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Die Single-Frauen rollen an

Partnersuche in spanischen Dörfern: Die Single-Frauen rollen an

Seit 20 Jahren fahren Busse, vollbesetzt mit alleinstehenden Frauen, von Madrid in Spaniens abgelegene Dörfer. Dort sollen sie mit einsamen Männern verkuppelt werden, um der wachsenden Landflucht zu begegnen. Doch nun regt sich Protest.

14.04.15, 22:31 15.04.15, 09:36

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Der Ablauf ist immer der gleiche: Ein Bus hält, sammelt die Frauen ein und verlässt Madrid in Richtung ländliches Spanien. Jedes Mal fährt er in ein anderes Dorf. Dort warten die Männer schon, wenn der Bus einfährt. Erste Begrüssungen und Küsschen, dann geht es in ein Lokal zum Tanzen, Essen und Kennenlernen. Nach ein paar Stunden steigen die Frauen wieder in den Bus und fahren zurück nach Madrid. Wer dieses Mal nicht das grosse Glück gefunden hat, erhält bestimmt bald die nächste Chance.

Seit 20 Jahren rollt die «Caravana de Mujeres» (Karawane der Frauen) in regelmässigen Abständen von Spaniens Hauptstadt in die abgelegenen Gegenden des Landes. Spanien leidet stark unter der Landflucht, die jungen Menschen zieht es in die Städte, während die Dörfer langsam aussterben. Dem wollte Manuel Gozalo, der Initiator, entgegenwirken. Er schafft Kontakte zwischen einsamen, alleinstehenden Männern und ebenso liebesbedürftigen Frauen. 120 Paare will er schon zusammengebracht haben.

Protest gegen die Frauen-Karawanen

Der Spass kostet die Frauen üblicherweise 20 Euro pro Tour, Männer müssen 50 Euro bezahlen. Das soll die Kosten für Anfahrt, Verpflegung und sämtliche Aktivitäten decken. Für die Männer, die in vielen Dörfern in Überzahl sind, sind die Möglichkeiten, eine Partnerin kennenzulernen, begrenzt. Dementsprechend freuen sie sich über den weiblichen Besuch. Ein YouTube-Video dokumentiert, wie ein solches Treffen abläuft: Ungezwungen und locker. Auf die Frage, was er sich davon erhoffe, antwortet ein Teilnehmer: «Eine Frau, die mich liebt.»

Doch es regt sich auch Protest gegen die Frauen-Karawanen. Auf der Online-Plattform change.org haben Aktivistinnen eine Petition gestartet, die die nächste Reise der Singles in die Stadt Merida am 18. April stoppen soll. Frauen würden als Reklameobjekt benutzt, um Kunden anzuziehen, heisst es. Ausserdem verbitten sich die Kritiker jegliche Aktivitäten, die mit der «Kommerzialisierung des weiblichen Körpers» einhergehen. Mehr als 11'000 Menschen haben bereits unterschrieben.

(kis)

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