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Der Praesidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen, links, und Norbert Hofer (FPOE) am Sonntag, 22. Mai 2016, im Rahmen der Bundespraesidentenwahl in der Hofburg in Wien. (KEYSTONE/APA/HERBERT NEUBAUER)

Alexander Van der Bellen (l.) setzte sich ganz knapp gegen Norbert Hofer durch.
Bild: APA

Das Links-Rechts-Schema hat ausgedient: Heute heisst es Moderne gegen Tradition

Globalisierung und Digitalisierung stellen die Politik vor grosse Herausforderungen. Der alte Gegensatz zwischen Links und Rechts wird verdrängt durch die Wahl zwischen Offenheit und Abschottung.

30.05.16, 09:06 03.06.16, 17:02


Die Wahl des neuen Bundespräsidenten in Österreich war in mehrfacher Hinsicht ein hoch interessantes Spektakel. Das finale Duell fand nicht zwischen Kandidaten der «klassischen» Rechten und Linken statt. Die waren in der ersten Runde schmählich gescheitert. Es standen sich der FPÖ-Mann Norbert Hofer und der «unabhängige» Grüne Alexander Van der Bellen gegenüber. Beide verkörpern politische Strömungen, die erst in den letzten Jahrzehnten aufgekommen sind.

Der hauchdünne Sieg Van der Bellens ist die zweite und fast wichtigere Erkenntnis. Nach dem ersten Wahlgang lag er klar hinter Hofer zurück. Das Ergebnis zeigt: Österreich ist ein tief gespaltenes Land mit zwei Lagern, die entgegengesetzte Vorstellungen verfolgen. Die Anhänger des «Rechtspopulisten» wählten ihn, weil er das Volk «versteht». Van der Bellens Wählerschaft hingegen sorgte sich um Österreichs Image in der Welt.

German Chancellor Angela Merkel, left,  and German Minister for Economic Affairs and Energy, Sigmar Gabriel, arrive for a two-day retreat of the German government in Meseberg north of Berlin, Germany, Tuesday, May 24, 2016. (AP Photo/Michael Sohn)

Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) verkörpern die klassischen Volksparteien. Bild: Michael Sohn/AP/KEYSTONE

Vereinfacht gesagt fand bei unseren östlichen Nachbarn eine Konfrontation zwischen den Anhängern eines auf sich selbst bezogenen, rückwärts gerichteten Landes und den Verfechtern einer offenen, international vernetzten Gesellschaft statt. Die Österreich-Wahl wird so zum Exempel für eine politische Landschaft, in der die alten Gegensätze zwischen Links und Rechts ausgedient haben und neue Verwerfungen und Bruchlinien entstanden sind.

Niedergang der Volksparteien

Der oft beschworene Niedergang der klassischen Volksparteien in Europa bietet dafür bestes Anschauungsmaterial. Die Sozialdemokratie wird vielerorts als Ansammlung von Nostalgikern wahrgenommen, die den «glorreichen 30 Jahren» nach dem Zweiten Weltkrieg nachtrauern. Bei den bürgerlichen Parteien sieht es ähnlich aus. Bestes Beispiel ist die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, die persönlich beliebt ist, aber – ausser in der Flüchtlingskrise – nur den Status Quo verwaltet.

Die Menschen erkennen zunehmend, dass dies kein Rezept ist für die Herausforderungen in der heutigen Welt. Sie ist geprägt von einer Globalisierung, die nicht nur wirtschaftlich verstanden werden darf. Globalisierung steht auch für eine Welt, die immer mehr zum «Global Village» wird, in dem vermeintlich ferne Bedrohungen plötzlich vor der eigenen Haustüre auftauchen. Diese können real sein in Gestalt von Terroristen, aber auch diffus. Das betrifft in erster Linie die Digitalisierung, die unser Leben umwälzen wird.

Angesichts dieser Perspektiven manifestiert sich ein neuer Gegensatz in der Politik. Er verläuft zwischen Progressiven und Konservativen, oder besser noch zwischen Modernisten und Traditionalisten. Diese haben derzeit Aufwind, was die Wahlerfolge jener Parteien in Europa belegen, die man gemeinhin als Rechtspopulisten oder Rechtsnationale bezeichnet, obwohl sie in wirtschaftlichen und sozialen Fragen häufig einen Linksdrall aufweisen.

In this photo taken Tuesday, April 19, 2016 a police car drives in front of the election posters of Norbert Hofer, candidate for presidential elections of Austria's right-wing Freedom Party, FPOE, and Irmgard Griss, independent candidate, in Vienna, Austria. For the first time, Austria's next president will likely be someone who is not officially backed by one of the two parties that have dominated government since the end of World War II. That reflects massive voter unhappiness _ and spells possible political turmoil ahead. (AP Photo/Ronald Zak)

Appell an das Heimatgefühl: Wahlplakat für Norbert Hofer. Bild: Ronald Zak/AP/KEYSTONE

Sie propagieren ein Zurück in die eigenen Grenzen und die eigene Nation – ein Angebot, dem viele nicht widerstehen können, obwohl es bei genauer Betrachtung keine Antwort auf die geschilderten Herausforderungen bietet. Dabei sind diese Traditionalisten keineswegs rein isolationistisch, sie suchen durchaus den Kontakt zu Gleichgesinnten in anderen Ländern. Und sie bewundern vermeintlich starke «Führertypen» wie Wladimir Putin.

Kaum überzeugende Konzepte

Letztlich passen die Traditionalisten nicht in das klassische Schema. Das zeigt sich anhand der Erfolge von Donald Trump und Bernie Sanders in den USA. So gegensätzlich sie auf den ersten Blick sein mögen, so verherrlichen doch beide die «gute alte Zeit», als Amerika noch ein Land der Möglichkeiten für alle war. Innovative Ideen? No way.

Darin manifestiert sich auch das Problem der Modernisten. Es fehlt ihnen häufig schwer, klare und überzeugende Konzepte zu entwickeln, mit denen sie gegen das simple Weltbild der Traditionalisten bestehen können.

In der Schweiz ist dies ebenfalls nicht zu übersehen. Kaum eine Partei überzeugt mit spannenden und visionären Ideen. Aussenpolitisch hat sich selbst Rotgrün weitgehend auf den Erhalt der bestehenden bilateralen Verträge zurückgezogen. Auch innenpolitisch ist das Bewahrende Trumpf. Das zeigen nicht zuletzt die jüngsten Erfolge der Bauernlobby. Die SVP will ohnehin nichts von einer offenen Schweiz wissen, und die SP agiert im Defensiv-Modus.

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Auf die zündenden Ideen der Grünliberalen warten wir noch immer.
Bild: KEYSTONE

In der (neuen) Mitte sieht es nicht besser aus. Dabei wären die Grünliberalen prädestiniert als Modernisten-Partei. Bislang aber hatten sie kaum mehr zu bieten als eine unbrauchbare Energiesteuer-Initiative. Die Selects-Studie zu den Wahlen 2015 spricht Bände: Ausser in der Umweltpolitik trauen die Wähler der GLP in keinem Bereich wirklich etwas zu.

Beträchtliches Potenzial

Die Mühen der Modernisten täuschen aber nicht darüber hinweg, dass ihr Potenzial beträchtlich ist. Auch das zeigt die Österreich-Wahl. Sie mobilisierte viele Menschen, die den Freiheitlichen Norbert Hofer in der Wiener Hofburg verhindern wollten, am Ende mit Erfolg. In der Schweiz spielte dieser Effekt bei der Abstimmung über die Durchsetzungsinitiative. Auch sie löste eine enorme Mobilisierung aus, auch in diesem Fall mit positivem Ausgang.

Auch finden sich zunehmend Persönlichkeiten, die eine moderne Reformpolitik vorantreiben, etwa der neue österreichische Bundeskanzler Christian Kern, der italienische Ministerpräsidenten Matteo Renzi, der kanadische Premier Justin Trudeau oder der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron. Sie könnten eine Aufbruchstimmung erzeugen, sofern die Traditionalisten in den eigenen (linken) Reihen sie lassen.

Canadian Prime Minister Justin Trudeau (L) and Italian Prime Minister Matteo Renzi laugh during the family photo of leaders at the Nuclear Security Summit in Washington April 1, 2016. REUTERS/Kevin Lamarque

Justin Trudeau und Matteo Renzi stehen für eine moderne Reformpolitik.
Bild: KEVIN LAMARQUE/REUTERS

Den Weg weist ein in den sozialen Medien häufig geteilter Kommentar der deutschen Wochenzeitung «Die Zeit». Längst nicht alle Argumente überzeugen, ein Ausdruck wie Trash-Faschismus nervt einfach nur. Am Ende aber kriegt Verfasser Bernd Ulrich die Kurve: «Wenn die Liberalen anfangen sollten, zu kämpfen, dann werden sie gewinnen, denn Geschichte voranzubringen ist schwer, sie zurückzudrehen jedoch noch schwerer.»

Ulrich trifft einen wunden Punkt, wenn er diesen «Liberalen» empfiehlt, sich «von einer gewissen sozialen Abgehobenheit» zu verabschieden. Die progressiven, urban denkenden Modernisten müssen ihre linksintellektuelle Komfortzone verlassen und sich auf die ländlich-konservativen Traditionalisten einlassen. Es geht dabei nicht darum, Verständnis für diese Menschen zu entwickeln. Es geht darum, sie zu verstehen.

Man muss den Feind kennen

Dabei gilt die unverwüstliche Maxime des legendären chinesischen Militärstrategen Sunzi: Man muss seine Feinde kennen, wenn man sie besiegen will. Nur wenn man sich mit den Straches, Petrys, Le Pens, Wilders', Orbans, Kaczinskys und ihrem Anhang vertieft beschäftigt, kann man Strategien entwickeln, um vor allem jenes Segment zu überzeugen, dass zwischen Moderne und Tradition hin und her schwankt und häufig den bewahrenden Kräften zuneigt.

Vom alten Links-Rechts-Schema muss man sich dabei verabschieden. Damit ist kein Staat und keine Politik mehr zu machen.

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51Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Safster 31.05.2016 13:31
    Highlight Die glp ist tatsächlich prädestiniert für diese Rolle, und es darf noch einiges von ihr erwartet werden wie die Vorstösse zeigen in der Landwirtschaftspolitik (keine Ausweitung der Privilegien der Bauern), Gesellschaftspolitik (Elternurlaub, Ehe für alle), Aussenpolitik (reformorientiert mit Herz), in ihrer nachhaltigen Finanzpolitik und natürlich beim Umweltschutz. In dieser Position hat sie es aufgrund der traditionellen Parteienstruktur nicht leicht. Wichtig wäre aber, dass sich viel mehr Leute - insbesondere viel mehr Frauen! - tatsächlich aktiv in der Politik engagieren.
    0 2 Melden
  • Homes8 30.05.2016 15:04
    Highlight Neoliberale Propaganda.
    Das hat doch alles nichts mehr mit Nachrichten zu tun.

    Nebenbei: Ich glaube langsam, Sinn und Zweck dieser Zeitung ist es, Profile über die Nutzer zu erstellen.
    Deshalb auch immer die vielen Quiz's.
    27 38 Melden
    • DoMeBE19 30.05.2016 15:49
      Highlight i ha nonie öpis glese wo so intelektuell tönt :D
      21 4 Melden
    • Homes8 30.05.2016 16:50
      Highlight Kann sein, dass da ein Hohlraum ist, wen's "tönt beim lesen".
      9 22 Melden
    • smoe 30.05.2016 21:38
      Highlight Was genau sollte ein ultralinkes neoliberalsozialistisches Katzenblatt wie Watson mit Profilen ihrer eigenen Zielgruppe denn anstellen? Aber stimmt, bereits die Stasi hat davon geträumt genau zu wissen, welcher Pasta- und Partytyp Hansjürg in Block 27 ist.

      Vielleicht hat Watson tatsächlich ein top secret millionen teures neural-net-deep-learning-big-data-clustering-ai-yadayada Projekt, um aus dem Nutzerprofilen Picdumps zwecks Gehirnwäsche zu generieren. Vielleicht dienen die Quizzes aber auch nur dazu, Klicks für die WEMF-Statistik zu generieren. Wer weiss?
      5 5 Melden
    • paddyh 30.05.2016 23:51
      Highlight Ich verstehe nicht ganz, was ihr mit dem Begriff neoliberal probiert anzustellen. Seit rund 40 Jahren wird dieser als Synonym für Marktfundamentalismus verstanden und der gehört definitiv nicht in die Linke / Soziale Ecke.
      6 4 Melden
  • pun 30.05.2016 15:01
    Highlight Ja, wir brauchen neue Ideen und Ja, sie sollten eigentlich von uns Linken kommen.

    Was/Wer genau aber mit den "Modernisten" gemeint ist, ist mir nicht ganz bewusst. Meint Peter Blunschi etwa neoliberale Modelle aus den 1970ern mit Hightech-Kostüm und gesellschaftsliberalem Touch? So "Operation Libero"-Style? Oder doch lieber moderne Ausbeutung in der "Sharing Economy" à la Uber?
    13 11 Melden
    • Shlomo 30.05.2016 21:07
      Highlight Sorry aber Operation Libero ist klar rechts und neoliberal.
      4 11 Melden
  • Hayek1902 30.05.2016 14:47
    Highlight Links-Rechts passt immer noch wunderbar, die Frage, ob sich der Staat einmischen soll oder nicht wird auch in 100 Jahren noch relevant sein. Das einzige was ich hoffe, ist dass der Sockelfreiheitsgrad, den Teil, der unumstritten ist, immer weiter anwächst.
    6 4 Melden
  • Angelo C. 30.05.2016 14:29
    Highlight Ich teile Blunschis Gedankenansätze mehrheitlich, sehe aber auch, dass sich die Pole zwischen links und rechts in einem Konglomerat und Spannungsfeld zwischen Bewährtem und Innovation bwfinden. Ich konstatiere das auch bei mir, der ich mir unterschiedliche Anregungen aus beiden Fronten heranziehe, sie entsprechend bedenkend.

    Es kann aber nicht darum gehen, traditionell Bewährtes simplifizierend als "rückständig und abgeschottet", zu benennen und "modernes" (was immer das auch sein mag) à prori in jedem Fall als besser zu bezeichnen!

    Diese beiden Qualitäten gilt es effizient zu koordinieren.
    40 4 Melden
  • Homes8 30.05.2016 14:26
    Highlight Eigentlich hatten wir die letzten Jahrzente "traditionele Offenheit". Was man jetzt unter dem Deckmäntelchen "modern-hightech-niemand-muss-mehr-arbeiten" weiterziehen will.
    Es bleibt alles wie gehabt: Wohlstand erarbeiten von Unten für Oben.
    17 10 Melden
  • Kola 30.05.2016 13:58
    Highlight Ist dieser Gegensatz modern/traditionell nicht gerade die ursprüngliche Bedeutung des mittlerweile ziemlich schwammigen Links/Rechts-Schemas?
    Oder wie sieht diese alte Schema aus, von dem man sich zu verabschieden hat?

    PS. Er heisst Kaczyński, lernt das doch endlich mal ;)
    16 3 Melden
  • Kookaburra 30.05.2016 13:53
    Highlight Links oder Rechts ist tatsächlich egal.

    Heute heisst es Wirtschaft gegen Verlierer.

    Die Linken verraten uns via Zuwanderung an die Wirtschaft, die Rechten sowieso, Umweltschutz und Soziales geht nur, wenn es diese nicht stört und muss von der Allgemeinheit immer dreifach bezahlt werden. Weil die Sozialisten auch nur versteckte Kapitalisten sind. Genauso wie die Grünen.

    Liberalismus heisst nicht Freiheit für den Bürger, sondern das Recht des Reicheren.

    Abschottung ist schlecht, aber wieso muss "moderne" das Verschenken der Hälfte bedeuten? Wieso nicht schützen, was unsere Eltern hatten?
    18 23 Melden
  • stan1993 30.05.2016 13:34
    Highlight Politisch National +
    Wirtschaftlich Global
    = Bestes Konzept
    8 32 Melden
    • paddyh 30.05.2016 23:55
      Highlight Super Konzept. Dann werden nicht mehr Zugewanderte ausgebeutet sondern hauptsächlich du.
      1 3 Melden
  • Einer Wie Alle 30.05.2016 13:22
    Highlight Und im Endeffekt sind es doch nur alles Populisten, denn auf die Leisen hört niemand.
    18 3 Melden
  • Rigel 30.05.2016 12:44
    Highlight Im Kommentar werden die goldenen 30 Jahren der Sozialisten zitiert, welche sich durch die 68-Bewegung manifestierte.

    Die Devise hiess: "Mach das kaputt, was Dich kaputt macht". Und da wurde gewütet was das Zeug hielt. Fast alle traditionelle Wertvorstellungen, die bislang hervorragend funktionierten, wurden gnadenlos niedergemacht und durch utopische Spinnereien, die als "Visionen" bezeichnet wurden, ersetzt.

    Deshalb haben wir nun die Gesellschaften in der wir Leben müssen, wo fast nichts mehr funktioniert und wo der Zustand der Dekadenz immer offenkundiger wird. Umkehr? Keine Chance!!!
    15 46 Melden
    • stiberium 30.05.2016 13:05
      Highlight Ich meine dieser Prozess ist noch immer am laufen. Gibt einfach noch zu viele welche sich dem verweigern.
      17 1 Melden
    • Hoppla! 30.05.2016 13:16
      Highlight Ich bin alles andere als ein 68er und sehe diverse Dinge auch kritisch, aber ich danke diesen Menschen dafür, dass die (idiotischen) traditionellen Wertvorstellungen zerstört wurden. Wir haben heute Freiheiten und Möglichkeiten die der Generation davor verwehrt blieb.
      41 7 Melden
  • Alnothur 30.05.2016 12:33
    Highlight Wow. Links weiss man echt nicht mehr, was das Wort "Tradition" bedeutet. Am Titel dachte ich schon, das sei wieder ein typischer Löpfe.
    Kleiner Tipp: das Wort, das ihr sucht, ist möglicherweise "Konservativ".
    16 19 Melden
  • MadScientist42 30.05.2016 10:38
    Highlight Bin mehrheitlich einverstanden mit dem Artikel.
    Aber inwiefern ist Bernie Sanders ein Traditionist (oder wie auch immer man es nennt)?
    Er ist einer der liberalsten Kandidaten. Die USA waren schon immer sehr kapitalistisch geprägt und es hat damals auch besser funktioniert. Im Gegensatz zu Trump schaut Sanders allerdings nach vorne und will, für die USA zumindest, etwas neues probieren.
    41 7 Melden
    • mrcharliebrown 30.05.2016 12:08
      Highlight tatsächlich vertritt sanders auffallend gesellschaftsliberale positionen (modern). im wirtschaftsbereich, wo er das nordische modell anpreist, ist dies aber weniger der fall. stark ausgebauter staat, hohe abgaben, hohe reglementierungdichte -> typisch für nachkriegszeit (traditionell).
      11 3 Melden
    • Griffin 30.05.2016 12:09
      Highlight Naja, Bernie Sanders ist eben auch kein "Moderner"(sprich Neoliberal), er passt also nicht in die einfache Einteilung des Autors. Sanders ist von den Werten her zwar ein "traditioneller" Sozialdemokrat und selbsterklärter Sozialist, er (und sein Team) hat aber immer versucht progressive Lösungen für aktuelle Probleme mit "alten" Idealen im Hinterkopf zu finden.
      12 3 Melden
  • Sandromedar 30.05.2016 09:55
    Highlight wohl eher utopieprediger gegen rassisten...
    24 18 Melden
  • Andy 30.05.2016 09:51
    Highlight Bei uns heisst es, dass die Politik nahe beim Volk sein muss, um dessen Bedürfnisse zu verstehen. Das Resultat davon ist, dass die Parteien grob gesagt ihre Lobbies bzw. ihre eigenen vertreten und oft ganz bestimmt nicht das Wohl des Volks im Vordergrund steht. Ich hätte lieber Berufspolitiker, welche gut bezahlt sind, aber durchleuchtet sein werden und keine Fremdinteressen vertreten würden. Als pragmatischer selektiver Wähler hat man heute keine Partei, welche die eigenen Interessen vertritt (harte aber faire Migrationspolitik, Stärkung des Mittelstandes).
    31 6 Melden
    • Fabio74 30.05.2016 10:10
      Highlight selber aktiv werdn und gleichgesinnte suchen. Wobei harte aber faire Migrationspolitik schwammig bleibt
      21 6 Melden
    • Griffin 30.05.2016 12:12
      Highlight Wieso eigentlich immer Stärkung des Mittelstandes & nicht Auflösung der Unterschicht?
      18 1 Melden
  • seventhinkingsteps 30.05.2016 09:50
    Highlight Ich bin grösstenteils einverstanden, finde es aber dennoch wichtig zu erwähnen, dass der erwähnte Linksdrall in Wirtschaftsfragen ein entscheidender Unterschied der verschiedenen Rechtsnationalisten in Europa ist.

    Die AfD steht wirtschsfaftspolitisch ähnlich wie die SVP: Wenig bis gar keine staatliche Regulierung, keinen Umweltschutz, keinen Mindestlohn, wenig Arbeitnehmerschutz. Während die FN Banken verstaatlichen will. Die FPÖ ist umweltpolitisch sogar leicht grün und setzt sich für Mindestlohn, Gewerkschaftsrechte und Arbeitnehmerschutz sein. Ähnlich wie die Lega.
    39 3 Melden
  • Anaalvik 30.05.2016 09:22
    Highlight Nur weil's modern ist, ist es noch lange nicht gut.
    43 45 Melden
    • stiberium 30.05.2016 09:38
      Highlight Dasselbe gilt aber eben auch für Traditionen. ;)
      81 11 Melden
    • gupa 30.05.2016 09:41
      Highlight Ich glaube du hast den Text nicht verstanden. Und nur weil mans schon immer so gemacht hat ists auch noch lange nicht gut.
      46 12 Melden
    • Anaalvik 30.05.2016 09:56
      Highlight Ihr habt recht: nur weil etwas althergebracht ist, ist es noch lange nicht gut.
      Man muss eben bei jeder einzelnen Sache stets ganz genau hinschauen und verstehen, ehe man es als Vor- oder Nachteil für sich und seine Lieben erkennen kann. Für mich und meine Kinder ist zum Beispiel die neoliberale Globalisierung, insbesondere vorangetrieben von der EU, mittelfristig existenzgefährdend, hingegen die Ehe für Homosexuelle begrüssenswert. Man kann mMn nicht von einer Aufstellung Modernisten gegen Traditionalisten sprechen. Das wird den realen Umständen bei Weitem nicht gerecht.
      35 5 Melden

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Im August 2017 erwarb Christoph Blocher 24 Gratis-Wochenzeitungen. Damals versprach er, keine politischen Ziele damit zu verfolgen. Nun erscheint ein Artikel von Blocher in den Zeitungen, welche rund 700'000 Schweizer Haushalten zugestellt werden. Der SVP-Doyen sieht die redaktionelle Unabhängigkeit nicht in Gefahr.

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