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In Kasernen und Palästen aufgewachsen: Tochter des spanischen Diktators Franco gestorben

29.12.17, 18:05


Die einzige Tochter des spanischen Diktators Francisco Franco ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Carmen Franco Polo sei in ihrem Haus in Madrid gestorben, erklärte ihre Biographin Nieves Herrero am Freitag in der Zeitung "El Mundo.

«Gott hat Man zu sich genommen», teilte ihr Enkel Louis Alphonse de Bourbon im Online-Netzwerk Instagram mit. Er nannte dabei den Spitznamen seiner Grossmutter und veröffentlichte ein Foto von ihr.

Carmen Franco in Madrid am 24. Oktober 2000. Bild: EPA/EFE

Carmen Franco hatte in diesem Jahr mitgeteilt, sie leide an Krebs im Endstadium. Bis zu ihrem Tode verteidigte sie ihren Vater. Sie war Ehrenpräsidentin der Stiftung Francisco Franco, die zur Verherrlichung Francos gegründet worden war.

Sieben Enkelkinder für Franco

Noch im vergangenen Jahr grüssten Anhänger des Diktators dessen Tochter mit dem faschistischen Gruss, wenn sie nach einem Gottesdienst zum Gedenken an Franco in Madrid die Kirche verliess.

Carmen Franco wuchs in Kasernen und Palästen auf und wurde von französischen Gouvernanten erzogen. Eine öffentliche Schule besuchte sie nie. 1950 heiratete sie den Marquis von Villaverde, Cristobal Martinez Bordiu, mit dem sie sieben Kinder bekam.

Der Familie wird immer wieder vorgeworfen, von dem undurchsichtigen Vermögen des Diktators zu profitieren - darunter zahlreiche Immobilien, deren Wert sich nach Schätzungen auf hunderte Millionen beläuft.

Tochter setzte sich für das Francos Erbe ein

Franco war nach einem von ihm ausgelösten und mit Hilfe der faschistischen Achsenmächte Deutschland und Italien gewonnenen Bürgerkrieg (1936 bis 1939) an die Macht gelangt. Schätzungen zufolge starben in dem Konflikt zwischen Unterstützern der republikanischen Regierung und den Nationalisten und Faschisten um Franco rund 500'000 Menschen.

Franco verlässt sein Hauptquartier, 1938. Bild: AP

Nach seinem Sieg regierte Franco in Spanien jahrzehntelang mit eiserner Hand, zahlreiche Oppositionelle wurden verhaftet. Franco starb 1975 nach 36 Jahren an der Macht. Die nach Franco benannte Stiftung ist aktiv darum bemüht, das «Werk» des Diktators zu verteidigen.

Auf ihren Druck hin musste das Madrider Bürgermeisteramt im Oktober die von ihm beschlossenen Massnahmen aussetzen, an die Franco-Diktatur erinnernde Strassennamen zu entfernen. (leo/sda/afp)

Wahllokal in Katalonien gewaltsam gestürmt

Video: srf

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Der Rückbauer 31.12.2017 08:54
    Highlight Die Rose: Ja, die Verbindung der (nicht aufgearbeiteten) Vergangenheit mit der Gegenwart und möglichen Zukunft(slösungen) wäre höchst interessant. Aber, wenn das die Spanier nicht machen, wer sonst? Heute noch behaupten gewisse Stellenin Madrid, die Abspaltung von Catalunya werde von "den Kommunisten aus Moskau" gesteuert und finanziert. Auf der anderen Seite verlangen Enkelinnen von gefallenen Republikanern die Suche nach Massengräbern. Das wird negiert oder gar sofort verboten. Eine Diskussion findet nicht statt.
    3 0 Melden
  • Der Rückbauer 31.12.2017 08:34
    Highlight Das (etwas) demokratisierte Spanien hat, zum Beispiel im Gegensatz zu Deutschland, die Vergangenheit nicht aufgearbeitet. Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft. Falls sich "die Gesellschaft" und "classe politique" nicht überwindet und beginnt, mit der Vergangenheit aufzuräumen, wird Spanien im Grunde ein diktatorisch von Madrid aus regierter Zentralstaat bleiben müssen. Eine Demokratie ohne Bereinigung ist unmöglich. Sonst drohen Chaos und Sezession, eine düstere Zukunft.
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  • DieRoseInDerHose 29.12.2017 23:02
    Highlight Danke für den kurzen Einblick in das damalige Spanien!

    Der Artikel könnte gerne noch ein wenig ausführlicher u. länger sein, was meinen Sie dazu, Frau Rothenfluh? 🌞

    Auch mit Bezug auf die Schweizer, die damals illegal in Spanien mitkämpften - das würde ein toller Artikel werden! Der Onkel meines Opas, Cyprian Held, zog mit 16 Jahren in diesen Bürgerkrieg.

    Spannende Links dazu:

    1. http://download.burgenverein-untervaz.ch/downloads/dorfgeschichte/2010-B%C3%BCndner%20Freiwillige%20im%20Spanischen%20B%C3%BCrgerkrieg.pdf
    2. https://www.nzz.ch/im_nicht_nur_spanischen_buergerkrieg-1.2150526
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