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Predominantly German tourists sunbathe at the beach in Platja de Palma on the Spanish island Mallorca, pictured on June 4, 2010. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

(Vornehmlich deutsche) Touristen braeunen sich in der Sonne am Strand von Platja de Palma auf der spanischen Insel Mallorca, aufgenommen am 4. Juni 2010. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Strand auf Mallorca: Briten sollen Durchfall vorgetäuscht haben. Bild: KEYSTONE

Britische Touristen zocken Hotels auf Mallorca ab – mit einem simplen Trick

Mit einem simplen Trick betrügen britische Touristen spanische Hoteliers: Sie erfinden Lebensmittelvergiftungen und sichern sich so Gratis-Urlaub. Nun schlägt die Branche zurück.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Das Konzept der Touristen war ebenso simpel wie genial. Es funktionierte in etwa so: Während des Urlaubs gingen sie auf Mallorca in die Apotheke, kauften sich ein Durchfallmittel und packten den Kassenbon ein - zurück in der Heimat behaupteten sie dann, sie hätten sich beim Essen im Hotel eine Lebensmittelvergiftung eingefangen. Und schon bekamen viele von ihnen die gesamte Reise erstattet.

Vor allem britische Urlauber sollen mit dieser Masche seit 2013 auf der Baleareninsel mindestens 50 Millionen Euro herausgeschlagen haben. Spanienweit waren es vermutlich sogar rund 60 Millionen Euro.

Anfang des Jahres flog der Betrug auf, als die Zahl der falschen Beschwerden auf einmal drastisch stieg. «Im vergangenen Jahr sind die Reklamationen um 700 Prozent gestiegen», teilte der mallorquinische Hoteliersverband FEHM mit. Der Betrug habe vor allem in All-inclusive-Hotels oder Unterkünften mit Halbpension stattgefunden - denn diese sind für eine Lücke im britischen Verbraucherschutzgesetz besonders anfällig.

Demnach dürfen Touristen die Reiseveranstalter bis zu drei Jahre nach dem Urlaub für Erkrankungen haftbar machen, wenn diese durch das Hotel verursacht wurden. Die Reiseveranstalter geben dann die Kosten des Schadensersatzes an die Hoteliers weiter.

Für zwischendurch: Traumstrände, die gemäss diesen TripAdvisor-Bewertungen total mies sind

Festnahmen Anfang des Monats

Auf die Idee zum Betrug sind die Urlauber nicht unbedingt selbst gekommen. Anfang September wurden sechs Verdächtige bei Razzien festgenommen, darunter eine bekannte britische Unternehmerin aus dem mallorquinischen Nachtleben.

Ihnen wird vorgeworfen, Strohmänner vor den Hotels platziert zu haben, die die Touristen zu dem Betrug angestiftet haben sollen. Das zurückerstattete Geld wurde dann zwischen den Drahtziehern und den Touristen aufgeteilt. Mehrere Anwaltskanzleien sollen Reiseveranstalter mit Klagen geradezu überflutet haben.

In Zukunft dürfte es jedoch schwieriger für Touristen werden, mit der Masche durchzukommen: Die britische Regierung hat angekündigt, das Verbraucherschutzgesetz zu überarbeiten. Und auch die Reiseveranstalter wollen bei dem Trick nicht länger mitmachen.

Thomas Cook bringt jährlich Hunderttausende Briten auf die Insel. «Unsere Kunden sollen wissen, dass wir an ihrer Seite stehen, wenn sie im Urlaub wirklich krank werden», zitierten Medien auf der Insel Unternehmenschef Peter Fankhauser. «Wir wollen aber auch klarmachen, dass wir keine Entschädigungen zahlen, wenn Urlauber nicht direkt im Hotel über ihre Krankheit informieren.»

Der Veranstalter mit Sitz in London ist einer der ersten, der einen Prozess gegen einen Urlauber wegen falscher Schadensersatzforderungen gewonnen hat. Das hat Wirkung gezeigt. Nach Presseberichten soll eine Kanzlei in England mittlerweile eine deftige Sammelklage von 3500 Urlaubern zurückgezogen haben.

Patrick Schirmer Sastre, dpa

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17
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lukas Brunner 19.09.2017 06:46
    Highlight Highlight British people scam hotels in Mallorca - Learn how with this simple trick ;)
  • Dummbatz Immerklug 18.09.2017 20:13
    Highlight Highlight Was soll daran genial sein? Eher debil und doof 😡
  • Gummibär 18.09.2017 19:17
    Highlight Highlight Das Gegenstück zum TripAdvisor heisst GuestAdvisor .
  • Alterssturheit 18.09.2017 16:41
    Highlight Highlight Eine News ist diese Meldung - zumindest für mich - nicht.
    Wer Engländer kennt bzw. häufig mit ihnen zu tun hat, weiss das schon länger. Leider wird halt überall "beschissen" (das Wort passt hier prima :-)), besonders wenn man es ihnen so leicht macht.
    • Tomlate 18.09.2017 22:28
      Highlight Highlight Das gibt mir jetzt zu denken. Meine Freundin kommt von der Insel...
  • Der Rückbauer 18.09.2017 15:16
    Highlight Highlight Das ist nicht alles: (Chronisch) Kranke Engländer melden sich auf Grund der EU-Personenfreizügigkeit in Spanien an, erhalten die EU-Gesundheitskarte und gehen dann ins centro de salud und lassen sich gratis behandeln - eine Behandlung, die sie auf der Insel nie erhalten würden. Ueberhaupt, es kommt zuviel "waste of the island" nach Spanien. Früher, ja früher, kamen "the English gentlemen", das waren Leute der Oberschicht mit Manieren und Geld. Heute kommt nur "waste of the island". Bin gespannt, wie da Brexit umgesetzt wird.
  • Quatschmitsosse 18.09.2017 14:52
    Highlight Highlight Da gibts nur eins liebe Mallorquiner! Führt den Brexit auch in euren Hotels ein!
  • Nuka Cola 18.09.2017 14:43
    Highlight Highlight und so haben sie sich wohl ein zu Gunsten des Allgemeinwohls ausfallendes Gesetz zunichte gemacht.
  • Kronrod 18.09.2017 14:30
    Highlight Highlight Das ist kein "Trick", das ist plumper Betrug.
  • John Smith (2) 18.09.2017 14:29
    Highlight Highlight Watson hat wieder einmal eine ganz eigene Vorstellung von «genial».
    • Musterschüler 18.09.2017 16:21
      Highlight Highlight Genial hat nichts mit "gut und böse" zu tun.

      (Vereinfachtes Deutsch)
  • Linus Luchs 18.09.2017 14:25
    Highlight Highlight Wirklich eine Sch...idee.

    Traurig ist ja auch, wie viele Leute sich zum Betrug anstiften lassen. Sammelklage für 3'500 Urlauber! Das Ballermann-Klientel ist da wohl etwas anfälliger.
  • N. Y. P. D. 18.09.2017 14:03
    Highlight Highlight Durchfall generieren diese Menschhaufen.
    Deshalb fahre ich im jeweils im Mai zwei Wochen nach Malle um mit dem Rad zu trainieren. Schöne Landschaften. Keine Ansammlung von Menschen.
    • Konzeptionist 18.09.2017 15:39
      Highlight Highlight Trainierst du einfach für dich oder bist du in einem team?
    • N. Y. P. D. 18.09.2017 16:06
      Highlight Highlight Mit zwei Kollegen. Seit 1996 beim gleichen Anbieter. Nur Holländer und Belgier sind dort einquartiert. Sie haben dort Gruppenausfahrten. Wir gehen aber immer alleine, da wir die Insel kennen. Holländer sind übrigens schwer in Ordnung, immer locker drauf..
    • Konzeptionist 19.09.2017 09:22
      Highlight Highlight Darf ich fragen wie der Anbieter heisst? Interessiere mich ebenso dafür... Danke!
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