28.06.17, 16:52 28.06.17, 17:13

Bei den neuen Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns in Crans-Montana geben sich die Vereinten Nationen zuversichtlich. «Der Auftakt ging über meine Erwartungen hinaus», sagte der UNO-Vermittler für Zypern, Espen Barth Eide, am Mittwoch. Die Gespräche im Walliser Alpenort sollen bis zum 7. Juli dauern. Angestrebt wird eine Föderation mit zwei Bundesstaaten.

Im Falle einer Abmachung zur Überwindung der mehr als 40-jährigen Teilung der Mittelmeerinsel könne noch vor Jahresende ein Referendum über das Ergebnis in beiden Teilen der Insel stattfinden.

Beide Präsidenten dabei

Eide legte die Erfolgslatte hoch: «Der grösste Erfolg wäre ein umfassender Deal, das ist hart, aber nicht unmöglich», sagte er. Wenn das nicht gelinge, müsse wenigstens ein Durchbruch bei allen Knackpunkten erzielt werden, so dass nur noch kleinere Einzelheiten beschlossen werden müssten. Sonst könne man nicht von einem Erfolg sprechen, sagte Eide.

Bei der Ankunft der Verhandlungsführer am Mittwochmorgen demonstrierten einige türkische und griechische Zyprioten. Sie forderten eine schnelle Wiedervereinigung der Insel. Bild: KEYSTONE

Dabei waren am Mittwoch der griechisch-zyprische Präsident Nicos Anastasiades und der Präsident der Türkischen Republik Nordzypern, Mustafa Akinci, sowie die Aussenminister der sogenannten Garantiemächte Griechenland und Türkei und die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini. Geleitet wurden die Gespräche von UNO-Vermittler Espen Barth Eide.

Streitpunkt türkische Soldaten

Grösster Streitpunkt ist die Stationierung der 35'000 türkischen Soldaten, die nach dem Willen Ankaras die türkischstämmige Minderheit schützen soll.

Das sei in einem vereinten Zypern nicht nötig, argumentiert die griechische Seite. Die Zyprer müssen sich in Sicherheitsfragen mit den Garantiemächten Türkei, Griechenland und Grossbritannien, der ehemaligen Kolonialmacht, absprechen. Die Briten wollen ihre zwei Militärstützpunkte ebenfalls nicht aufgeben.

Grenze zwischen den beiden Zypern. Bild: KATIA CHRISTODOULOU/EPA/KEYSTONE

Demonstranten für Wiedervereinigung

Bei der Ankunft der Verhandlungsführer am Mittwochmorgen demonstrierten einige türkische und griechische Zyprioten. Sie forderten eine schnelle Wiedervereinigung der Insel. Die Demonstranten gehören zu einer Gruppe, die sich seit drei Wochen jeden Abend in Zyperns Hauptstadt Nikosia vor der Absperrung trifft, die den griechischen vom türkischen Teil der Insel trennt.

Zypern ist seit einem griechisch-zyprischen Putsch und einer anschliessenden türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Völkerrechtlich ist die ganze Mittelmeerinsel seit dem 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union. Das EU-Regelwerk findet im türkisch kontrollierten Norden jedoch keine Anwendung. (whr/sda/dpa)

Die Mauern dieser Erde

Das könnte dich auch interessieren:

Dem Nachtzuschlag gehts an den Kragen – und Uber ist daran nicht ganz unschuldig

Für 27 Franken nach Berlin? So teuer müsste dein Flug eigentlich sein

Diese Feministin will die SVP aus Debatten (und Taxis) verbannen

Erwachsensein – wie du es dir vorgestellt hast, und wie es wirklich ist

Poisson prallte gegen einen Baum: «Als wir am Unfallort ankamen, war er bereits tot»

Wie lit bist du, du sozialtoter Bruh? Wir suchen die Jugendwörter vergangener Jahre

Erfolg für Facebook-Schreck Max Schrems: Datenschutz-Aktivist kann Facebook verklagen

5 Grafiken, die man im No-Billag-Nahkampf kennen muss

Diese 6 Grafiken zeigen, in welchem Kanton du für die Autoprüfung am meisten zahlst

Nico Hischier ist in seiner ersten NHL-Saison besser unterwegs als Auston Matthews

«Cookies»-Backen in der Schweiz – ein Drama in 5 Akten

10 Vorteile, die nur sehr langsame Leute kennen

Gesichtserkennung beim iPhone X angeblich überlistet

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Heinz Nacht 29.06.2017 10:36
    Highlight Ich glaube nicht, dass Erdowahn es zulassen wird, dass ihm sein Einfluss auf den illegal anektierten Teil Zyperns genommen wird. Immerhin zeigten seine Staatsmedien schon Landkarten im Fernsehen, auf welchen Zypern, sowie Teile von Griechenland, Bulgarien, Syrien, Irak und Armenien der Türkei zugeordnet waren.
    In den Ferien letztes Jahr auf Zypern konnte ich ein paar interessante Gespräche mit Einheimischen führen. Man hat allgemein Angst vor dem Typen und ist deshalb sehr froh, dass Grossbritannien noch vor Ort ist.
    Die Überquerung der "Grenze" ist auch eine sehr surreale Erfahrung.
    1 1 Melden
  • Groovy 28.06.2017 17:36
    Highlight Ein totaler Türkei Boykott ist das Mindeste bis dieses Unrecht endlich beendet ist. Die Engländer können gleich mit abziehen.
    5 5 Melden

Immer wieder krass: Diese Luftaufnahmen zeigen, wie ein Flüchtlingsproblem wirklich aussieht 

Im Mittelmeer soll sich erneut ein Flüchtlingsunglück mit vielen Toten ereignet haben. «Es sieht so aus, als seien Hunderte Menschen gestorben», sagte Italiens Präsident Sergio Mattarella. Offiziell ist das noch nicht bestätigt. Fakt ist aber: Jeden Monat versuchen tausende Flüchtlinge aus Nordafrika und der Türkei mit Booten nach Europa zu gelangen. 2014 starben nach Angaben der International Organization for Migration (IOM) knapp 3300 Flüchtlinge auf See, 2015 …

Artikel lesen