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Von der rechtsextremen identitären Bewegung gechartertes Schiff C-Star. Bild: DPA dpa

Neuste Posse um Rechtsextremen-Schiff: C-Star mittellos in Barcelona gestrandet

Kein Geld und gesundheitlich angegriffen: So wurde die Crew der «C-Star» im Hafen von Barcelona aufgelesen. Die Aktivisten der «Identitären Bewegung», die das Schiff gechartert hatten, waren bereits von Bord gegangen.

06.10.17, 17:07

Ein Artikel von

Die Rechtsextremen waren nicht mehr an Bord – dafür eine mittellose Crew aus Sri Lanka: Die katalanischen Behörden haben dem von Mitgliedern der «Identitären Bewegung» gecharterten Schiff «C-Star» erlaubt, in Barcelona anzulegen. Das berichtet die «Tageszeitung» («taz»). Demnach meldete das Rote Kreuz, dass sich die Crew des Schiffes in einem schlimmen gesundheitlichen Zustand befinde.

Laut dem Roten Kreuz wurde die Crew nicht bezahlt und hatte kein Geld, um Treibstoff, Essen oder Wasser zu kaufen, berichtet die «taz» weiter. Aus humanitären Gründen hätten sie deshalb anlegen dürfen. Seitdem würden sie versorgt. Die Schiffsmitarbeiter seien erschöpft und wollten nach Hause.

Hinter der Aktion «Defend Europe», für die das Schiff gechartert worden war, standen deutsche, französische und italienische Mitglieder der «Identitären Bewegung», die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Sie wollten Menschen davon abhalten, über das Mittelmeer nach Europa zu flüchten. Hilfsorganisationen hatten die Aktion der Gruppe scharf kritisiert.

Die Aktivisten hatten unter anderem gedroht, Flüchtlingsboote in Seenot zurück nach Libyen zu bringen. Dazu kam es jedoch nicht. Stattdessen machte die Aktion unter anderem Schlagzeilen damit, dass einige Crewmitglieder auf Zypern Asyl beantragten. Ausserdem hatte das Schiff technische Probleme. Insgesamt dauerte der Einsatz nur knapp eine Woche. Trotzdem sprachen die Rechtsextremen hinterher von einem «uneingeschränkten Erfolg».

Martin Sellner, Mitglied der «Identitären Bewegung» und an der Aktion beteiligt, verteidigte sich auf Twitter. «Wir haben sie [die Crew, d. Red.] nicht im Stich gelassen. Wir haben nach Ende unserer bezahlten Charter das Schiff verlassen», schrieb er. Ausserdem warf er ihnen indirekt Sabotage vor und behauptet, täglich mit ihnen in Kontakt zu stehen.

Ob sie die Crew wirklich nicht bezahlt haben, oder ob das Geld nicht weitergeleitet wurde, ist nicht klar.

vks/spiegel online

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Informant 06.10.2017 22:00
    Highlight Das arme Schiff, gondelt über 40 Jahre friedlich auf den Weltmeeren rum, wird dann 2 Wochen für eine fragwürdige Aktion gechartert und ist nun für ewig als "Rechtsextremen-Schiff" gebrandmarkt.
    47 62 Melden
    • äti 07.10.2017 00:02
      Highlight .. kannst du dir was Schöneres für das Schiff vorstellen?
      3 2 Melden
  • Hugo Wottaupott 06.10.2017 20:21
    Highlight Voller voller Erfolg. Es war ja zu lesen dass sich die Flüchtlingstaxis abgemeldet haben...
    89 62 Melden
  • Fulehung1950 06.10.2017 19:47
    Highlight Die Identitären oder „Wenn Vollpfosten ein totales Scheitern als uneingeschränkten yerfolg tituliere“.

    Danke Jungs, ich habe herzlichst gelacht!😂😂😂
    74 77 Melden
    • Hinkypunk 06.10.2017 22:06
      Highlight Vermutlich ist der Erfolg dass das Schiff nicht untergegangen ist.
      52 9 Melden
    • FrancoL 06.10.2017 22:46
      Highlight @Hinkypunk: Heisse Luft kann nicht untergehen.
      8 3 Melden
  • Cash 06.10.2017 18:35
    Highlight Irgendwie Paradox, dass die C-Star, welche Flüchtlinge in Not abweisen versuchte nun selber auf humanitäre Hilfe angewiesen ist..
    70 16 Melden
  • Chääschueche 06.10.2017 17:49
    Highlight Wie so oft fehlen BEWEISE.

    Wo sind die?


    20 87 Melden
    • FrancoL 06.10.2017 20:48
      Highlight Welche Beweise erwartest Du?
      69 14 Melden
    • lilas 06.10.2017 22:47
      Highlight Wo fehlen Beweise? Sind alle Berichterstattungen, Meldungen, Filme und Bilder die Du googeln kannst nun fake news? Ist eigentlich noch praktisch! Man nimmt sich nur das was ins Weltbild passt und das glaubt man dann.
      9 2 Melden
    • Mia_san_mia 06.10.2017 22:54
      Highlight Was für Beweise?
      10 1 Melden
    • Randy Orton 06.10.2017 23:40
      Highlight Im Hafen von Barcelona sind die Beweise.
      12 2 Melden
    • Chääschueche 07.10.2017 14:27
      Highlight Irgendwelche Interviews (Kamerainterviews) und z.B. beweise der Behörden das diese Leute wirklich um Asyl gebeten haben.

      Alles was hier steht beruht auf dem Artikel einer einzigen Zeitung die keine Beweise liefert.
      1 5 Melden
    • Chääschueche 07.10.2017 14:28
      Highlight @lilas
      Nein, aber wir glauben eben alles was die Zeitungen Schreiben.
      Hinterfragt wird praktisch nie.

      2 4 Melden
    • lilas 07.10.2017 16:05
      Highlight Also ich kann nur für mich sprechen und ich glaube längst nicht alles und hinterfrage sehr viel.
      6 1 Melden
    • FrancoL 07.10.2017 16:52
      Highlight Wenn Du nicht hinterfragst ist das Dein Problem. Andere tun das und können auch den Kopf einschalten.
      4 1 Melden
  • Meinungsvielfalt 06.10.2017 17:38
    Highlight Konzept- und Hirnlos gestartet, mittellos gestrandet.
    Einfach und kurz, die Geschichte einfältiger Rassisten.

    Im Westen nichts Neues.
    83 22 Melden
  • Holla die Waldfee 06.10.2017 17:38
    Highlight Und immer noch traben Schafe den Wölfen hinterher und halten sie für gute Hirten. Tsss ....
    54 16 Melden

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