International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZUR NICHT-WAHL DES SCHWEIZER KLIMAFORSCHER THOMAS STOCKER ALS PRAESIDENT DES UNO WELT-KLIMARATS (IPCC) STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG – Prof. Thomas Stocker, Klimatologe an der UNI Bern in seinem Buero, fotografiert am 26. November 2009. (KEYSTONE/Karl-Heinz Hug)

Thomas Stocker in seinem Büro in Bern, 2009.
Bild: KEYSTONE

Berner Klimaforscher Thomas Stocker schafft die Wahl wieder nicht – Hoesung Lee aus Südkorea wird neuer Chef des Weltklimarates

06.10.15, 23:00 07.10.15, 08:52


Der Südkoreaner Hoesung Lee ist zum neuen Vorsitzenden des Weltklimarates (IPCC) gewählt worden. Das meldete die UNO-Organisation mit Sitz in Genf in einer Twitter-Nachricht. Hoesung Lee erzielte im zweiten Wahlgang 78 Stimmen, der Belgier Jean-Pascal van Ypersele 56.

Bereits im ersten Wahlgang war der Schweizer Klimaforscher Thomas Stocker ausgeschieden – wegen zwei fehlender Stimmen.

IPCC

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) arbeitet regelmässig Berichte über die aktuellen Kenntnisse im Zusammenhang mit dem Klimawandel und über die Möglichkeiten zu dessen Bewältigung aus. Der fünfte Bericht des IPCC erschien im November 2014.Die Klimaexpertengruppe der UNO war 1988 ins Leben gerufen worden. Gemeinsam mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore wurde sie 2007 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. 

sda

Der 69-jährige Südkoreaner Lee hatte sich gegen fünf Konkurrenten um die IPCC-Spitze durchgesetzt. Seit 2008 IPCC-Vize-Vorsitzender, ist er ausserdem Professor an der Hochschule für Energie und Umwelt in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, wo er über die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels forscht.

Der neu gewählte Hoesung Lee folgt auf den Inder Rajendra Pachauri, der im Februar nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen zurückgetreten war. Nach Pachauris Rücktritt hatte der bisherige Vizepräsident Ismail El Gizouli die kommissarische Leitung übernommen.

Der 56-jährige Stocker, den der Bundesrat im Februar als Kandidaten für den IPCC-Vorsitz vorgeschlagen hatte, schied bereits im ersten Wahlgang aus, da er nicht zu den zwei Bewerbern mit den meisten Stimmen gehörte.

Stocker enttäuscht

«Natürlich bin ich enttäuscht über diesen Ausgang», wird Stocker in einer Mitteilung der Universität Bern vom Dienstag zitiert, «aber ich gratuliere dem neuen Vorsitzenden.»

Stocker engagiert sich seit 17 Jahren im Weltklimarat. Er ist seit 2008 Ko-Vorsitzender der Arbeitsgruppe für wissenschaftliche Grundlagen des IPCC, einer der drei Arbeitsgruppen, welche die Berichte des Weltklimarates ausarbeiten.

Natürlich bin ich enttäuscht (...). Aber ich gratuliere dem neuen Vorsitzenden.

Thomas Stocker

Gemeinsam mit seinem chinesischen Kollegen Qin Dahe führte er das Team von über 250 Autoren, das die wissenschaftlichen Grundlagen für den 5. IPCC-Bericht erarbeitete. Die Resultate dieses Berichts sind von grosser Bedeutung für die Vorbereitung der im Dezember in Paris stattfindenden UNO-Klimakonferenz.

Daneben leitet Stocker seit 1993 die Abteilung für Klima- und Umweltphysik des Physikalischen Instituts der Universität Bern. (dwi/sda)

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Syngenta-Pestizid laut NGO für Todesfälle in Indien verantwortlich

Ein Pestizid des Agrochemie-Konzerns Syngenta soll gemäss der Nichtregierungsorganisation «Public Eye» für schwere Vergiftungsfälle in Indien und den Tod von zwanzig Menschen verantwortlich sein. Ein Vorstoss im Nationalrat fordere nun ein Verbot der Ausfuhr von Pestiziden, die in der Schweiz wegen Auswirkungen auf Mensch oder Umwelt bereits verboten seien, schreibt «Public Eye» am Dienstag in einer Mitteilung.

Das Insektizid Polo mit dem Wirkstoff Diafenthiuron habe vergangenes Jahr innert 12 …

Artikel lesen